Politik

Abfuhr für BarrosoDeutschland lehnt EU-Steuer ab

08.09.2010, 19:57 Uhr

Union und FDP sind sich beim Thema Steuern auch einmal einig. Gemeinsam lehnen sie den Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Barroso ab, statt der bisherigen Überweisungen aus den Mitgliedsstaaten die EU durch eine eigene Steuer zu finanzieren.

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Nichts da: Merkel wünscht keine neue Steuerdiskussion, schon gar nicht von der EU. (Foto: AP)

Deutschland erteilt dem Vorstoß von EU-Kommissionspräsident José

Manuel Barroso für eine EU-Steuer weiterhin eine strikte Absage. Mit der schwarz-gelben

Bundesregierung werde es auch keine EU-Anleihe geben, sagte Kanzlerin Angela Merkel.

Der Koalitionspartner FDP wies den Vorstoß des Kommissionspräsidenten für eine geänderte

Finanzierung der Europäischen Union ebenfalls scharf zurück.

Auf einer Klausur der CDU/CSU-Fraktionsspitze in Berlin sprach

sich Merkel nach Angaben von Sitzungsteilnehmern für eine klare Befristung der Rettungsschirme

aus, die in der Finanzkrise aufgespannt worden waren. Schwache Länder müssten selber

wieder stark werden.

Ähnlich äußerte sich auch die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit

Homburger auf einer Klausur in Bergisch-Gladbach: "Mit der FDP wird es keinen

Länderfinanzausgleich auf europäischer Ebene geben. Die Europäische Union braucht

nicht mehr Geld, sondern muss die vorhandenen Mittel effizienter einsetzen."

Die Zukunft der Eurozone gehört zu den Themen, mit denen sich die FDP-Fraktion bis

Freitag auf einer Klausur befassen will.

Auch SPD ist skeptisch

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Barroso will weg von Fremd- auf Eigenfinanzierung der EU. (Foto: REUTERS)

Barroso hatte am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg

die Diskussion über die Einführung von "EU-Steuern" mit seiner Erklärung

neu belebt. Der ehemalige portugiesische Ministerpräsident kündigte an, ein System

vorzuschlagen, wonach die EU künftig vor allem mit "Eigenmitteln" statt

der bisherigen Überweisungen aus den nationalen Haushalten finanziert wird. Mit

EU-Anleihen will er Infrastrukturvorhaben finanzieren.

Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring bezeichnete eine

EU-Steuer in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" als "abwegig".

Mit Skepsis reagierte auch SPD-Fraktionsvize Joachim Poß. Die bisherige Beteiligung

der EU am nationalen Umsatzsteueraufkommen habe sich als geeignete und dynamische

Finanzierungsquelle erwiesen. Auch der Präsident des Steuerzahler-Bundes, Karl Heinz

Däke, lehnte die Pläne ab: "Die EU darf für die Bürger nicht immer teurer werden."

Quelle: dpa