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Amnesty International mahnt an, dass Europa mehr Flüchtlinge aufnehmen soll.
Amnesty International mahnt an, dass Europa mehr Flüchtlinge aufnehmen soll.(Foto: AP)

Anstieg um 70 Prozent: Deutschland ist Asylziel Nummer eins

Nach Deutschland fliehen so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr: Im Jahr 2013 suchten fast 110.000 Menschen hierzulande Zuflucht. Damit liegt die Bundesrepublik weltweit an der Spitze. Vor allem der Syrienkrieg wirkt sich auf die Flüchtlingsströme aus.

Deutschland ist wieder zum Hauptziel für Asylsuchende geworden: Erstmals seit den 90er Jahren führt die Bundesrepublik wieder die Liste der Aufnahmeländer an. 2013 sind erneut mehr Anträge als im Vorjahr gestellt worden: Die Zahl stieg um 70 Prozent auf 109.600. Sie lag damit nach dem globalen Asylbericht des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR deutlich über dem Durchschnitt der 28 EU-Staaten, wo 2013 eine Zunahme um 32 Prozent auf insgesamt 398.200 Anträge verzeichnet wurde.

Hinter Deutschland liegen in der Rangliste der Asylstaaten die USA, Frankreich und Schweden. Insgesamt sei die Zahl der registrierten Asylsuchenden in allen 44 Industrieländern um 28 Prozent auf 612.700 gestiegen, heißt es in dem Bericht.

Eine der wichtigsten Ursachen sei die Vertreibung von immer mehr Menschen durch den Krieg in Syrien, erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. Immer mehr von ihnen würden versuchen, außerhalb der direkt betroffenen Region Aufnahme zu finden.

640.000 Syrer in der Türkei

In Deutschland stieg allerdings vor allem auch die Zahl von Asylbewerbern aus Russland und aus den Balkan-Staaten. Die meisten dieser Anträge werden erfahrungsgemäß abgelehnt, weil die Herkunftsstaaten nicht als unsicher eingestuft werden. Die Bundesregierung strebt eine Beschleunigung dieser Verfahren an.

Mit 88.400 Antragstellern haben die USA - sonst meist an der Spitze der UNHCR-Asylstatistik - 2013 die zweitgrößte Zahl von Bewerbern aufgenommen. In Frankreich waren es 60.100, in Schweden 54.300. An fünfter Stelle steht die Türkei. Dort wurden 44.800 Asylanträge gestellt, zumeist von Afghanen und Irakern. Zugleich ist die Türkei unter den 44 erfassten Ländern dasjenige mit der größten Zahl von registrierten Flüchtlingen des Syrien-Krieges - rund 640.900 Menschen.

Quelle: n-tv.de

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