Politik

Liveticker zum Abschuss von Flug MH17: +++ Die Ereignisse vom 18. Juli +++

+++ 22:00 n-tv.de beendet den Liveticker +++
Eine aus dem Rebellengebiet abgefeuerte Flugabwehrrakete hat nach Darstellung der USA das über der Ukraine abgestürzte malaysische Passagierflugzeug getroffen. Washington macht Moskau für die Bewaffnung der Separatisten mit schweren Waffen verantwortlich - und weist damit dem russischen Präsidenten eine Mitschuld an dem Drama zu. Mit n-tv.de bleiben Sie auf dem Laufenden. Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Liveticker, der zum Nachlesen online bleibt.

+++ 19:37 Separatisten verweigern OSZE-Experten vollständigen Zutritt +++
Prorussische Separatisten haben internationalen Beobachtern den vollständigen Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine verwehrt. Die Beobachter könnten sich nicht uneingeschränkt bewegen, heißt es von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien. Die Organisation hat etwa 20 Vertreter zu der Absturzstelle nahe Grabowo geschickt. Sie sollten über die Situation vor Ort berichten. Die Führung der Separatisten hatten ihnen zuvor freien Zugang zum Unglücksort zugesichert.

Ein Separatist vor den Trümmern von MH17.
Ein Separatist vor den Trümmern von MH17.(Foto: REUTERS)

+++ 18:34 80 Kinder sollen an Bord gewesen sein +++
An Bord der Unglücksmaschine MH17 saßen offenbar insgesamt 80 Kinder. Das gaben der Uno-Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, Jeffrey Feltman, und die australische Uno-Botschafterin Philippa King bei einer Sondersitzung des Sicherheitsrats in New York bekannt. "Der Verlust von 80 Kindern ist verheerend", sagte die Diplomatin.

+++ 18:06 Obama fordert sofortige Waffenruhe +++
Barack Obama hat eine sofortige Waffenruhe gefordert. Außerdem hat er die Separatisten in der Ukraine indirekt für den Abschuss des malaysischen Passagierflugzeuges verantwortlich gemacht und Russland scharf für die Unterstützung der Rebellen kritisiert. Obama sagte, das Flugzeug sei von einer Rakete getroffen worden, die in einem von den Rebellen kontrolliertem Gebiet abgefeuert worden sei. Es sei noch unklar, aus welchem Grund auf die Maschine geschossen worden sei, betonte Obama. Dies müsse nun in einer glaubwürdigen internationalen Untersuchung geklärt werden. Die USA würden dafür sorgen, dass die Wahrheit über den Vorfall ans Tageslicht komme, erklärte der Präsident.

Vor dem Headquater von Eurocontrol hängen die niederländische und die ukrainische Nationalflagge auf Halbmast.
Vor dem Headquater von Eurocontrol hängen die niederländische und die ukrainische Nationalflagge auf Halbmast.(Foto: REUTERS)

+++ 18:00 Cockpit: Flugdaten gehören nicht ins Internet +++
Die Vereinigung Cockpit kritisiert, dass Daten wie die genaue Höhe einer Maschine während des Fluges im Internet zu finden sind. "Die Informationen, wo und wie sich Flugzeuge bewegen, haben nichts in der Öffentlichkeit zu suchen", sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft, Jörg Handwerg, in Frankfurt. Parteien, die eine Bedrohung darstellten, hätten damit eine Möglichkeit, ein Flugzeug anzugreifen, warnte er.

+++ 17:26 Fidel Castro beschuldigt ukrainische Regierung +++
Kubas früherer Präsident Fidel Castro hat die ukrainische Regierung für den Abschuss des Flugs MH17 verantwortlich gemacht. Die Regierung in Kiew habe eine  "außergewöhnlichen Provokation" begangen, das Flugzeug habe sich im von der ukrainischen Armee kontrollierten Luftraum befunden, hieß es in einem Leitartikel des kommunistischen Revolutionsführers in der Parteizeitung "Granma". Kuba könne "nicht aufhören, seine Ablehnung für eine solch anti-russische, anti-ukrainische, pro-imperialistische Regierung zum Ausdruck zu bringen."

+++ 17:22 Merkel telefoniert mit Poroschenko: Waffenruhe erwünscht +++
In einem Telefongespräch haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko über die Lage der Ostukraine beraten. Beide seien sich einig gewesen, dass gerade jetzt ein "nachhaltiger beidseitiger Waffenstillstand geboten" sei, "um das Unglück restlos aufklären zu können und weitere zivile Opfer zu vermeiden", erklärte Merkels Sprecher Steffen Seibert in Berlin. Poroschenko sei zu einem Waffenstillstand "unverändert bereit". Einigkeit habe auch darüber bestanden, "dass Russland endlich seinen Einfluss auf die Separatisten deutlich und öffentlich geltend machen müsse, damit der Frieden eine Chance erhalte", erklärte Seibert. Die von der internationalen Gemeinschaft geforderte Waffenruhe hatte Alexander Borodai, der Chef der selbstproklamierten "Volksrepublik Donezk", allerdings abgelehnt.

Die OSZE-Beoabachter sind am Unglücksort eingetroffen.
Die OSZE-Beoabachter sind am Unglücksort eingetroffen.(Foto: dpa)

+++ 17:00 EU ruft Krisengruppe zusammen +++
Die EU-Kommission hat das Krisengremium für die Europäische Luftfahrt einberufen. Die Gruppe sei aktiviert worden, um die Auswirkungen auf den Luftverkehr zu koordinieren, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Siim Kallas, in Brüssel. Aufgabe der Gruppe ist es, die Sicherheit von Flügen zu garantieren. "Ich möchte allen Fluggästen versichern, dass es sicher ist, zu fliegen", sagte Kallas.

+++ 16:53 OSZE-Experten treffen an Absturzstelle ein +++
Ein Team von 30 Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist an der Absturzstelle des Flugzeugs der Malaysia Airlines im Osten der Ukraine eingetroffen. Ein AFP-Reporter berichtete, prorussische Milizionäre hätten nach kurzen Verhandlungen den Inspekteuren Zugang zu der Unglücksstelle bei Grabowe gewährt.

Angehörige der Opfer zünden Kerzen für die Toten an.
Angehörige der Opfer zünden Kerzen für die Toten an.(Foto: dpa)

+++ 16:50 USA: Abschuss kam wohl von Separatisten-Gebiet +++
Die USA halten nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington einen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine durch prorussische Separatisten für wahrscheinlich. "Wir können nicht ausschließen, dass russisches Personal beim Betrieb dieser Systeme geholfen hat", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power. Der Nachrichtensender CNN hatte zuvor berichtet, dass eine vorläufige vertrauliche Analyse der US-Geheimdienste zu dem Schluss gekommen sei, dass das Flugzeug "höchstwahrscheinlich" von einer Boden-Luft-Rakete der Separatisten getroffen worden sei. Das Weiße Haus hat für 17.30 Uhr (MESZ) eine Erklärung von US-Präsident Barack Obama zu dem Flugzeugabsturz angekündigt.

+++ 16:47 BKA-Experten helfen bei Opferidentifizierung +++
Fachleute des Bundeskriminalamtes sollen bei der Identifizierung der Opfer des mutmaßlichen Flugzeugabschusses über der Ukraine helfen. Das BKA bereite in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt die Entsendung der Experten vor, hieß es in Diplomatenkreisen in Berlin. Die sogenannte Idko (Identifizierungskommission) des BKA war 1972 nach einem Flugzeugabsturz auf Teneriffa gegründet worden. Die rund 120 Fachleute der Kommission haben inzwischen Dutzende Einsätze im In- und Ausland hinter sich, unter anderem beim ICE-Unglück 1998 in Eschede, nach dem Flugzeugabsturz bei Überlingen am Bodensee 2002, nach dem Tsunami 2004 sowie nach dem Anschlag auf ein Einkaufszentrum in Nairobi 2013.

Weltweit gibt es Reaktionen auf den Flugzeugabschuss.
Weltweit gibt es Reaktionen auf den Flugzeugabschuss.(Foto: dpa)

+++ 16:32 Bundesamt rät dringend von Flügen über Krisengebiete ab +++
Nach dem Absturz des Passagierflugzeugs über der Ostukraine mahnen Experten generell zu größerer Vorsicht. Das Luftfahrtbundesamt sprach nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums die dringende Empfehlung an alle deutschen Fluggesellschaften aus, Überflüge über Krisengebiete aus Sicherheitsgründen zu vermeiden. Die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol hatte zuvor mitgeteilt, dass der ostukrainische Luftraum bis auf weiteres gesperrt sei. Die Lufthansa änderte nach dem Unglück bereits ihre Routen nach Asien. Die Ostukraine werde vorerst weiträumig umflogen, hieß es.

+++ 16:19 Papst ruft zum Frieden auf +++
Papst Franziskus hat mit Bestürzung auf den mutmaßlichen Abschuss einer Passagiermaschine über der Ostukraine reagiert und erneut zum Frieden in der Region aufgerufen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Opfer des Unglücks, teilte der Vatikan mit. Franziskus erneuerte seinen Appell an die Konfliktparteien, "im Dialog Lösungen zu finden, um den weiteren Verlust unschuldiger Menschenleben zu verhindern".

+++ 16:17 Steinmeier sieht gravierende Folgen für Ukraine-Konflikt +++
Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht weitreichende Konsequenzen für den Ukraine-Konflikt für den Fall, dass eine Konfliktpartei das abgestürzte Passagierflugzeug abgeschossen hat. "Diejenigen, die das zu verantworten hätten, haben kein Recht mehr, ihre eigenen Anliegen im Namen der Menschlichkeit einzufordern", sagte Steinmeier bei einem Besuch in Mexiko-Stadt. Nach Angaben von US-Geheimdiensten wurde die Maschine wahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen. "Wenn sich im Zuge der Untersuchungen tatsächlich herausstellen sollte, dass eine der Konfliktparteien das Leben von Hunderten völlig Unbeteiligter auf dem Gewissen hat, so wäre das eine Untat außerhalb jeder Vorstellungskraft", sagte Steinmeier. "Wir brauchen eine schnelle und unabhängige Aufklärung des Absturzes ebenso dringend wie einen würdigen Umgang mit den Opfern."

+++ 15:44 Ukraine wird weiträumig umflogen +++
Auf der Karte der Internetseite flightradar24.de ist sehr gut zu erkennen, dass die Ukraine, vor allem der Osten des Landes, weiträumrig umflogen wird.

Die Flugzeuge machen momentan einen großen Bogen um die Ukraine.
Die Flugzeuge machen momentan einen großen Bogen um die Ukraine.(Foto: flightradar.de)

+++ 15:23 Zahl der niederländischen Opfer steigt auf 189 +++
Die Zahl der niederländischen Opfer beim Absturz einer Maschine der Fluggesellschaft Malaysia Airlines in der Ostukraine ist auf 189 gestiegen. Das teilte die Fluggesellschaft am Freitag am Flughafen von Amsterdam Schiphol mit. Bei dem Unglück von Flug MH017 wurden 298 Menschen getötet, darunter vier Deutsche. Von vier Passagieren stehe die Nationalität noch nicht fest.

+++ 15:20 Putin hofft auf Lösung von Ukraine-Konflikt +++
Nach dem Absturz der malaysischen Verkehrsmaschine über umkämpftem ukrainischen Territorium hat der russische Präsident Wladimir Putin die Hoffnung auf eine Lösung des Ukraine-Konflikts geäußert. Er stehe mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko "in Kontakt", sagte Putin bei einem Treffen mit dem Oberhaupt der russische-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill. Er hoffe, "dass wir es schaffen", allen Menschen in der Ukraine einen Weg aufzuzeigen, der "zu einem endgültigen, vollständigen und langfristigen Frieden in dem Land führt", sagte Putin.

+++ 14:40 Experten der Separatisten können zur Absturzstelle +++
Die prorussischen Separatisten wollen nach eigenen Angaben Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der ukrainischen Regierung Zugang zum Absturzgebiet gewähren.

+++ 14:35 Boeing flog niedriger als beantragt +++
Die Boeing 777 flog nach Angaben von Malaysia Airlines niedriger als eigentlich geplant. Beantragt sei eine Flughöhe von 35.000 Fuß (10.700 Meter) gewesen. Die ukrainische Flugsicherung habe aber angewiesen, auf 33.000 Fuß zu fliegen.

Video

+++ 14:28 Kein Defekt in der Maschine +++
In der abgestürzten Maschine gab es nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines keinen Defekt. Bis zum Verschwinden der Maschine hätten alle Systeme normal funktioniert, erklärt das Unternehmen.

+++ 14:25 Ukrainer stellen Flugschreiber sicher +++
Ukrainische Rettungskräfte haben zwei Flugschreiber sichergestellt. Das teilte ein Sprecher der regierungstreuen Gebietsverwaltung von Donezk. Es blieb aber unklar, wo sich die Geräte befinden. Die ukrainische Führung hatte zuvor den Verdacht geäußert, die prorussischen Aufständischen, die das Gebiet kontrollieren, könnten die Flugschreiber nach Moskau schicken. "Wir haben nicht vor, die Flugschreiber entgegenzunehmen und damit gegen internationale Regeln zu verstoßen", erwiderte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau.

+++ 14:20 Merkel ruft zu Waffenruhe auf +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem mutmaßlichen Abschuss einer Passagiermaschine über der Ostukraine die Konfliktparteien im Land zu einer Waffenruhe aufgerufen. "Es geht jetzt darum, dass schnellstmöglich eine unabhängige Untersuchung eingeleitet wird. Dazu ist ein Waffenstillstand notwendig", sagte Merkel bei einer Pressekonferenz. Die Kanzlerin sagte, es sprächen sehr viele Indizien dafür, dass die Maschine abgeschossen worden sei. Die Angelegenheit müsse sehr ernst genommen und die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Merkel räumte ein, es sei ein schwerer Weg, zu einem dauerhaften und beiderseitigen Waffenstillstand zu kommen. Aus ihrer Sicht gebe es "keine vernünftige Alternative zu allen Versuchen, diplomatische, politische Lösungen zu finden".

+++ 14:15 Offenbar kam eine Buk-Rakete zum Einsatz +++
Experten vermuten, dass eine Boden-Luft-Rakete vom Typ Buk zum Einsatz kam. Die mobilen Buk-Systeme russischer Bauart werden auf Militärfahrzeugen installiert und sind darauf ausgerichtet, etwa Flugzeuge, Helikopter oder andere Raketen zu zerstören. Grund für den Verdacht ist vor allem die Reichweite der russischen Flugkörper: Sie können Ziele bis zu einer Höhe von 25 Kilometern treffen, die Maschine befand sich auf einer Reiseflughöhe von zehn Kilometern.

Diese Höhe könne nicht mit einfacheren Raketen erreicht werden, die der Schütze auf seine Schulter lege und abfeuere, sagte der US-Verteidigungsexperte Edward Hunt von IHS Jane's. Sowohl die russische als auch die ukrainische Armee verfügen über Buk-Raketen - und auch die Separatisten in der Ostukraine, die nach eigenen Angaben solche Raketen von der ukrainischen Armee erbeutet haben. Allerdings seien die Buk-Batterien nicht einfach zu bedienen, gibt Hunt zu Bedenken. "Sie sind normalerweise nicht bei Aufständischen oder Separatisten zu finden, da sie ziemlich viele Männer zur Bedienung, viel Übung und viele Ersatzteile erfordern."

+++ 14:10 Putin fordert alle Parteien zu Waffenruhe auf +++
Der russische Präsident Wladimir Putin fordert die ukrainische Regierung und die Separatisten im Osten des Landes zu einer Waffenruhe auf. Damit sollten Verhandlungen ermöglicht werden, sagt Putin.

+++ 14:04 Polens Präsident verurteilt Separatisten-Helfer +++
Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski verurteilt nach dem mutmaßlichen Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugzeugs jegliche Unterstützung für die prorussischen Separatisten. Er sei "erschüttert über die weiteren Opfer der Separatisten in einer für die Ukraine schwierigen Zeit der Bedrohung der territorialen Unversehrtheit des Landes", schreibt er an seinen ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko. "Die moralische, politische und rechtliche Verantwortung für ihre Taten fällt auf diejenigen, die sie (die Separatisten) unterstützen", heißt es in dem von der Präsidialkanzlei veröffentlichtem Schreiben.

+++ 13:56 Opfer sollen nach Charkow gebracht werden +++
Das Innenministerium in Kiew teilt mit, dass die sterblichen Überreste der 298 Insassen von Flug MH17 zur Untersuchung nach Charkow gebracht werden sollen. In der rund 300 Kilometer vom Absturzort entfernten Stadt werde ein Labor zur Identifizierung der Opfer eingerichtet, wie es heißt.

+++ 13:51 Lawrow nennt Einstufung als "Terrorakt" voreilig +++ Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisiert die Einstufung des Flugzeugunglücks in der Ostukraine als "Terrorakt" scharf. Er reagiert damit auf eine Aussage des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. "Solche Bezeichnungen sind verfrüht und ein Versuch, Druck auf die Ermittler auszuüben", sagt Lawrow im staatlichen Fernsehsender Rossija-24. Moskau sei bereit, an der Aufklärung der Tragödie mitzuwirken, falls dies gewünscht werde, betont Russlands Chefdiplomat.

Ein Trümmerteil von MH17 in einem Feld nahe dem Städtchen Rozsypne in der Ostukraine.
Ein Trümmerteil von MH17 in einem Feld nahe dem Städtchen Rozsypne in der Ostukraine.(Foto: REUTERS)

+++ 13:37 Cameron: "Darf nicht hingenommen werden" +++
Großbritannien will die Schuldigen am Absturz des Passagierjets in der Ostukraine schnell zur Verantwortung ziehen, falls das Flugzeug tatsächlich abgeschossen wurde. Das erscheine möglich, sagt Premierminister Cameron nach einem Treffen des Sicherheitskabinetts. Unter den 298 Menschen, die bei dem Unglück am Donnerstag starben, waren neun Briten. "Das ist ein absolut schockierender Vorfall. Er darf nicht hingenommen werden", sagt Cameron.  Der Premierminister appelliert an Russland und die Ukraine, alles zu tun, damit die Wahrheit ans Licht komme. Alle Regierungen müssten nun zusammenarbeiten, damit die Absturzstelle gründlich untersucht werden könne. Konkrete Schritte kündigt Cameron nicht an. "Bis wir mehr wissen ist es eigentlich nicht möglich, viel mehr zu sagen, aber wir werden sehr hart arbeiten, um der Sache auf den Grund zu gehen." Der britische Prinz William sagt in einer Rede in der australischen Botschaft in London: "Für alle unter uns, die Landsleute in der Tragödie verloren haben, können Worte unserem Gefühl von Verlust nicht gerecht werden."

+++ 13:29 Merkel: Russland-Sanktionen wären verfrüht +++ Bundeskanzlerin Merkel hält eine Debatte über Sanktionen in Reaktion auf den Flugzeugabsturz über der Ostukraine für verfrüht. Die Umstände des Absturzes müssten zunächst "schnellstmöglich" durch eine unabhängige Untersuchung geklärt werden, sagt Merkel. Jetzt schon eine Debatte über mögliche Strafmaßnahmen zu führen, wäre aber "vielleicht etwas voreilig", fügt sie hinzu. Merkel erinnert daran, dass die EU-Chefs bei ihrem Brüsseler Treffen am Mittwoch ohnehin eine Verschärfung der Sanktionsmöglichkeiten gegen Russland beschlossen hatten. Dieser Beschluss biete eine "Plattform, die uns sehr viel Spielräume gibt". Sie fordert die Konfliktparteien in der Ukraine auf, nach dem Flugzeugabsturz die Waffen schweigen zu lassen. Für die Untersuchung des Absturzes sei "ein Waffenstillstand nötig". Merkel verweist darauf, dass es "sehr viele Indizien" gebe, dass es sich um einen Abschuss handele. "Deshalb müssen wir die Dinge sehr, sehr ernst nehmen."

+++ 13:12 Rajoy fordert genaue Aufklärung +++
 Die spanische Regierung hat verlangt, dass die Verantwortlichen für den Absturz ermittelt werden. "Die Welt hat ein Recht darauf zu erfahren, was genau geschehen ist", sagt Ministerpräsident Mariano Rajoy. "Und die Welt hat auch ein Recht darauf, dass alle Anstrengungen unternommen werden, dass sich eine solche Gräueltat nicht wiederholt." Nach bisherigen Erkenntnissen war kein Spanier an Bord des Flugzeugs.

Vor der niederländischen Botschaft in Moskau legen Trauernde Blumen nieder
Vor der niederländischen Botschaft in Moskau legen Trauernde Blumen nieder(Foto: dpa)

+++ 13:01 Auch Bundeswehr umfliegt Ukraine +++
Auch die Bundeswehr fliegt ab sofort nicht mehr über die Ukraine, was Verzögerungen bei der Ablösung von deutschen Soldaten in Afghanistan mit sich bringt. "Bis auf Weiteres wird kein Luftfahrzeug der Bundeswehr die Ukraine überfliegen", heißt es in einer Mitteilung der Bundeswehr. Damit werde auf den Absturz des Passagierflugzeugs reagiert. Ein geplanter Flug einer Bundeswehr-Maschine von Köln nach Termes in Usbekistan sei verschoben worden. Dadurch komme es zu Verzögerungen beim Personalwechsel des deutschen Einsatzkontingents der Afghanistan-Truppe Isaf. "Zur Zeit werden alternative Flugrouten geprüft und geplant." Die Bundeswehr hat im Rahmen des Isaf-Einsatzes derzeit 2409 Soldaten in Afghanistan und Usbekistan stationiert.

+++ 12:55 Kiew weist jede Beteiligung zurück +++
Die Ukraine weist Vorwürfe zurück, die malaysische Passagiermaschine abgeschossen zu haben. Das Flugzeug habe sich außerhalb der Reichweite ukrainischer Luftabwehrsysteme befunden, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew. Raketen seien zudem grundsätzlich nicht während des Einsatzes gegen die prorussischen Separatisten eingesetzt worden.

+++ 12:49 Nato besorgt über Bewaffnung von Separatisten +++
Nach dem möglichen Abschuss des Passagierflugzeugs von Malaysian Airlines zeigt sich die Nato beunruhigt darüber, dass die dortigen Separatisten zunehmend über schwere Waffen verfügen. "Wir sind besorgt über die wachsende Zahl schwerer Waffen, die von den Separatisten in der Ostukraine genutzt werden, und über die zunehmende Komplexität dieser Waffensysteme", erklärt ein Nato-Vertreter in Brüssel. "Wir haben beobachtet, dass Russland es weiter zulässt, dass Söldner und schwere Waffen über seine Grenzen in die Ukraine gelangen."

+++ 12:42 MH17 ist Europas größte Flugkatastrophe seit 1985 +++
Der Absturz der Boeing 777-200 ist die schwerste Flugzeug-Katastrophe in Europa seit fast 30 Jahren. Am 23. Juni 1985 war eine Boeing 747 der Air India auf dem Flug von Montreal nach London nach einer Sprengstoffexplosion in 10.000 Meter Höhe auseinandergebrochen und südwestlich der irischen Küste ins Meer gestürzt. Damals starben 329 Insassen. Sieben Jahre später wurde in Indien ein Sikh-Terrorist als mutmaßlicher Bombenleger festgenommen. Am 27. März 1977 wurden 583 Menschen getötet, als auf dem Flughafen von Santa Cruz auf der Kanarischen Insel Teneriffa zwei Jumbo-Jets der PanAm und der KLM beim Start der KLM-Maschine im Nebel am Boden zusammenstießen.

+++ 12:36 Großteil der Todesopfer geborgen +++
Rettungskräfte im Osten der Ukraine haben einen großen Teil der 298 Todesopfer von Flug MH17 gefunden. Bisher seien 181 Tote geborgen worden, teilt das ukrainische Außenministerium nach Angaben der Agentur Interfax mit. Unter den Toten befinden sich unter anderem ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie etliche Teilnehmer der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne, darunter der bekannte Wissenschaftler Joep Lange und seine Partnerin Jacqueline van Tongeren. Die Konferenz soll laut den Veranstaltern dennoch abgehalten werden.

+++ 12:25 Doch mehr Niederländer an Bord von MH17 +++
Nach dem Flugzeugabsturz in der Ostukraine werden die Details zur Nationalität der Opfer noch einmal korrigiert. Nach Angaben des malaysischen Transportministers Liow Tiong Lai kamen 173 Niederländer ums Leben. Zudem starben demnach 44 Malaysier, 27 Australier, 12 Indonesier, 9 Menschen aus Großbritannien, 4 Deutsche, 4 Belgier, 3 Philippiner, ein Kanadier und ein Neuseeländer. Insgesamt wurden nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines vom Freitag 298 Menschen getötet. Noch sei nicht bei allen Getöteten die Nationalität festgestellt worden, sagt der malaysische Minister.

+++ 12:19 EU geht von Abschuss von MH17 aus +++
Die Europäische Union geht davon aus, dass Flug MH17 abgeschossen wurde. "Die ersten Einschätzungen auf Grundlage der Verbreitung der Trümmer über mehrere dutzend Kilometer scheinen die Annahme zu bestätigen, dass dieses Flugzeug abgeschossen wurde", sagt ein ranghoher EU-Vertreter. Wer jedoch dahinter stecke, müsse durch eine Untersuchung geklärt werden. Die Maschine der Malaysian Airlines mit 298 Menschen an Bord war auch nach erster Einschätzung der US-Geheimdienste von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden.

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+++ 12:12 Separatisten geben OSZE "Sicherheitsgarantien" +++ Nach dem Absturz der Passagiermaschine die prorussischen Rebellen Ermittlern Zugang zu dem Gebiet zugesichert. Dies gelte sowohl für nationale als auch für internationale Experten, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Freitag mit. Die Separatisten hätten "sicheren Zugang und Sicherheitsgarantien für die nationale Untersuchung sowie für internationale Ermittler" zugesagt, teilte die OSZE nach einer Videokonferenz der Ukraine-Kontaktruppe mit, der auch Kiew, Moskau und die Aufständischen angehören. Die Rebellen würden die Absturzstelle überdies abriegeln, um die Bergung der Leichen zu ermöglichen.

+++ 12:04 Russland will Raketenstellung registriert haben +++
Das russische Verteidigungsministerium hat nacheinem Bericht der Nachrichtenagentur RIA zum Zeitpunkt des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine Radar-Aktivitäten einer ukrainischen Raketen-Stellung registriert. Dabei habe es sich um ein Raketensystem vom Typ "Buk" gehandelt, das zur Abwehr von Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Marschflugkörpern dient.

+++ 11:47 Malaysia will 62 Helfer an Absturzstelle schicken +++
Malaysia will die Bergungsarbeiten in der Ostukraine mit 62 Helfern unterstützen. Die ukrainische Regierung sichert zu, dass die Helfer seines Landes sicher zu der Absturzstelle gelangen könnten, teilt der malaysische Transportministers Liow Tiong Lai mit. Unter den 298 Menschen, die auf dem Flug nach Kuala Lumpur getötet wurden, befanden sich auch 43 Malaysier.

Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk will den Absturz von MH17 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag untersuchen lassen.
Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk will den Absturz von MH17 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag untersuchen lassen.(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 11:38 Jazenjuk: Separatisten behindern Untersuchung +++
Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk wirft den Separatisten eine massive Behinderung der Helfer an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs vor. "Diese Banditen lassen eine Untersuchung der Tragödie durch unsere Leute nicht zu", sagt Jazenjuk. Die Behörden sowie Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) würden nun Druck ausüben auf die Aufständischen, um zur Absturzstelle zu gelangen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko wirft den Separatisten vor, Beweise zu vertuschen. Darauf deute die Ankündigung hin, den Flugschreiber (Black Box) zunächst nach Moskau zu schicken.

+++ 11:24 Jazenjuk will Internationalen Strafgerichtshof einschalten +++
Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk will die Verantwortlichen für den Absturz des Passagierflugzeugs über dem umkämpften Osten des Landes vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag stellen lassen. "Die schreckliche Tragödie hat unser Leben verändert, die Russen sind zu weit gegangen", sagt Jazenjuk nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine. "Es handelt sich um ein internationales Verbrechen", wird er weiter zitiert. Dafür sollten die Verantwortlichen vor das Tribunal in Den Haag gestellt werden.

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+++ 11:19 Merkel trauert um Opfer: Abschuss wahrscheinlich +++
Bundeskanzlerin Merkel reagiert mit Trauer auf den Absturz des Flugzeugs mit 298 Menschen an Bord, darunter auch vier Deutschen. Auch sie sieht viele Indizien, die für einen Abschuss der Boeing durch eine Rakete sprechen. Dennoch bleibt die Kanzlerin hinsichtlich der Ukraine-Krise bei ihrer Meinung, dass diese ausschließlich durch politische und diplomatische Mittel zu lösen sei.

+++ 11:13 Ukraine: Separatisten besitzen keine Buk-Raketen +++
Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben nach Kenntnis ukrainischer Behörden keine Raketenflugabwehrsysteme vom Typ "Buk" für den Abschuss von Flugzeugen in ihrem Besitz gehabt. Die Aufständischen hätten - anders als von ihnen selbst im Juni behauptet - keine einsatzfähigen Waffensysteme dieser Art erobert, sagt der ukrainische Generalstaatsanwalt Witali Jarema Medien zufolge. Aus Sicht der Ukraine führt die Spur nach Russland.

+++ 11:08 Flugroute war von Luftfahrtverband abgesegnet +++
Die Flugroute der abgestürzten Boeing war nach Angaben der Behörden in Kuala Lumpur mit dem internationalen Luftfahrtverband IATA abgesprochen. "IATA sagt, dass es keine Einschränkungen für den Flugverkehr in dem Gebiet gab", erklärt der malaysische Transportminister Liow Tiong Lai auf einer Pressekonferenz. Er weist darauf hin, dass bislang 15 oder 16 andere Fluggesellschaften das Gebiet überflogen hätten. Er verurteilt "die Aktion, die das Flugzeug zum Absturz gebracht" habe, und spricht den Opferfamilien sein Beileid aus.

+++ 10:59 MH17-Absturz könnte Flugregeln weltweit ändern +++
Der vermutete Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs mit 283 Passagieren und 15 Crew-Mitgliedern an Bord in der ostukrainischen Unruheregion Donezk wird wohl zu geänderten Regeln führen, über welche Krisenregionen Zivilflugzeuge künftig fliegen dürfen. "Dieser Vorfall könnte zu einer grundlegenden Neubewertung führen, ob und wie die Fluggesellschaften künftig über Krisenregionen mit niedriger Intensität fliegen", sagte der Luftfahrtexperte Greg Waldron. Waldron ist der Asien-Herausgeber von Flightglobal, einem Branchenmagazin der Luftfahrtindustrie. "Dieser Vorfall wird entscheidend verändern, was die Leute zum Thema 'Flüge über Konfliktregionen' denken." Das wird seiner Meinung nach zu Änderungen führen, die Fluggäste weltweit verspüren werden: Neue Regeln könnten seiner Meinung nach zu längeren Flugzeiten und höheren Ticketkosten führen, vor allem bei Flügen über Krisenregionen wie Afghanistan oder dem Irak.

+++ 10:53 Ministerium bestätigt vier deutsche Todesopfer +++
Bei dem Flugzeugabsturz sind auch vier Deutsche ums Leben gekommen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigt dies. Einzelheiten nennt sie nicht.

+++ 10:35 Poroschenko fordert Schutz vor "Aggressor" Russland +++
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko fordert die internationale Gemeinschaft zum Schutz vor dem "Aggressor" Russland auf. "Die ganze Welt hat das wahre Gesicht des Aggressors gesehen", sagt Poroschenko in einer Ansprache an die ukrainische Bevölkerung. "Der Abschuss eines zivilen Flugzeuges ist ein Akt des internationalen Terrorismus, der sich gegen die ganze Welt richtet", sagt er einem von der Präsidialverwaltung in Kiew veröffentlichen Manuskript zufolge. "Die Aggression von außen gegen die Ukraine ist nicht nur unser Problem. Das ist eine Bedrohung für die europäische und weltweite Sicherheit", so der prowestliche Staatschef weiter. Gemeinsame Anstrengungen seien nötig im Kampf gegen Russland.

+++ 10:22 Malaysia fordert Bestrafung möglicher Täter +++
Malaysias Ministerpräsident Najib Razak fordert eine lückenlose Aufklärung des Absturzes des malaysischen Fluges MH17. Sollte es sich um einen Abschuss gehandelt haben, müssten die Verantwortlichen bestraft werden, verlangt er in der Nacht zum Freitag in Kuala Lumpur. "Wir müssen und werden genau herausfinden, was mit diesem Flug geschehen ist. Wenn sich herausstellt, dass das Flugzeug tatsächlich abgeschossen wurde, bestehen wir darauf, dass die Täter schnell vor Gericht gestellt werden", sagt Najib. Bei der Aufklärung werde "unter jeden Stein geschaut", verspricht er. Die Ermittlung dürfe in keiner Weise behindert werden, forderte Najib. "Ein internationales Team muss vollständigen Zugang zu der Absturzstelle bekommen." Es dürfe auch niemand Wrackteile oder die Black Box von dem Gelände entfernen."Dies ist ein tragischer Tag in einem für Malaysia bereits tragischen Jahr", sagt Najib mit Blick auf das Verschwinden von Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking im März dieses Jahres.

+++ 10:15 Australien fordert UN-Resolution für Untersuchung +++
Australien fordert nach dem Flugzeugabsturz in der Ukraine eine internationale Untersuchung. Das Land werde sich für eine bindende Resolution des Weltsicherheitsrats einsetzen, sagt Premierminister Tony Abbott im Parlament. "Wir fordern eine umfassende unabhängige Untersuchung mit vollen Zugang zum Absturzort, zu den Trümmerteilen, zum Flugschreiber und zu allen Personen, die die Ermittlungen voranbringen können", sagt Abbott. Unter den 298 Menschen an Bord waren 28 Australier. Abbott macht Russland indirekt für die Tragödie verantwortlich. Ohne das Land beim Namen zu nennen, schließt er seine Stellungnahme mit diesen Worten: "Das Schikanieren kleiner Länder durch große, das Herumtrampeln auf Recht und Anstand, alles im Streben nach nationaler Selbstverherrlichung, und die rücksichtslose Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben sollten in unserer Welt keinen Platz haben."

+++ 10:09 Separatisten verkünden Waffenruhe +++
Nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine verkünden die prorussischen Separatisten in der Ostukraine eine zwei- bis viertägige Waffenruhe zur Untersuchung der Ursache. Die Feuerpause solle bei Konsultationen der internationalen Kontaktgruppe um 11.00 Uhr MESZ vereinbart werden, teilt Separatistenführer Andrej Purgin der Agentur Interfax zufolge mit. Es gilt als sicher, dass die Boeing mit 298 Menschen an Bord abgeschossen wurde. Durch die Waffenruhe sollten internationale Experten in das Gebiet Donbass gelassen werden, um die Absturzursache aufzuklären. Purgin sagt, dass die Leichen in einem Radius von zwölf Kilometern verstreut seien.

+++ 9:58 Putin fordert "umfassende Untersuchung" +++
Russlands Präsident Wladimir Putin fordert nach dem Absturz des Passagierflugzeugs in der Ostukraine eine "umfassende und objektive Untersuchung". Wie der Kreml in Moskau mitteilt, telefonierte Putin mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte und kondolierte ihm angesichts der 154 niederländischen Absturzopfer. Die Tragödie werfe ein neues Schlaglicht darauf, dass die Ukraine-Krise "dringend friedlich überwunden werden muss", heißt es in der Kreml-Erklärung.

+++ 9:41 Verwirrung um Höhe ukrainischer Flugverbotszone +++
Nach dem Absturz des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 in der Ostukraine steht jetzt die Obergrenze der von den Behörden festgelegten Flugverbotszone im Visier der Ermittler. Die Behörden hatten beschlossen, den Überflug ab einer Höhe ab 32.000 Fuß, etwa 9.750 Meter, zu erlauben. Dabei können viele Boden-Luft-Raketen eine Höhe von 40.000 Fuß leicht erreichen. Flug MH17 befand sich in einer Höhe von etwa 33.000 Fuß über dem betroffenen Luftraum, bevor er abstürzte, so Offizielle. Nach dem Crash weiteten die Ukrainer die Flugverbotszone auf den gesamten Luftraum über dem Gebiet aus. Die Ermittler interessiert nun, wie die ukrainische Behörden zu dem Schluss gekommen sind, dass das Risiko ab einer bestimmten Höhe akzeptabel sei. Sie hätten eine formelle Bewertung des Risikos vornehmen sollen, sagte der Luftsicherheitsberater John Cox. Es sei jedoch verständlich, wenn die Regierung glaube, eine Begrenzung des Flugverbots auf eine Höhe bis 32.000 Fuß sei sicher. "Es wurde noch nie eine Maschine durch eine Boden-Luft-Rakete aus dieser Höhe abgeschossen", so der Berater.

+++ 9:31 Allianz ist Hauptversicherer von MH17 +++
Die Allianz ist der Hauptversicherer der Passagiermaschine der MalaysiaAirlines, die am Donnerstag über der Ukraine abgestürzt war. "Es ist noch zu früh, um konkrete Aussagen zu machen", sagte eine Sprecherin der Allianz Global Corporate & Specialty. Die Hannover Rück bestätigte, an der Rückversicherung des Flugzeugs beteiligt zu sein. Die Maschine vom Typ Boeing 777 befand sich am Donnerstagnachmittag auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als sie im Osten der Ukraine nahe der Ortschaft Hrabowe abstürzte. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Es wird aber vermutet, dass die Boeing-Maschine abgeschossen wurde.

+++ 9:03 Osteuropaexperte: Rakete stammt aus Russland +++
Der Osteuropaexperte Klaus Segbers ist sicher, dass es sich bei der zum wahrscheinlichen Abschuss von MH17 genutzten Rakete um ein russisches Fabrikat handelt. Im n-tv.de-Interview sieht Segbers die Verantwortung durch Separatisten belegt, zweifelt jedoch an deren Möglichkeiten, selber entsprechende Waffensysteme zu produzieren. Tragbare Raketen hätten für einen Abschuss des in rund 10.000 Meter Höhe fliegenden Flugzeuges nicht ausgereicht. Dafür sei eine Boden-Luft-Rakete nötig. Die prorussischen Rebellen hätten zwar angegeben, in den vergangenen Wochen ein mobiles russisches Flugabwehrsystem vom Typ Buk erbeutet zu haben, das im Einsatz der ukrainischen Armee war. Dass die Aufständischen das hoch entwickelte System inklusive Radar auch nach so kurzer Zeit auch bedienen könnten, sei jedoch fraglich. "Das ist kein System, was man so ohne weiteres gleich benutzen kann", sagte Douglas Barrie vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London.

+++ 8:58 Telefonat soll Separatisten-Irrtum belegen +++
Ein vom ukrainischen Geheimdienst SBU veröffentlichter Telefonmitschnitt soll belegen, dass prorussische Separatisten in der Ukraine offenbar das Flugzeug der Malaysian Airlines mit einer Maschine des ukrainischem Militärs verwechselt haben. Auf der Aufnahme ist demnach zu hören, wie bei Gesprächen unter mehreren Aufständischen Verwunderung darüber aufkommt, dass in dem Wrack des abgeschossenen Flugzeuges keine Waffen und stattdessen Leichen von Zivilisten zu finden seien. Als klar wird, dass es sich um ein ziviles Flugzeug handelt, fluchen die Männer am Telefon. "Scheiße, was macht das Flugzeug über der Ukraine? Es ist Krieg!", ruft einer von ihnen.

+++ 8:42 Niederlande hängen Flaggen auf Halbmast +++

In den Niederlanden ist die Trauer nach dem Absturz von MH17 groß. 154 der 298 Opfer stammten war Niederländer. Im ganzen Land und an niederländischen Botschaften rund um die Welt hingen die Flaggen auf Halbmast. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol fanden sich nach Bekanntwerden des Absturzes zahlreiche Angehörige ein, die sogleich von den Medien abgeschirmt in psychologische Betreuung gebracht wurden. "Ich bin tief traurig über diese schreckliche Nachricht", erklärte König Willem-Alexander. "Unsere Gedanken sind bei den Familien, Freunden und Kollegen der Opfer und bei all denen, die noch nicht wissen, ob ihre Freunde an Bord waren." Ministerpräsident Mark Rutte erklärte, er sei "zutiefst schockiert". "Die Bilder, die ich gesehen habe, waren einfach fürchterlich", fügte Justizminister Ivo Opstelten hinzu. Auch die niederländischen Zeitungen zeigten sich am Freitag "Unter Schock" - so titelte das "Algemeen Dagblad". Die Zeitung "Volkskrant" ihrerseits diagnostizierte im Land eine "Welle der Trauer und der Verzweiflung".

+++ 8:33 Auch polnische LOT meidet Ostukraine schon länger +++
Nicht erst seit dem Absturz der Malaysia Airlines-Maschine über der Ostukraine meidet auch die polnische Fluggesellschaft LOT diesen Luftraum. Nach Angaben von Unternehmenssprecher Robert Moren machen die LOT-Piloten "schon seit längerem" einen weiten Bogen um den Luftraum über der Ostukraine. Die ukrainischen Flugziele der Airline - Kiew, Odessa und Lwiw - seien allesamt weitab von den Kampfgebieten, doch auch auf dem Transit zu Fernzielen werde die Region nicht überflogen. "Es gibt keine Streckenverbindung, die in der Nähe einer gefährlichen Region durchgeführt würde", betonte Moren. Mittlerweile haben die ukrainischen Behörden den Luftraum um Donezk gesperrt, wie die die europäische Organisation für die Luftverkehrskontrolle, Eurocontrol, in Brüssel mitteilte. Die Maßnahme gelte vorerst unbefristet.

+++ 7:55 Separatisten wollen OSZE bei Aufklärung unterstützen +++
Nach Angaben der OSZE haben prorussische Separatisten zugesagt, die Aufklärung des mutmaßlichen Abschusses von MH17 zu unterstützen. Die Rebellen stimmten demnach zu, internationalen Experten Zugang zu der Absturzstelle zu gewähren, teilte die Organisation für Sicherheit undZusammenarbeit in Europa mit. Außerdem hätten sie sich in einer Videokonferenz mit hochrangigen Vertretern der Ukraine, Russlands und der OSZE zur Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden im Rahmen der Untersuchung bereiterklärt.

+++ 7:39 Australien bestellt russischen Botschafter ein +++
Australien will im Zusammenhang mit dem wahrscheinlichen Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine über der Ostukraine den russischen Botschafter einbestellen, wie Premierminister Tony Abbott am Freitag vor dem Parlament in Canberra sagte. Die Regierung erwarte eine "kategorische Versicherung", dass die russische Regierung bei den Untersuchungen voll mit den Ermittlern kooperiere. Unter den 298 Menschen an Bord waren 27 Australier. Alles deute auf ein Verbrechen hin, sagte Abbott, "offenbar durch von Russland unterstützte Rebellen". Rebellen hatten Stunden nach dem Absturz berichtet, sie hätten die Blackbox gefunden. Australiens Außenministerin Julie Bishop rief sie auf, das Gerät umgehend an die Ermittler auszuhändigen.

+++ 7:30 Malaysia-Airlines-Papier bricht ein +++
An der Börse verliert das Papier der Malaysia Airlines rund 13 Prozent. Damit summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf über 35 Prozent. Für die Airline ist es nach dem spurlosen Verschwinden einer Maschine im März bereits die zweite Katastrophe.

+++ 7:01 Ukraine: Telefonate belegen Schuld von Separatisten +++
Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes belegen abgehörte Telefongespräche den Abschuss von MH17 durch prorussische Separatisten. Kurz nach dem Absturz der Boeing 777-200 mit 298 Menschen an Bord hätten die Separatisten dem russischen Militär mitgeteilt, dass Kosaken-Milizen das Flugzeug getroffen hätten. Möglicherweise seien die Aufständischen davon ausgegangen, auf ein ukrainisches Militärflugzeug vom Typ Antonow An-26 zu schießen. Der ukrainische Geheimdienst SBU veröffentlichte die Telefonate, deren Wahrheitsgehalt sich nicht überprüfen lässt.

+++ 6:46 Einige Airlines meiden Ukraine seit Monaten +++
Mehrere Fluggesellschaften meiden den Luftraum über der Ostukraine offenbar schon seit Monaten. So hätten die koreanischen Airlines Korean Air und Asiana sowie die australische Quantas seit der Annexion der Krim durch Russland im März ihre Maschinen nach eigenen Angaben umgeleitet. Asiana-Maschinen seien aus "Sicherheitsgründen" nicht mehr über die Ukraine geflogen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Korean Air verlegte seine Flugroute über der Ukraine "wegen der politischen Unruhen in der Region" um 250 Kilometer nach Süden, wie ein Vertreter der Fluglinie sagte. Eine Qantas-Sprecherin sagte, ursprünglich seien Qantas-Flugzeuge auf der Verbindung von London nach Dubai über die Ukraine geflogen. Die Route sei aber schon "vor einigen Monaten" geändert worden. Andere Fluglinien wie Japan Airlines und All Nippon Airways oder Garuda aus Indonesien gaben an, sie seien ohnehin nie über die Ukraine geflogen.

+++ 6:28 Viele Aids-Forscher an Bord von MH17 +++
An Bord von MH17 befanden sich offenbar auch viele Teilnehmer der Welt-Aids-Konferenz, die am Sonntag im australischen Melbourne beginnen soll. Laut der Zeitung "Sydney Morning Herald" handele es sich bei bis zu einem Drittel der Passagiere um Konferenzteilnehmer. Auf Twitter schrieb Michel Sidibe, Chef des UN-Aidsprogrammes, dass "viele Passagiere" dorthin unterwegs gewesen seien. Auch die Internationale Aids-Stiftung bestätige, dass "etliche unserer Kollegen und Freunde". Unter den Insassen war demnach auch der niederländische Aids-Forscher und ehemalige Präsident der Internationalen Aids-Stiftung, Joep Lange. Bei der 20. Welt-Aids-Konferenz wollen 12.000 Teilnehmer die jüngsten Forschungsergebnisse und Entwicklungen um den tödlichen HI-Virus diskutieren.

+++ 05:20 USA fordern Waffenrufe für Untersuchung +++
Das US-Präsidialamt fordert die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Dadurch solle rasche eine unabhängige Untersuchung des Absturzes einer Passagiermaschine im Osten des Landes ermöglicht werden, erklärt ein Sprecher. Dabei könnten die Vereinten Nationen und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine wichtige Rolle spielen.

+++ 05:00 Steinmeier: Flugzeug vermutlich abgeschossen +++
Das über der Ukraine abgestürzte Passagierflugzeug ist laut Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vermutlich von einer Rakete getroffen worden. "Auf den ersten Blick scheint viel dafür zu sprechen, dass das Flugzeug nicht einfach abgestürzt ist, sondern dass es möglicherweise einen Beschuss gegeben hat", sagte Steinmeier. Steinmeier fügte hinzu, er könne noch keine gesicherten Angaben über deutsche Todesopfer bei dem Absturz machen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin teilte mit, man arbeite mit Hochdruck daran, belastbare Informationen zu erhalten. "Wir möchten uns noch nicht dazu äußern, ob Deutsche unter den Opfern sind."

+++ 04:40 Rebellen bieten freien Zugang an +++
In der Ostukraine haben prorussische Separatisten Einsatzkräften und Ermittlern freien Zugang zum Wrack der mutmaßlich abgeschossenen Boeing zugesichert. Das teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. Ukrainischen und internationalen Einsatzkräften sei garantiert worden, dass sie sich gefahrlos am Absturzort bewegen könnten, um unter anderem die Leichen der insgesamt 298 Menschen an Bord zu bergen. Zudem hätten die Aufständischen versprochen, in allen praktischen Fragen zur Untersuchung des Vorfalls mit den ukrainischen Behörden zusammenzuarbeiten.

+++ 04:10 Ukraine: Russlands Geheimdienst beteiligt +++
Die ukrainischen Geheimdienste warfen Russland eine Verwicklung in den Abschuss der Passagiermaschine vor. Der Chef der sogenannten Staatssicherheit, Walentyn Naliwaischenko, präsentierte auf einer Pressekonferenz Audiomitschnitte und Videomaterial, die eine Kommunikation zwischen den Rebellen in der Ukraine und russischen Geheimdienstmitarbeitern rund um den Abschuss der Maschine dokumentieren sollen. Das Passagierflugzeug vom Typ Boeing 777 befand sich am Donnerstag auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als es im Osten der Ukraine abstürzte. Nach jüngsten Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines waren 298 Menschen an Bord, darunter mehr als 150 Niederländer und auch vier Deutsche. Die Regierung in Kiew und prorussische Aufständische beschuldigen sich gegenseitig, das Flugzeug abgeschossen zu haben.

+++ 04:00 USA: Rebellen haben MH17 abgeschossen +++
Das über der Ukraine abgestürzte Passagierflugzeug ist nach US-Angaben wahrscheinlich von prorussischen Rebellen mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden. Die Regierung in Washington gehe stark davon aus, dass die Maschine mit knapp 300 Menschen an Bord von den Separatisten im Osten der Ukraine angegriffen worden sei, sagte ein US-Regierungsvertreter. Es gebe keinerlei Hinweise, dass die ukrainischen Streitkräfte eine Rakete auf die Boeing vom Typ 777 abgefeuert hätten.

+++ 03:30 Australien: "Von Russland unterstützte Rebellen" verantwortlich +++
Der australische Ministerpräsident Tony Abbott macht prorussische Separatisten für den Absturz verantwortlich. Es sehe so aus, dass "von Russland unterstützte Rebellen" hinter dem Abschuss des Flugzeugs stünden. An Bord der Maschine waren nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines auch mindestens 27 Australier.

+++ 02:10 Poroschenko: "Gefahr für die ganze Welt" +++
Der mutmaßliche Abschuss eines Passagierflugzeugs über der Ukraine belegt nach Ansicht von Präsident Petro Poroschenko, dass die Krise in seinem Land die internationale Sicherheit gefährdet. "Die heutige Tragödie zeigt erneut, dass Terrorismus nicht örtlich begrenzt ist, sondern ein Problem der ganzen Welt ist". Mit dem Begriff Terroristen bezeichnet die ukrainische Regierung in der Regel die prorussischen Separatisten im Osten des Landes. "Die externe Aggression gegen die Ukraine ist nicht nur unser Problem, sondern eine Bedrohung der europäischen und globalen Sicherheit", fügte Poroschenko hinzu. Die ukrainische Regierung wirft Russland vor, die Rebellen zu unterstützen.

+++ 01:45 Obama: "Beweise müssen in Ukraine bleiben" +++
US-Präsident Barack Obama hat davor gewarnt, dass nach dem Absturz des Passagierflugzeugs in der Ostukraine Wrackteile außer Landes gebracht werden. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsident Petro Poroschenko seien sich beide Politiker einig gewesen, dass an der Absturzstelle nichts verändert werden dürfe, bis eine "gründliche und transparente" Untersuchung stattgefunden habe, teilte das Weiße Haus mit. Alle "Beweise" müssten an Ort und Stelle "auf dem Territorium der Ukraine" bleiben, bis internationale Experten "alle Aspekte der Tragödie" untersuchen könnten. Obama sicherte Poroschenko die "sofortige" Hilfe von US-Experten zu.

+++ 00:50 Obama fordert Untersuchung +++
US-Präsident Barack Obama hat eine internationale Untersuchung der Ursache des Flugzeugabsturzes in der Ukraine gefordert. In einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko sagte er, am Ort des Absturzes dürfe nichts verändert werden, bis internationale Experten "alle Aspekte der Tragödie" untersuchen können. Zugleich sicherte er sofortige Hilfe von US-Experten zu, teilte das Weiße Haus mit. Ähnlich äußerte sich Obama auch in einem Telefonat mit dem malaysischen  Ministerpräsidenten Najib Razak.

+++ 00:35 UN-Sicherheitsrat tagt am Freitag +++
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will sich in einer Sondersitzung mit dem Flugzeugabsturz in der Ukraine befassen. Das mächtigste UN-Gremium werde am Freitag um 10.00 Uhr (Ortszeit, 16 Uhr deutscher Zeit) zusammentreten, hieß es aus Diplomatenkreisen. Auch der ukrainische Botschafter Juri Sergejew soll an der voraussichtlich offenen Sitzung teilnehmen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass irgendwelche Beschlüsse gefasst werden.

+++ 23:40 Biden: "Maschine vom Himmel geholt" +++
Auch US-Vizepräsident Joe Biden sprach von einem Abschuss der Maschine. Der Absturz sei "kein Unfall", die Maschine sei "vom Himmel geholt worden", sagte Biden nach Angaben des TV-Senders MSNBC. Das entspricht der Einschätzung des US-Geheimdienstes, der von einem Raketenbeschuss ausgeht. Die "Washington Post" zitierte einen namentlich nicht genannten Geheimdienstbeamten.

+++ 23:40 UN-Generalsekretär fordert Untersuchung +++
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine internationale Untersuchung des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine gefordert. Es müsse eine "umfassende, transparente und internationale Untersuchung" des Vorfalls geben. Ban sagte, er stehe mit der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) in Kontakt. Die im kanadischen Montréal ansässige UN-Sonderorganisation bot ihre Unterstützung bei den Ermittlungen an. Man werde mit allen Beteiligten zusammenarbeiten und die Entwicklungen "genau" verfolgen, kündigte die ICAO an.

+++ 23:20 Putin weist Ukraine Verantwortung zu +++
Kremlchef Wladimir Putin wies der Ukraine die Verantwortung für den Absturz des malaysischen Passagierflugzeuges zu. Die schreckliche Tragödie wäre nicht passiert, wenn es in der Ostukraine keinen Krieg gebe, sagte Putin am Abend bei Moskau. "Diese Tragödie wäre nicht passiert, wenn es auf dieser Erde Frieden gäbe, wenn nicht die Kampfhandlungen im Südosten der Ukraine wieder aufgenommen worden wären", sagte Putin.

+++ 23:11 USA - MH17 von Boden-Luft-Rakete getroffen +++
Das in der Ostukraine abgestürzte malaysische Passagierflugzeug ist nach Angaben der USA abgeschossen worden. US-Geheimdienstexperten gehen "stark" davon aus, dass die Maschine von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Derzeit würden die Experten untersuchen, ob die prorussischen Separatisten, die ukrainischen Streitkräfte oder gar die russische Armee für den Abschuss verantwortlich seien.

+++ 23:02 Briten beantragen UN-Sondersitzung +++
Mit dem Absturz des Passagierflugzeugs über der Ukraine mit 295 Menschen an Bord wird sich auch der UN-Sicherheitsrat befassen. Die Briten haben eine Sondersitzung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen beantragt. Dem Vernehmen nach soll sich der Sicherheitsrat am Freitagnachmittag (Ortszeit, 21 Uhr deutscher Zeit) mit dem Thema befassen.

+++ 22:55 Vier Deutsche unter den Opfern +++
Bei dem Flugzeugabsturz über der Ukraine sind vier Deutsche ums Leben gekommen. Das sagte ein Sprecher des Amsterdamer Flughafens am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz. Unter den insgesamt 298 Insassen seien zudem 154 Niederländer und 27 Australier gewesen. Zuvor ware auch noch von 23 US-Amerikanern und vier Franzosen die Rede.

+++ 22:50 Luftraum wird gesperrt +++
Nach dem Absturz der Boeing 777 im Osten der Ukraine haben die Behörden des Landes den Luftraum in der Region gesperrt. Die ukrainische Vorgabe gelte bis auf Weiteres, erklärte die europäische Luftraumaufsicht Eurocontrol in Brüssel. Zuvor teilten bereits mehrere Fluggesellschaften mit, ab sofort den ukrainischen Luftraum zu meiden.

Quelle: n-tv.de

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