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Frankreichs Premier Manuel Valls ist sich sicher: Es wird neue schwere Anschläge des IS geben.
Frankreichs Premier Manuel Valls ist sich sicher: Es wird neue schwere Anschläge des IS geben.(Foto: REUTERS)

Alarmsignale bei Syrien-Konferenz: "Dieser Hyperterrorismus bleibt"

Bei den Syrien-Gesprächen warnt Frankreichs Premier Valls mit drastischen Worten vor weiteren "großen Anschlägen" in Europa - und spricht von einem neuen Krieg. Russlands Regierungschef Medwedew beschwört hingegen einen alten herauf.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat vor weiteren islamistischen Terrorattacken in der Art der Pariser Anschläge vom vergangenen November gewarnt. "Es wird weitere Angriffe geben, große Anschläge geben, so viel ist sicher", sagte Valls auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Valls sprach von einer "weltweiten Bedrohung". "Es handelt sich um eine neue Art von Krieg, die uns erklärt wurde." Und mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei keine Diplomatie möglich - deshalb müsse man den IS bis zu dessen Ausrottung bekämpfen. "Dazu braucht es einen langen Atem", betonte Valls. "Dieser Hyperterrorismus ist hier, um zu bleiben."

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Im Kampf gegen den IS-Terror hält der Premiere auch den Einsatz von Bodentruppen für möglich. "Die Bodenoffensive dieser lokalen Truppen - und auch gewisser arabischer Länder, sofern sie sich dazu entschließen - ist entscheidend, und sei es nur, um die zurückeroberten Stellungen zu halten", sagte Valls den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dennoch beabsichtige Frankreich nicht, Bodentruppen nach Syrien oder in den Irak zu entsenden. Zuletzt hatte Saudi-Arabien in Aussicht gestellt, Soldaten in die umkämpften Regionen zu schicken – allerdings nicht ohne eine Absprache mit der US-geführten Anti-IS-Koalition.

Die USA hatten sich allerdings immer wieder klar gegen eine Bodenoffensive ausgesprochen – und auch Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew warnte den Westen vor der Entsendung von Truppen in das Bürgerkriegsland. Eine Warnung, die er am Morgen bei der Syrien-Konferenz in München erneuerte. Moskau und Westeuropa seien in einen "neuen Kalten Krieg" hineingeraten, so Medwedew. "Die Beziehungen zwischen Europäischer Union und Russland sind verdorben." Statt Bodentruppen brauche man jetzt "Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der syrischen Opposition".

Russland will "konstruktive" Rolle spielen

Medwedew versprach, sein Land werde bei den Friedensverhandlungen "eine konstruktive Rolle" spielen. "Sie laufen schwierig", räumte er ein. "Aber es ist gibt keine Alternative für den gesamtnationalen und interkonfessionellen Dialog." Noch in der Nacht auf Samstag hatten russische Jets im Norden Syriens mindestens zwölf Angriffe geflogen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Getroffen worden seien Gebiete nahe der Stadt Asas sowie weitere Orte unweit der Grenze zur Türkei.

Valls kritisierte dieses Vorgehen scharf und forderte Russland auf, die angestrebte Feuerpause in Syrien ernstzunehmen. "Um zum Frieden zu gelangen, muss das Bombardieren der syrischen Bevölkerung durch Russland eingestellt werden", sagte Valls in München. Nicht gefallen dürften ihm auch neueste Medienberichte, nach denen Russland selbst bereits Truppen im Kriegsgebiet einsetzt. Videoaufnahmen, die vom Conflict Intelligence Team, einem Verbund russischer Internetaktivisten, veröffentlicht wurden, zeigen russische Soldaten im Kampfgebiet. Der Kreml hatte das stets abgestritten.

Quelle: n-tv.de

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