Politik
Am 9. Mai soll die Tour der Rocker in Berlin enden.
Am 9. Mai soll die Tour der Rocker in Berlin enden.(Foto: picture alliance / dpa)

Biker besuchen KZ Dachau: Drei "Nachtwölfe" scheitern an Einreise

Sympathisanten des kremlnahen Motorclubs "Nachtwölfe" haben unter Beobachtung von Sicherheitsbehörden die KZ-Gedenkstätte Dachau besucht. Drei Mitglieder des Rockerclubs haben es dagegen nicht ins Land geschafft.

Sympathisanten des kremlnahen russischen Rockerclubs "Nachtwölfe" haben die KZ-Gedenkstätte Dachau besucht. Vier Männer fuhren mit Motorrädern vor und schwenkten Fahnen in den russischen Nationalfarben weiß, blau und rot. Ein Priester der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche der Gedenkstätte sagte, die Christen hätten Kerzen angezündet und gebetet. Anschließend besichtigten die Männer das Krematorium des vor 70 Jahren von US-Truppen befreiten Konzentrationslagers und legten Blumen am Mahnmal nieder.

Andernorts wurde Mitgliedern der Gruppe die Einreise nach Deutschland verwehrt. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass drei führenden Mitgliedern der "Nachtwölfe" am Flughafen Berlin-Schönefeld die Einreise verweigert worden sei. Bei den am Sonntag nach Bayern eingereisten Bikern handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei um Sympathisanten und Familienangehörige der "Nachtwölfe", also nicht um Mitglieder. Alle zehn Personen hielten sich legal im Land auf, sagte ein Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam. Sie wurden an der Autobahn Salzburg-München (A8) und am Münchner Flughafen kontrolliert.

Die Bundesregierung steht der sogenannten "Siegestour" des Motorradclubs zum 70. Jahrestag des Kriegsendes in Deutschland zwar skeptisch gegenüber, plant aber keine Maßnahmen dagegen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Grundsätzlich wird die Bundesregierung nicht verhindern, wenn Menschen 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs dieses Anlasses gedenken wollen."

Tour endet am 9. Mai in Berlin

In Lübeck-Travemünde nahm die Bundespolizei einen "Nachtwolf" in Gewahrsam. Der Mann sei am Sonntagabend mit einer Fähre aus Helsinki gekommen, sagte ein Sprecher. Die Überprüfung der Reiseunterlagen dauere an. Der Alleinreisende "Nachtwolf" habe möglicherweise falsche Gründe für seine Visa-Erteilung angegeben. Die "Nachtwölfe" selbst schreiben in ihrem Blog, dass der Mann ausgewiesen werden soll.

Die Tour der kremlnahen Rocker war am 25. April in Moskau gestartet und soll an diesem Samstag in Berlin enden. Russland begeht dann den Tag des Sieges über Hitlerdeutschland. Die "Nachtwölfe", deren Präsident Alexander Saldostanow mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet ist, unterstützen Positionen prorussischer Kräfte in der Ukraine. Saldostanow wies Vorwürfe zurück, die Biker wollten mit ihrer "Siegestour" provozieren. "Eine Provokation ist es, uns das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg zu verwehren", sagte er.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen