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Zwei U-Boote sind am Anleger und auf dem Werftgelände der HDW-Werft in Kiel zu sehen.
Zwei U-Boote sind am Anleger und auf dem Werftgelände der HDW-Werft in Kiel zu sehen.(Foto: dpa)
Montag, 14. März 2011

Rüstungsgeschäft nimmt weltweit zu: Deutschland verkauft mehr Waffen

Das weltweite Rüstungsgeschäft boomt. Und Deutschland hat daran einen großen Anteil. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri baut der drittgrößte Rüstungsexporteur seinen Anteil am Weltmarkt auf elf Prozent aus. Nur die USA und Russland exportieren mehr Waffen. Hauptabnehmer sind Indien, China - aber auch Staaten in Nahost und Nordafrika.

Deutsche Rüstungsfirmen haben nach Expertenangaben ihren Anteil am boomenden Weltmarkt gesteigert. Auf die vergangenen fünf Jahre gerechnet machten die Ausfuhren des weltweit drittgrößten Rüstungsexporteurs Deutschland elf Prozent der Gesamtexporte aus. Das geht aus einer in Stockholm vorgestellten Studie des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. Im Zeitraum von 2001 bis 2005 hatte Deutschlands Anteil noch bei sieben Prozent gelegen. Deutschlands wichtigste Absatzmärkte waren demnach Griechenland, Südafrika und die Türkei.

Das Volumen der Rüstungsgeschäfte insgesamt stieg in den vergangenen fünf Jahren um 24 Prozent im Vergleich zum Zeitraum 2001 bis 2005. Der größte Waffenlieferant zwischen 2006 und 2010 waren die USA. Sie kamen auf einen Anteil von 30 Prozent an den weltweiten Waffenexporten. Zweitgrößter Lieferant ist Russland mit 23 Prozent Anteil. Laut SIPRI leisteten sich die Waffenherstellerfirmen und -länder einen "intensiven Konkurrenzkampf" beim Verkauf von Rüstungsgütern. Dabei seien der Nahe Osten und die Staaten Nordafrikas, wo es in den vergangenen Wochen Massenproteste gegen die Regierungen gegeben hatte und noch gibt, als "potenziell lukrative Märkte" betrachtet worden.

Indien kauft massiv ein

Indien kaufte in den vergangenen fünf Jahren mehr Waffen aus dem Ausland als jedes andere Land der Welt. Zwischen 2006 und 2010 seien neun Prozent der weltweiten Rüstungsexporte nach Indien gegangen, hieß es in dem Sipri-Bericht. Der überwiegende Teil der Waffen, 82 Prozent, stamme aus Russland, 71 Prozent der gesamten indischen Rüstungsimporte seien Flugzeuge. Im Vergleich zu den fünf Vorjahren nahmen Indiens Waffenimporte demnach um 21 Prozent zu.

Den zweiten Platz bei den Waffenimporten teilen sich laut Sipri China und Südkorea, die jeweils für sechs Prozent der weltweiten Waffenkäufe aus dem Ausland aufkommen. Dahinter kommt Pakistan mit einem Anteil von fünf Prozent. Die Rüstungsimporte des südasiatischen Landes nahmen in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2001 und 2005 um 128 Prozent zu. Der hohe Anteil der Waffenimporte von Indien erklärt sich laut Sipri durch die Rivalität zu den Nachbarstaaten China und Pakistan, sowie mit Sicherheitsmaßnahmen im Inneren des Landes.

Aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Israel, Ägypten und Algerien hätten viele Waffen importiert, teilte SIPRI mit. Auch Libyen sei ein begehrtes Ziel der Waffenexporteure gewesen. Frankreich, Italien, Russland und Großbritannien hätten sich hier einen Wettstreit geliefert. Libyen habe aber trotz des Endes eines UN-Waffenembargos 2003 keine größeren Aufträge ausgeschrieben, hieß es in dem Bericht.

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Quelle: n-tv.de

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