Dienstag, 22. Januar 2002
Hintergrund: Die Unworte des Jahres
Seit 1991 stellen Sprachwissenschaftler abwertende und schönfärberische Begriffe als "Unworte" des Jahres bloß. Bereits sei 1977 wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache ein "Wort des Jahres". Im Folgenden eine Liste der "Unworte" mit ihrer jeweiligen Begründung.
1991: "Ausländerfrei" (fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda)
1992: "Ethnische Säuberung" (Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien)
1993: "Überfremdung" (Scheinargument gegen den Zuzug von Ausländern)
1994: "Peanuts" (Der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, geringschätzig über die offenen Handwerkerrechnungen in Höhe von rund 50 Mio. DM im Zusammenhang mit der Pleite des Bauunternehmers Jürgen Schneider)
1995: "Diätenanpassung" (Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag)
1996: "Rentnerschwemme" (falsches, angstauslösendes Naturbild für einen sozialpolitischen Sachverhalt)
1997: "Wohlstandsmüll" (Umschreibung arbeitsunwilliger und -unfähiger Menschen des früheren Verwaltungspräsidenten von Nestl, Helmut Maucher)
1998: "sozialverträgliches Frühableben" (zynisch wirkende Ironisierung des Ex-Präsidenten der Bundesärztekammer Karsten Vilmar)
1999: "Kollateralschaden" (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit, Nato-offizieller Terminus im Kosovo-Krieg)
2000: "National befreite Zone" (zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird)
2001: "Gotteskrieger" (Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen)
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