Politik
FDP-Generalsekretär Patrick Döring.
FDP-Generalsekretär Patrick Döring.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 18. August 2013

Vorgeschmack auf Koalitionspoker: Döring warnt Merkel

Dass Kanzlerin Merkel eine Große Koalition mit der SPD nicht ausschließt, ärgert die FDP. Deren Generalsekretär Döring hat nun in einem Interview den Parteichef der Sozialdemokraten stark geredet: Gabriel könne den Preis für eine große Koalition "hochtreiben".

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Äußerungen Angela Merkels zu einer möglichen großen Koalition nach der Bundestagswahl haben den Koalitionspartner FDP auf den Plan gerufen. FDP-Generalsekretär Patrick Döring warb in der "Bild am Sonntag" für das bisherige Regierungsbündnis: "Alle Spekulationen über eine große Koalition in der Union zeigen eins: Wer die Fortsetzung von Schwarz-Gelb will, muss FDP wählen."

Die Bundeskanzlerin müsse bedenken, dass nicht sie, sondern SPD-Chef Sigmar Gabriel alle Trümpfe in der Hand habe, wenn es für Schwarz-Gelb nicht reiche. "Gabriel kann den Preis für eine große Koalition hochtreiben, denn er hat immer auch die Option Rot-Rot-Grün. Und das ist die erste Wahl der SPD", sagte Döring.

Die SPD hat hingegen eine stets eine Koalition mit der Linkspartei ausgeschlossen. Auch eine Duldung solle es nicht geben, hat Parteichef Gabriel immer wieder betont. Laut jüngster Umfragen liegt das rot-rot-grüne Lager knapp hinter Schwarz-Gelb.

Merkel hatte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt: "Eine große Koalition strebt nun wirklich niemand an." Allerdings habe sie "einmal eine große Koalition geführt, so dass ich völlig unglaubwürdig wäre, wenn ich sie ausschlösse".

Steinbrück bleibt bei Absage an Merkel

Merkel wehrte sich zugleich gegen Mutmaßungen, sie könne nach einer Wiederwahl ihre Kanzlerschaft vorzeitig beenden. "Ich trete für die gesamte Legislaturperiode an", sagte sie. Alle ihre Gedanken drehten sich darum, wie sie die nächsten vier Jahre politisch gestalten könne. Auf die Frage, ob sie warten wolle, bis sie als Kanzlerin abgewählt werde, entgegnete die Kanzlerin, dass sie im Moment daran arbeite, "dass ich meine Kanzlerschaft und die Arbeit der christlich-liberalen Koalition nach einer Wiederwahl fortsetzen kann".

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verteidigte indes seine Ablehnung einer Koalition mit der Union. "Der weit überwiegende Teil der Mitglieder und der Mandatsträger will schlicht und ergreifend keine Wiederauflage", sagte er der "Hamburger Morgenpost". Die Entscheidung entspreche "der Stimmungslage in der SPD". "Wir haben zwischen 2005 bis 2009 unsere Erfahrungen gemacht", sagte Steinbrück.

Quelle: n-tv.de

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