Orlando Zapata Tamayo starb während eines Hungerstreiks, mit dem er gegen die Haftbedingungen protestierte.
Freitag, 26. Februar 2010
Protest gegen Kubas Regierung: Dissidenten im Hungerstreik
Raúl Castro weist die Schuld am Tod des Häftlings von sich.
(Foto: dpa)
Nach dem Tod des politischen Gefangenen Orlando Zapata Tamayo haben fünf Dissidenten in ihren Gefängnissen aus Protest einen Hungerstreik begonnen. Das teilte die vom Staat unabhängige Kubanische Menschenrechtskommission (CCDHRN) in Havanna mit. Zapata war am Dienstag nach einem 83 Tage langen Hungerstreik gestorben. Nun haben zwei Oppositionelle, Eduardo Díaz Fleitas und Diosdado González Marrero, am Mittwoch die Aktion begonnen. Am Donnerstag traten dann auch Fidel Suárez Cruz und Nelson Molinet Espinoso in einen Hungerstreik.
Guillermo Farinas ist Ex-Häftling - und solidarisch mit anderen Dissidenten.
(Foto: dpa)
Alle vier seien Häftlinge im Gefängnis von Pinar del Rio im Westen Kubas. Ebenso wie der verstorbene Zapata Tamayo gehörten sie der Gruppe von 75 Oppositionellen an, die 2003 verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Von den 75 sitzen noch 52 in den kubanischen Gefängnissen. Es waren Strafen von bis zu 28 Jahren verhängt worden. Ein fünfter Oppositioneller, der ehemalige politische Häftling Guillermo Fariñas, begann einen Hungerstreik in seiner Wohnung. Die Dissidenten halten den Tod von Orlando Zapata Tamayo für einen Mord.
Die kubanische Führung betrachtet Oppositionelle und Andersdenkende als "Handlanger und Spione" der USA. Der Tod Zapatas hatte weltweit den Ruf nach einer Freilassung der rund 200 politischen Gefangenen laut werden lassen. Zapata war nach Angaben aus der Opposition während seiner Haft misshandelt worden. Präsident Raúl Castro wies allerdings eine Schuld des Staates an dem Tod des Dissidenten zurück.
dpa
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