Mittwoch, 20. Januar 2010
2,09 Euro für Hartz-IV-Empfänger: Deutschland vor Altersarmut
Die klassische Erwerbsbiografie gibt es kaum noch. Immer mehr Menschen arbeiten im Niedriglohnsektor oder beziehen Hartz IV. In Betracht auf die Altersbezüge droht hier ein riesiger Sprengsatz für die Gesellschaft.
In der Suppenküche des Diakonischen Werks.
(Foto: picture alliance / dpa)
Vor einem deutlichen Anstieg der Altersarmut in Deutschland hat der Sozialverband VdK gewarnt. "Die Gefahr der Altersarmut steigt, weil bei Arbeitern und Angestellten die Erwerbsbiografien immer brüchiger werden", sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der "Mittelbayerischen Zeitung". "Die Arbeitslosigkeit schlägt bei der Rentenarmut voll durch." Einem Hartz-IV-Empfänger werde pro Jahr nur eine Rentenanwartschaft von 2,09 Euro pro Monat gutgeschrieben. Zudem steige die Zahl der Beschäftigten im Niedriglohnbereich.
Mascher warnte: "Das ist ein riesiger Sprengsatz für die Gesellschaft in einem der reichsten Länder der Erde." Die Verbands-Vorsitzende plädierte langfristig für einen Systemwechsel bei der Altersversorgung. "Wir wollen ein System, in das alle einzahlen. Das könnte für mehr Gerechtigkeit sorgen." Dafür müsste aber erst das Grundgesetz geändert werden.
dpa
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