Donnerstag, 17. September 2009
Fataler Fehler im Jemen: Dutzende Flüchtlinge getötet
Bei Luftangriffen in einer von Rebellen kontrollierten Region im Nordwesten des Jemen sind nach Angaben von Stammesführern Dutzende Zivilisten getötet worden. 86 Menschen, die vor Kämpfen zwischen den schiitischen Rebellen und der Armee geflohen waren, seien bei den Angriffen getötet worden, sagte ein lokaler Behördensprecher. Die meisten Opfer der Attacke in der Provinz Amran seien Frauen und Kinder. Die Soldaten hätten die Zivilisten wahrscheinlich fälschlicherweise für Rebellen gehalten. Die Opfer seien am Donnerstag in einem Massengrab beigesetzt worden. Vertreter von Hilfsorganisationen versuchten derweil, zu den Verletzten zu gelangen.
Darstellung dementiert
Die Regierung in Sanaa wies diese Darstellung zurück. Ein Militärsprecher sagte der staatlichen Nachrichtenagentur SABA, die Angriffe in vier Ortschaften hätten sich gegen "Versammlungen von aufständischen Terroristen" gerichtet. "Zahlreiche Aufständische sind getötet oder verletzt worden", fügte er hinzu. Die Luftwaffe habe Fahrzeuge zerstört, die mit Waffen und Munition beladen waren. In der Gegend hätten sich keine Flüchtlinge aufgehalten. Dennoch warf das Verteidigungsministerium den Rebellen vor, Zivilisten daran zu hindern, in sichere Gebiete zu gelangen: "Die Terroristen benutzen unschuldige Zivilisten als menschliche Schutzschilde."
Die Regierungstruppen hatten am 11. August ihre inzwischen sechste Offensive gegen die Rebellen begonnen, die Teile der Provinz Saada und einige Gebiete in Amran kontrollieren.
dpa/AFP
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