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Die Anflüge erfolgen grundsätzlich im Schutze der Dämmerung.
Die Anflüge erfolgen grundsätzlich im Schutze der Dämmerung.(Foto: picture alliance / dpa)

Bereits 15 Flüge registriert: Drohne kreist über französischem AKW

Flüge unbekannter Drohnen über französischen AKW versetzen die Behörden in Alarmbereitschaft. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um die Flugkörper zu identifizieren, heißt es lediglich. Der jüngste "Angriff" gilt dem AKW Creys-Malville nahe Lyon.

In Frankreich ist erneut ein Atomkraftwerk von einer Drohne unbekannter Herkunft überflogen worden. Die Atomanlage von Creys-Malville in der Nähe von Lyon sei am Montagabend zum zweiten Mal binnen weniger Wochen von einer Drohne überflogen worden, hieß es aus mit den Fällen befassten Kreisen. Damit wurden seit Anfang Oktober insgesamt rund 15 Drohnen-Flüge über verschiedenen französischen Atomkraftwerken gezählt.

Die Behörden tappen weiterhin im Dunkeln, wer hinter den Drohnen-Überflügen stecken könnte. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um die Flugkörper zu identifizieren und zu neutralisieren, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Details nannte er nicht. Laut EDF wurden allein zwischen dem 5. und dem 20. Oktober sieben Drohnen-Flüge beobachtet - immer am späten Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen. EDF erstattet nach eigenen Angaben bei jedem Überflug eine Strafanzeige.

AKW dürfen in Frankreich nur in einer Höhe von mindestens 1000 Meter überflogen werden. Zudem müssen Flugzeuge zu Atommeilern einen Abstand von mindestens fünf Kilometern einhalten. Betroffen waren von den Drohnenflügen laut EDF die Anlagen in Creys-Malville und Bugey im Südosten, Blayais in Südwesten, Cattenom and Chooz im Nordosten, Gravelines im Norden und Nogent-sur-Seine in der Nähe von Paris.

Die für spektakuläre Protestaktionen bekannte Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, sie habe nichts mit den Flügen zu tun. "Was geschieht, ist sehr besorgniserregend", sagte ein Sprecher. Frankreich ist das Land, das weltweit am abhängigsten von Atomkraft ist. EDF betreibt 58 Reaktoren an 19 Standorten.

Quelle: n-tv.de

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