Dienstag, 07. Oktober 2008
Hier wird entschieden: Die "Battleground-States"
Die politische Landkarte der USA ist von zwei Farben geprägt: Blau für die Demokraten und Rot für die Republikaner. Demokratisch dominiert sind etwa das liberale Kalifornien an der Westküste und die amerikanische Nordostküste. Traditionelle republikanische Hochburgen sind der konservative Süden mit Bundesstaaten wie Georgia oder Texas.
Nur in einer Minderheit der Bundesstaaten ist der Ausgang einer Wahl unklar. Dies sind Gebiete, in denen keine Partei eine strukturelle Mehrheit vorzuweisen hat. In diesen Staaten wird von Präsidentschaftswahl zu Präsidentschaftswahl unterschiedlich gewählt: mal mehrheitlich demokratisch, mal überwiegend republikanisch. Diese Regionen werden als "Battleground"-Staaten (Schlachtfeldstaaten) oder auch "Swing"-Staaten (Pendelstaaten) bezeichnet. Da dort die meisten noch unentschiedenen Wähler leben, gilt das Wahlergebnis in diesen Staaten als insgesamt entscheidend. Die jeweiligen Anwärter auf das Präsidentenamt legen deshalb auf diese Regionen ein ganz besonderes Augenmerk.
Vor allem drei große Staaten an der US-Ostküste, Pennsylvania (21 Wahlmänner) und Ohio (20) im Norden sowie der südliche Küstenzipfel Florida (27) werden im Wahljahr 2008 von US-Wahlexperten als diejenigen genannt, die es zu gewinnen gilt. Es sind die gleichen Bundesstaaten, die bereits bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 und 2004 im Blickpunkt des Interesses standen. Pennsylvania ging dabei zweimal an die Demokraten, in Ohio und Florida siegten die Republikaner. Hinzu kommt im Wahljahr 2008 der hartumkämpfte große Südstaat Virginia mit seinen 13 zu vergebenen Wahlmännerstimmen.
Daneben wenden sich die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain verstärkt einigen kleinere Bundesstaaten zu, die dafür bekannt sind, in ihrem Votum nicht auf eine Partei festgelegt zu sein. Das demokratische Lager konzentriert sich seit Monaten auf die Staaten Colorado (9 Wahlmänner), Iowa (7), New Mexico und Nevada (jeweils 5), die alle bei der Präsidentschaftswahl 2004 an die Republikaner gingen. Das konservative Wahlkampflager versucht, die Staaten Wisconsin (10) und New Hampshire (4) zurückzugewinnen, in denen vor vier Jahren der Demokrat John Kerry siegreich war.
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