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Haben sich zum einjährigen Geburtstag schick gemacht: die Führung der prorussischen Separatisten um Alexander Sachartschenko.
Haben sich zum einjährigen Geburtstag schick gemacht: die Führung der prorussischen Separatisten um Alexander Sachartschenko.(Foto: imago/ITAR-TASS)
Mittwoch, 13. Mai 2015

Ein Jahr Volksrepublik Donezk: Die Separatisten und ihre rechten Freunde

Von Anastasia Magasowa, Donezk

Nicht nur in Moskau zelebrieren die Menschen den "Tag des Sieges". In Donezk feiern Tausende den ersten Geburtstag der selbst ernannten Volksrepublik. Unter den Gästen sind auch Politiker aus Europa.

Am Wochenende feierte Donezk den ersten Jahrestag der Gründung der selbsternannten Volksrepublik. Am 11. Mai 2014 war hier ein rechtswidriges Unabhängigkeitsreferendum durchgeführt worden. Ein Jahr später kamen etwa 10.000 auf den zentralen Platz der Hauptstadt der selbst ernannten Volksrepublik Donezk.

Großer Marsch zum Jahrestag der Aufstände in Donezk
Großer Marsch zum Jahrestag der Aufstände in Donezk

Bei den großen Feierlichkeiten am "Tag des Sieges" kehrte das Leben in das okkupierte und durch den ständigen Beschuss beschädigte Donezk zurück. Viele Menschen spazierten durch die Innenstadt und saßen in Cafés. Am Geburtstag der Republik veranstalteten die Separatistenführer eine Demonstration. An dem feierlichen Marsch nahmen Lehrer, Sportler, Berg- und Bauarbeiter, Angestellte und Studenten teil. Einige Medien berichten, die Betriebe hätten die Teilnahme von oben herab befohlen.

Doch die Bewohner der Volksrepublik blieben bei ihrer Feier nicht unter sich. Auch Gäste aus EU-Ländern wie Deutschland, Frankreich, und Griechenland besuchten die Stadt und das Forum "Donezk: Gestern, heute, morgen".

"Die Maidan-Revolution wurde im Voraus vorbereitet"

Unter ihnen war auch Jean-Luc Schaffhauser, der für die rechtsextremen und von Marine Le Pen angeführten Front National im Europäischen Parlaments sitzt. In seiner Rede auf dem Forum präsentiert er seine antiamerikanischen und antiukrainischen Ansichten: "Die Maidan-Revolution wurde im Voraus vorbereitet. Frau Nuland bestimmte die Mitglieder der neuen ukrainischen Regierung. Die USA wollen die dominieren und Europa teilen. Wir müssen uns gegen die vereinen, die Europa teilen wollen. Wir müssen auch darüber nachdenken, wie wir die wirtschaftliche Entwicklung der Volksrepublik unterstützen. Darüber sollte die Welt diskutieren. Doch die Regierung in Kiew will keine friedliche Zukunft. Deswegen müssen wir unsere Friedenskoalition gründen."

Ausländische Unterstützer um Jean-Luc Schaffhauser vom Front National (2.v.l.)
Ausländische Unterstützer um Jean-Luc Schaffhauser vom Front National (2.v.l.)(Foto: imago/ITAR-TASS)

Schaffhauser war schon im November im Donbass und half dort als Wahlbeobachter. Der Front National hatte im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht, weil er angeblich einen Kredit von neun Millionen Euro von einer russischen Bank erhalten hatte.

Die deutsche Delegation in Donezk wurde von Manuel Ochsenreiter angeführt, dem Chefredakteur des rechten Magazins "Zuerst!". Auch er war nicht zum ersten Mal in der Ostukraine. Laut Ochsenreiter versorgen die Bundesregierung und die Medien die Menschen in Deutschland mit Falschinformationen über die Lage im Donbass. Der Journalist ist davon überzeugt: Diese Position sei für die europäische Führung günstig, um den eigenen Ruf zu wahren.

Beziehungen mit Südossetien

Zum ersten Mal luden die Separatistenführer auch Vertreter Griechenlands ein. Die linksradikale Regierungspartei Syriza wurde von Evgenia Ouzounidou repräsentiert. "Das Problem ist, dass die Völker Europas nichts über die wirkliche Lage hier wissen. Leider unterstützen die USA die aggressive Position der Ukraine. Wir sind hier, um Frieden herzustellen, deswegen müssen wir auf unsere Regierungen Druck ausüben, damit die Minsker Vereinbarung implementiert wird. Wir wollen, dass sich alle europäischen Machthaber mit Russland vereinen, um auf diesem Gebiet Wohlstand zu schaffen", so die Abgeordnete des griechischen Parlaments.

Das Forum in Donezk soll ausländische Investoren für den Wiederaufbau der Region gewinnen. Das unterstich Alexander Sachartschenko, der Regierungschef der selbsterklärten "Volksrepublik Donezk" in seinem Grußwort: "Wir hoffen auf die baldige Entwicklung der Industrie und wirtschaftliches Wachstum. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Industrie bald wieder aufleben wird. Mit diesem Forum wollen wir unsere wirtschaftlichen Kontakte stärken, insbesondere eine Einigung über die Lieferung von Metall ins Ausland erzielen."

Die Regierung der Volksrepublik Donezk, die von Moskau unterstützt, aber nicht anerkannt wird, konnte bisher nur mit der international ebenfalls nicht anerkannten Republik Südossetien diplomatische Beziehungen herstellen. Das Banksystem funktioniert nach wie vor nicht ganz, in den Läden gibt es nur eine begrenze Auswahl von Lebensmitteln, die Sozialgelder werden nur ab April 2015 bezahlt.

Die Führung der Separatisten erklärte zuletzt ihre Bereitschaft, mit einem erweiterten Autonomiestatus wieder ein Teil der Ukraine zu werden. Vorausgesetzt die Minsker Vereinbarung werde voll implementiert.

Quelle: n-tv.de

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