Politik
Blumen und Puppen liegen am Absturzort von Flug MH17 in der Ostukraine.
Blumen und Puppen liegen am Absturzort von Flug MH17 in der Ostukraine.(Foto: AP)

Liveticker zum Abschuss von MH17: +++ Die Ereignisse vom 21. Juli +++

+++ 22:20 n-tv.de beendet den Liveticker +++
Die Hintergründe des Absturzes von Flug MH17 von Malaysia Airlines sind nach wie vor unklar. Die Ukraine, Separatisten und Russland beschuldigen sich gegenseitig, den Absturz verursacht zu haben. Die sterblichen Überreste der Opfer befinden sich auf dem Weg nach Charkow, wo sie von internationalen Experten untersucht werden sollen. Auch die Absturzstelle soll für Experten zugänglich gemacht werden. Über die weitere Entwicklung werden Sie auf n-tv.de informiert. Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Liveticker, der zum Nachlesen online bleibt.

+++ 21:30 Sicherheitsrat verurteilt Abschuss von MH17 "aufs Schärfste" +++
Der UN-Sicherheitsrat verurteilt in einer Resolution den Abschuss der Passagiermaschine der Malaysia Airlines im umkämpften Osten der Ukraine "aufs Schärfste" und fordert einen freien Zugang zum Absturzort. In dem von Australien eingebrachten und einstimmig verabschiedeten Resolutionstext werden die prorussischen Separatisten aufgefordert, die "Integrität" der Absturzstelle zu bewahren und eine Feuerpause in der Region einzuhalten. Zudem fordern die 15 Mitglieder des UN-Gremiums, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Sie verlangen eine "umfassende, tiefgreifende und unabhängige Untersuchung" des Absturzes, bei der die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO eine "zentrale Rolle" spielen soll.

+++ 20:30 Helfer beenden Suche nach weiteren Opfern +++
Am Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs beenden die Rettungskräfte offiziell die Suche nach weiteren Opfern. Die Helfer hätten 282 Leichen sowie 87 Leichenteile der übrigen 16 Todesopfer gefunden, sagt Vizeregierungschef Wladimir Groisman in Kiew. Die einheimischen Teams würden damit die Arbeiten in der Nähe von Grabowo vier Tage nach dem Absturz einstellen. Die Fläche der Suche war zuletzt von 35 auf 50 Quadratkilometer erweitert worden. Rund 200 Helfer und etwa 800 Freiwillige aus der früheren Sowjetrepublik waren im Einsatz.

Im Moskauer Lagezentrum werden die Satellitenaufnahmen vorgestellt.
Im Moskauer Lagezentrum werden die Satellitenaufnahmen vorgestellt.(Foto: dpa)

+++ 19:25 Moskau veröffentlicht Satellitenbilder vom Absturztag +++
Russland veröffentlicht als erstes Land Satellitenaufnahmen und Zeichnungen vom Tag des Absturzes des Flugs MH17. Das Verteidigungsministerium stellt dazu Fotos sowie gezeichnete Karten ins Internet, um auch den Hergang des Todesfluges mit fast 300 Opfern zu veranschaulichen. Der Generalstab präsentiert die ersten Ermittlungsergebnisse zum Absturz vom vergangenen Donnerstag auf riesigen Wandprojektionen im Moskauer Lagezentrum. Auf den Satellitenbildern ist nach Angaben des Generalstabs auch die Stationierung von ukrainischen Flugabwehrsystemen des Typs "Buk" (Buche) im Separatistengebiet zu sehen. Moskau verlangt von Kiew eine Erklärung dafür, weshalb dort solche Waffen aufgestellt würden, obwohl die Aufständischen keine Flugzeuge hätten.

+++ 18:50 Blox Boxes von Flug MH17 werden Malaysia ausgehändigt +++
Die Black Boxes des in der Ostukraine abgestürzten Passagierflugzeugs sollen Malaysia ausgehändigt werden. Das kündigt der malaysische Regierungschef Najib Razak in Kuala Lumpur an. Er habe von dem selbsternannten Ministerpräsidenten der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region zudem die Zusicherung erhalten, dass internationalen Ermittlern ein "sicherer Zugang" zur Absturzstelle des malaysischen Flugzeugs garantiert werde.

+++ 18:20 Zug mit Leichen verlässt Bahnhof Tores +++
Der Zug mit den sterblichen Überresten der Absturzopfer von Flug MH17 verlässt den Bahnhof der ukrainischen Stadt Tores. In den Kühlwaggons sollen sich 282 Leichen und Dutzende Leichenteile befinden. Wohin der Zug fährt, war laut Augenzeugen unklar. Die ukrainische Regierung hatte jedoch mitgeteilt, dass die Leichen in die nicht von Separatisten kontrollierte Stadt Charkow und danach nach Amsterdam gebracht werden sollen.

+++ 18:10 Niederländisches Königspaar trauert mit Angehörigen +++
Das niederländische Königspaar trauert gemeinsam mit den Angehörigen der 193 holländischen Opfer der Flugzeugkatastrophe in der Ostukraine. "Ihre Trauer, ihre Ohnmacht und ihre Verzweiflung schneiden tief in unsere Seele", sagt der sichtlich erschütterte Willem-Alexander im niederländischen Fernsehen. Die Katastrophe habe "eine tiefe Wunde in die niederländische Gesellschaft geschlagen." Die Narbe werde lange Zeit sichtbar und fühlbar bleiben.

+++ 17:50 Obama nimmt Putin in die Pflicht +++
US-Präsident Barack Obama nimmt den russischen Staatschef Wladimir Putin bei der Aufklärung des wahrscheinlichen Abschusses eines malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine persönlich in die Pflicht. "Angesichts ihres direkten Einflusses auf die Separatisten haben Russland und Präsident Putin im Besonderen eine direkte Verantwortung, sie zu einer Zusammenarbeit mit der Untersuchung zu zwingen", sagt Obama. Er wirft den prorussischen Separatisten vor, die Ermittlungen der internationalen Experten an der Absturzstelle systematisch zu behindern. "Sie blockieren den vollen Zugang zu der Stelle. Sie haben in die Luft geschossen, als die Ermittler sich näherten", sagt er. Außerdem würden die Separatisten Leichen der Opfer fortschaffen. "Was genau versuchen sie zu verstecken?", fragt Obama.

+++ 17:20 Gabriel: Sanktionen verunsichern deutsche Wirtschaft +++
Die Sanktionen gegen Russland verunsichern nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die deutsche Wirtschaft. Die Unternehmen seien in der Folge mit Investitionen zurückhaltender, weil sich ihre Handelserwartungen anders entwickelten, so Gabriel. Allerdings sei die wirtschaftliche nicht die entscheidende Sichtweise, wenn es um Maßnahmen gegen Russland gehe. "Die Sorge um ökonomische Konsequenzen kann nicht die Grundlage für Entscheidungen sein", unterstreicht der Minister.

Mitglieder der OSZE-Mission untersuchen in Tores die Kühlwaggons mit den sterblichen Überresten der Absturzopfer.
Mitglieder der OSZE-Mission untersuchen in Tores die Kühlwaggons mit den sterblichen Überresten der Absturzopfer.(Foto: imago/ITAR-TASS)

+++ 16:50 Kiew: Leichen der Absturzopfer kommen nach Charkow +++
Die ukrainische Regierung kündigt an, dass die Leichen der Absturzopfer in die nicht von Separatisten kontrollierte Stadt Charkow gebracht werden. Demnach wurden inzwischen alle sterblichen Überreste von der Absturzstelle in Kühlwaggons geladen. Es soll sich um 282 Leichen handeln. Von Charkow aus sollen die Leichen nach Amsterdam gebracht werden, wo sie untersucht werden sollen.

+++ 16:30 Steinmeier will Druck auf Russland erhöhen +++
Vor dem EU-Außenministertreffen zur Ukraine-Krise dringt Außenminister Frank-Walter Steinmeier darauf, den Druck auf Russland "mit unseren Möglichkeiten" zu erhöhen. Zu einer weiteren Verschärfung der Sanktionen wollte er sich aber nicht konkret äußern. "Es muss gelingen, Russland davon zu überzeugen, sich von den separatistischen Bemühungen in der Ostukraine stärker zu distanzieren", sagt Steinmeier nach einem Treffen mit seinem ungarischen Amtskollegen Tibor Navracsics. Die Außenminister kommen am Dienstag in Brüssel zusammen, um über die Konsequenzen aus dem Flugzeugabsturz in der Ostukraine zu beraten.

+++ 15:44 Krise belastet Wall Street +++
Die US-Börsen starten mit Verlusten in die neue Woche. Investoren halten sich angesichts der an Schärfe gewinnenden Krisen in der Ukraine zurück.

+++ 15:28 Moskau: Ukrainischer Kampfjet war nahe Unglücksflug +++
Russland weist erneut jede Verwicklung in den Absturz der malaysischen Passagiermaschine zurück. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärt, Russland habe den Separatisten in der Ostukraine weder Luftabwehrraketen vom Typ SA-11 BUK noch irgendwelche anderen Waffen geliefert. Vielmehr habe sich ein ukrainisches Militärflugzeug der Passagiermaschine bis auf 3,5 Kilometer genähert. Das müsse die Regierung in Kiew erklären.

+++ 15:00 Bisher 282 Opfer sowie 87 Leichenteile gefunden +++
Bisher finden Helfer nach dem Absturz der malaysischen Boeing in der Ostukraine 282 Todesopfer und 87 Leichenteile. Wie die ukrainische Regierung in Kiew mitteilt, werden davon 251 Leichen und 66 Leichenteile in Eisenbahn-Kühlwaggons gelagert. Dies deckt sich mit Angaben der separatistischen "Volksrepublik Donezk", die die Absturzstelle kontrolliert. Insgesamt kamen bei dem Absturz 298 Menschen ums Leben.

+++ 14:40 Experten: Leichen fachgerecht gelagert +++
Ein Team von niederländischen Experten inspiziert erstmals die Kühlwaggons mit den sterblichen Überresten von rund 200 Opfern der abgestürzten malaysischen Passagiermaschine. Die drei Fachleute aus den Niederlanden sowie Beobachter der OSZE hätten Zugang zu den drei Waggons in der Ostukraine bekommen, teilt eine OSZE-Sprecherin mit. Nach Auffassung der Experten sind die Leichen fachgerecht gelagert. Allerdings gab es auch Berichte, nach denen die Kühlung des Zuges nicht funktioniere und sich in den Waggons ein starker Verwesungsgeruch breit mache.

+++ 14:15 Fußball-Oligarch droht abtrünnigen Spielern +++
Unter Androhung finanzieller Strafen fordert der Besitzer des Fußballklubs Schachtjor Donezk sechs Profispieler zur Rückkehr in die ostukrainische Krisenregion auf. "Falls sie nicht kommen, denke ich, werden sie zuerst leiden", warnt der Oligarch Rinat Achmetow die Profis. Er droht den Spielern mit Strafzahlungen in Höhe von Dutzenden Millionen Euro, falls sie ihre vertraglichen Pflichten verletzten.

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+++ 13:40 Briten wollen Sanktionen sofort umgesetzt sehen +++
Großbritannien will beim EU-Außenministertreffen am Dienstag darauf dringen, dass die vom Gipfel beschlossenen Sanktionen sofort in Kraft gesetzt werden. Auch werde Großbritannien dafür eintreten, Wirtschaftssanktionen gegen russische Branchen zu verhängen, sollte die Regierung in Moskau nicht für freien Zugang zur Flugzeug-Absturzstelle sorgen und sich weiter in der Ukraine einmischen, sagt der Sprecher von Premierminister David Cameron.

+++ 12:51 Berlin will keine UN-Blauhelme +++
Für die Bundesregierung ist ein UN-Blauhelmeinsatz in der Ostukraine derzeit kein Thema. Die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz verweist darauf, dass sich die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seit Monaten um eine Konfliktlösung bemühe - unter anderem mit Beobachtern vor Ort. "Das ist im Moment der Weg, den die Bundesregierung geht", sagt sie. Überlegungen über einen Militäreinsatz der Vereinten Nationen zur Friedenssicherung gebe es im UN-Sicherheitsrat derzeit nicht. Am Wochenende hatten einzelne Koalitionspolitiker eine Blauhelm-Mission ins Gespräch gebracht.

+++ 12:40 Malaysia Airlines zahlt Soforthilfe +++
Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines zahlt den Familien der Absturzopfer eine Soforthilfe von 5000 Dollar. Der Betrag werde nicht mit später fälligen Geldleistungen verrechnet, erklärt die Fluglinie. Außerdem würden die Klagemöglichkeiten der Betroffenen dadurch nicht geschmälert.

+++ 11:53 Alle Leichen sollen nach Amsterdam +++
Die Regierung in Kiew ist bereit, alle Leichen nach Amsterdam zu überstellen, um fachgerechte Autopsien zu ermöglichen. Von 272 gefundenen Leichen befinden sich inzwischen 251 in einem Kühlzug. Dieser wird noch immer von den Rebellen blockiert.

Östlich von Donezk: Der Absturzort liegt rund 40 Kilometer vor der russischen Grenze.
Östlich von Donezk: Der Absturzort liegt rund 40 Kilometer vor der russischen Grenze.

+++ 11:16 Jazenjuk will Niederlanden Ermittlungen überlassen +++
Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk bietet den Niederlanden an, die Führung bei den Ermittlungen um den Absturz von Flug MH17 zu übernehmen. Dies meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 10:59 Niederländisches Team an Wrack angekommen +++
Das Team von niederländischen Experten trifft an der Absturzstelle der Boeing ein. Die Gruppe sei am Bahnhof des Ortes Tores in der Ostukraine angekommen, teilt der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte einem Parlamentsausschuss in Den Haag mit. Dort steht ein Zug mit Kühlwagen, in dem sich die sterblichen Überreste von rund 200 Opfern befinden sollen. Die prorussischen Rebellen hatten die Abfahrt des Zuges blockiert. Die Niederländer sollen die Identifizierung der 298 Opfer der Katastrophe koordinieren.

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+++ 10:13 Schweres Artilleriefeuer in Donezk +++
Rings um den Bahnhof der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk schlagen mehrere Artilleriegeschosse ein. Das berichtet ein AFP-Reporter aus der von ukrainischen Regierungstruppen eingekesselten Großstadt, die gut 50 Kilometer vom Absturzort entfernt liegt. Die Straßen in der Gegend wurden von den prorussischen Separatisten abgesperrt, panische Zivilisten flüchten zu Fuß und in Minibussen aus der Kampfzone. "Leider gibt es Tote und Verletzte", sagt ein Behördensprecher. Auch rund um den stillgelegten internationalen Flughafen kommt es zu Schusswechseln. Im benachbarten Lugansk sterben bei erbitterten Kämpfen mindestens zwei Zivilisten. Hier seien auch mindestens 26 Häuser durch Granatwerfer beschädigt worden, teilt die Stadtverwaltung mit.

 

+++ 09:44 Putin fordert Rebellen zu Kooperation auf +++
Russlands Präsident Wladimir Putin fordert die prorussischen Separatisten in der Ostukraine dazu auf, internationalen Experten Zugang zu den Überresten der abgestürzten Passagiermaschine zu geben. "Alles muss getan werden, um die Sicherheit der internationalen Experten am Ort der Tragödie zu gewährleisten", sagt Putin im Fernsehen. Er trägt einen dunklen Anzug mit schwarzer Krawatte und wiederholt zugleich seine Vorwürfe gegen die ukrainische Regierung. Wenn diese die Waffenruhe nicht beendet und ihre militärische Offensive gegen die Separatisten nicht wiederaufgenommen hätte, wäre es auch nicht zu dem Absturz gekommen, so Putin. Putin spricht von einer Tragödie, die von keiner Seite politisch ausgeschlachtet werden dürfe. "Solche Ereignisse sollten die Menschen nicht spalten, sondern sie einen", fordert er.

+++ 09:26 Kämpfe zwischen Soldaten und Rebellen in Donezk +++
Ukrainische Soldaten versuchen anscheinend, in die von prorussischen Separatisten kontrollierte Stadt Donezk einzudringen. Ein Anführer der Separatisten sagte, es gebe Kämpfe in der Innenstadt in der Nähe eines Bahnhofs. Zuvor war eine laute Explosion zu hören. Verschiedene internationale Politiker, darunter Bundeskanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin, hatten die Konfliktparteien in der Ukraine zu einer Waffenruhe aufgefordert, bis die Ermittlungen um den Absturz von Flug MH17 abgeschlossen sind.

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+++ 08:53 Niederländische Experten in Donezk eingetroffen +++
Drei niederländische Experten treffen zur Identifizierung der Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine in der von Separatisten kontrollierten Stadt Donezk ein. Es sind die ersten ausländischen Spezialisten, die sich seit dem mutmaßlichen Abschuss des Flugzeuges am Ort des Geschehens aufhalten. Ein Sprecher der Separatisten sagt, sie würden den Niederländern helfen, den Absturzort zu besichtigen und die in Kühlwaggons gelagerten Leichen zu inspizieren. Die Rebellen würden auch den Rat der Experten hören, wohin die Toten gebracht werden sollten. Neben den Niederländern wird auch ein Expertenteam aus Malaysia in der Ostukraine erwartet. Derzeit sind schon Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in dem Gebiet. Sie waren die ersten Ausländer, die zeitweise Zugang zum Absturzort erhalten hatten.

+++ 08:04 Kühlzug mit Leichen kann nicht abfahren +++
Mindestens 251 Leichen und 86 Leichenteile sind inzwischen geborgen. Das meldete die ukrainische Regierung. Bei hochsommerlichen Temperaturen werden die sterblichen Überreste der MH17-Passagiere in Kühlzügen aufbewahrt. Ein zweiter ist jetzt eingetroffen, nachdem der erste mit 200 Leichen voll war. Die ukrainische Regierung verlangt den Abtransport der Toten in das von ihr kontrollierte Gebiet. Der Zug stehe aber noch immer in der Ortschaft Tores, weil "die Terroristen seine Abfahrt verhindern".

Wladimir Putin sagte dem Niederländischen Premier Mark Rutte "volle Kooperation" bei der Aufklärung des Absturzes zu.
Wladimir Putin sagte dem Niederländischen Premier Mark Rutte "volle Kooperation" bei der Aufklärung des Absturzes zu.(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 07:20 Niederländer übernehmen die Kontrolle vor Ort +++
Nach massiven Klagen über Behinderungen am Absturzort reisen heute niederländische Luftfahrt-Experten in das von Rebellen kontrollierte Gebiet bei Donezk. Die Niederlande werden ab sofort die internationale Identifizierung der Opfer in der Ostukraine koordinieren, gibt Ministerpräsident Rutte in Den Haag bekannt.

+++ 05:02 UN-Sicherheitsrat könnte über Resolution abstimmen +++
Der UN-Sicherheitsrat könnte noch heute über eine Resolution zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine abstimmen. Die australische UN-Mission setzte nach Angaben westlicher Diplomaten ihren Resolutionsentwurf "in Blau". Damit ist das Papier abstimmungsreif.

+++ 03:42 Emirates fordert Konsequenzen für zivile Luftfahrt +++
Die Fluggesellschaft Emirates fordert nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Boeing  über der Ostukraine Konsequenzen für die zivile Luftfahrt. Nach dem Absturz mit 298 Toten müsse neu definiert werden, wie die Airlines mit dem Überflug von Krisengebieten umgehen sollten, sagt Emirates-Präsident Tim Clark der Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 00:10 Cameron droht Putin weitere Sanktionen an +++
Großbritanniens Premierminister David Cameron konfrontiert Russlands Präsident Wladimir Putin mit der wachsenden Ungeduld des Westens nach dem Abschuss eines Passagierjets in der Ostukraine. In einem Telefongespräch am Sonntagabend habe Cameron deutlich gemacht, dass Putin seinen Kurs ändern und bei der Stabilisierung der Ostukraine mithelfen müsse, sagt eine Regierungssprecherin in London. Am wichtigsten sei jetzt, dass Experten ungehindert am Wrack der Boeing arbeiten könnten. Cameron habe damit gedroht, dass die Außenminister der EU-Staaten am Dienstag angesichts der russischen "Untätigkeit" schärfere Sanktionen beschließen könnten.

 

21. Juli 2014

 

+++ 23:11 Putin sichert Niederlande Unterstützung nach Boeing-Absturz zu +++
Der russische Präsident Wladimir Putin sichert den Niederlanden seine Unterstützung bei der Übergabe der sterblichen Überreste der Opfer des abgestürzten Flugzeuges sowie der Flugschreiber zu. Das sagt er dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte in einem Telefongespräch zu, teilt ein Regierungssprecher in Den Haag mit.

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+++ 21:20 Sicherheitsrat ringt um Resolution zu MH17 +++
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhandelt über eine Resolution zum Flugzeugabsturz in der Ostukraine. Westlichen Diplomaten zufolge hat Australien einen Entwurf vorgelegt, der von allen Beteiligten, insbesondere den prorussischen Rebellen, eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden fordert. Gleichzeitig soll das Papier jede Manipulation an der Absturzstelle verbieten. Eine rasche Abstimmung über die Resolution im Sicherheitsrat gilt allerdings als unwahrscheinlich. Russland hat dem Vernehmen nach einen Katalog mit Änderungsforderungen vorgelegt. Weil Moskau sein Veto einlegen kann, ist eine rasche Einigung auf ein starkes Votum unwahrscheinlich.

+++ 20:35 Niederländisches Königspaar trifft Opfer-Angehörige +++
Das niederländische Königspaar wird am Montag mit Angehörigen des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine zusammenkommen. Das teilt Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag mit. König Willem-Alexander und Königin Máxima würden an dem nicht-öffentlichen Treffen mit Angehörigen teilnehmen. Bei dem Absturz der Boeing starben 298 Menschen, darunter 193 Niederländer. Auch Mitglieder der Regierung würden persönlich mit den Familien sprechen. Bei dem Treffen sollen die Angehörigen über den Stand der Ermittlungen zum Absturz informiert und psychologisch beraten werden.

+++ 19:55 Merkel telefoniert mit Putin +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert Russlands Präsident Wladimir Putin zum wiederholten Mal eindringlich auf, Einfluss auf die Separatisten in der Ostukraine zu nehmen. Es müsse so schnell wie möglich ein direktes Treffen der Kontaktgruppe - bestehend aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der OSZE - mit den prorussischen Aufständischen zustande kommen, teilte die Bundesregierung nach einem Telefonat der beiden Politiker mit. Der Umgang der Aufständischen mit den Opfern des Flugzeugabsturzes sei "katastrophal". Nach Angaben des Kreml forderten Merkel und Putin, dass internationale Spezialisten ungehindert die Ursachen für die Katastrophe untersuchen können, bei der 298 Menschen ums Leben kamen.

+++ 19:00 Ex-Fußballprofi aus Niederlanden fordert Boykott der WM in Russland +++
Der ehemalige niederländische Nationalspieler John van 't Schip ruft nach dem Flugzeugsabsturz in der Ostukraine zum Boykott der Fußball-WM in Russland 2018 auf. "Ich rufe den [niederländischen Verband] KNVB, niederländische Regierung und Fifa zum Boykott der WM 2018 in Russland auf!", twitterte der heutige Trainer von Melbourne Heat in Australien. Westliche Staaten schließen eine Mitverantwortung Russlands für den Anschlag nicht aus. Von den 298 Opfern der Katastrophe waren 193 Niederländer und auch 27 Australier. Van 't Schip wurde 1988 mit dem Oranje-Team Europameister.

+++ 18:40 USA bereit für weitere Sanktionen gegen Russland +++
US-Außenminister John Kerry ruft die Europäer auf, dem Beispiel Washingtons zu folgen und ihre Sanktionen zu verschärfen. Es wäre enorm hilfreich, wenn einige europäische Länder, die bisher "ein wenig abgeneigt" seien, sich den USA anschlössen, sagte Kerry dem Sender CNN. In einem Interview des Senders ABC fügte Kerry hinzu, dass die USA "absolut darauf vorbereitet" seien, selbst "noch einen Schritt weiter" zu gehen und mehr Strafmaßnahmen zu verfügen, wenn dies nötig würde. "Das ist Augenblick der Wahrheit für Putin", sagte Kerry. Es sei an der Zeit, dass Russland "Teil der Lösung und nicht länger Teil des Problems" sei.

+++ 17:55 USA: Tonmitschnitt nach Abschuss ist authentisch +++

Das vom ukrainischen Geheimdienst veröffentlichte Protokoll eines abgehörten Gesprächs zum mutmaßlichen Abschuss von Flug MH17 ist nach US-Angaben echt. Experten hätten die Authentizität des Audiomitschnitts zwischen "uns bekannten Separatistenführern" bestätigt, teilt die US-Botschaft in Kiew mit. Die Aufzeichnung sei mit früheren Tondokumenten verglichen worden. Daraus ergebe sich, dass die Passagiermaschine mit 298 Insassen von einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 des Flugabwehrsystems Buk abgeschossen worden sein müsse, die vom Einflussgebiet der Rebellen aus abgefeuert wurde. In dem vom ukrainischen Geheimdienst SBU verbreiteten Mitschnitt sagt ein bloß "Major" genannter Mann, dass "die Jungs vom Kontrollposten Tschernuchin das Flugzeug abgeschossen haben" und dieses "in der Luft zerbrochen" sei. Sein als "Grek" identifizierter Gesprächspartner fragte zurück "Na und?", und bekam die Antwort: "Es war hundertprozentig ein ziviles Flugzeug!" Der Dialog scheint die These zu stützen, dass die Passagiermaschine für ein Militärflugzeug der ukrainischen Armee gehalten und versehentlich von den Rebellen abgeschossen wurde.

+++ 17:15 Poroschenko: Separatisten plündern Absturzstelle +++
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko informiert Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat über die Ermittlungen nach dem Absturz des malaysischen Flugzeugs MH17. Dabei wirft er den prorussischen Separatisten die Plünderung der Absturzstelle in der Ostukraine vor. "Der Diebstahl von Kreditkarten und anderer persönlicher Gegenstände - das, was die Terroristen mit den Körpern der Opfer machen - ist außerhalb des Rahmens der menschlichen Moral", sagt Poroschenko einer Mitteilung zufolge bei dem Gespräch. Der prowestliche Staatschef wirft Russland erneut vor, die Aufständischen mit schweren Waffen zu versorgen.

+++ 16:20 Donezker Fußballer wollen nicht in Ostukraine zurück +++
Sechs Profis des ukrainischen Fußball-Meisters Schachtjor Donezk verweigern offenbar nach einem Testspiel in Frankreich den Rückflug in die ostukrainische Krisenregion. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass handelt es sich unter anderem um die südamerikanischen Spieler Alex Teixeira, Fred, Douglas Costa und Dentinho (alle Brasilien) sowie Facundo Ferreyra (Argentinien). "Zu diesem Zeitpunkt möchte ich dazu keinen Kommentar abgeben", sagte Schachtjors Manager Sergej Palkin. Auch ein südamerikanischer Profi von Metalist Charkow quittierte zumindest vorläufig den Dienst. Nach Angaben des russischen Internet-Portals R-Sport entschied sich der Argentinier Sebastian Blanco nach dem Trainingslager des Klubs in Österreich dazu, nicht in die Ostukraine zurückzukehren.

+++ 15:30 Kerry: Abschuss-Technik kam aus Russland +++
Nach Einschätzung von US-Außenminister John Kerry wurde Flug MH17 von Malaysia Airlines mit einem Raketensystem abgeschossen, das den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine von Russland gestellt wurde. "Es ist ziemlich klar, dass dieses System von Russland in die Hände der Separatisten gelangte", sagt Kerry dem US-Nachrichtensender CNN.

+++ 14:45 Separatisten: Black Box gefunden +++
Die prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine finden nach eigenen Angaben am Absturzort von MH17 "Flugzeugteile", die "Black Boxes ähneln". Die gefundenen Teile könnten sie nicht selbst untersuchen, weil sie dafür keine Spezialisten hätten, sagt Rebellenführer Alexander Borodaj in Donezk. Ukrainischen Ermittlern brächten die Rebellen "kein Vertrauen" entgegen, das Material könne jedoch "internationalen" Ermittlern übergeben werden.

Video

+++14:30 Sterbliche Überreste der Opfer abtransportiert +++
Laut OSZE wurden die sterblichen Überreste zahlreicher Opfer des Flugzeugsabsturzes in der Ostukraine zunächst in die ostukrainische Stadt Tores gebracht. Drei Kühlwaggons stünden inzwischen auf dem örtlichen Bahnhof, sagt Michael Bociurkiw von der OSZE. Die Separatisten hätten von 167 Opfern in den Waggons gesprochen, diese Zahl habe aber nicht geprüft werden können. Die Waggons sollen demnach bis zum Eintreffen internationaler Experten in Tores bleiben.

+++ 13:45 Deutschland entsendet Experten +++
 Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU entsendet Experten in die Ukraine, die die Untersuchungen zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine im Osten des Landes von deutscher Seite begleiten sollen. Nach Angaben des Ministeriums brechen der Direktor der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Ulf Kramer, und ein weiterer Mitarbeiter der Behörde in die Ukraine auf. Jedem Staat, aus dem Opfer des Unglücks stammen, steht die Entsendung von Experten zu. Ihre Sicherheit soll durch die OSZE gewährleistet werden. Bei dem Absturz am Donnerstag kamen vier Deutsche ums Leben.

Bilderserie

+++ 13:40 Aids-Konferenz beginnt mit Schweigeminute +++
Mit einer Schweigeminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine beginnt im australischen Melbourne die 20. Welt-Aids-Konferenz. Tausende Delegierte erheben sich von ihren Plätzen, um der 298 Insassen des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 zu gedenken, die bei dem Absturz getötet wurden. Unter den Opfern waren auch mehrere Aids-Forscher wie der Niederländer Joep Lange, die auf dem Weg nach Melbourne waren.

Ukraine: Absturzort MH17StepMap

Quelle: n-tv.de

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