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Polizisten sichern die Straße in Bagdad, wo eine Autobombe explodierte.
Polizisten sichern die Straße in Bagdad, wo eine Autobombe explodierte.(Foto: REUTERS)

IS-Miliz bekennt sich zu Blutbad: Dutzende Iraker sterben bei Anschlagsserie

Der erste Anschlag im Geschäftsviertel von Bagdad richtet sich vor allem gegen Schiiten: Terroristen zünden erst eine Autobombe, stürmen dann ein Einkaufszentrum und nehmen Geiseln. Wenig später wird ein Café in Mukdadija zur Todesfalle.

Bei einer Explosion und anschließenden Gefechten in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind acht Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Das teilte das Innenministerium mit. In einer von Anhängern online verbreiteten Erklärung der radikal-islamischen IS-Miliz war zuvor von 18 Toten die Rede gewesen. Sie bekannten sich demnach zu der Tat. Die vier Angreifer hatten zwischenzeitlich 40 Geiseln in einem Einkaufszentrum genommen, bevor sie gestoppt werden konnten. Die Situation sei nun aber unter Kontrolle, hieß es vonseiten der Behörden.

Laut der Nachrichtenseite Alsumaria war im Geschäftsviertel al-Dschadida im Osten der Hauptstadt zunächst eine Autobombe explodiert. Danach hatten die Terroristen das nahe gelegene Einkaufszentrum gestürmt, wild um sich geschossen und etliche Geiseln genommen. Die Männer seien Augenzeugen zufolge auch mit Sprengstoffgürteln bewaffnet gewesen, hieß es aus Polizeikreisen.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Einkaufszentrum um ein vier- oder fünfstöckiges Gebäude. In dem Stadtteil leben mehrheitlich Schiiten. Nach Angaben des Innenministeriums kontrollierten die Angreifer das gesamte Einkaufszentrum, sie hätten auch Männer auf dem Dach postiert.

Attentäter zündet Bombe in Spielcasino

Derweil sind im Osten des Iraks bei zwei weiteren Bombenanschlägen nach Informationen aus Sicherheitskreisen mindestens 23 Menschen getötet worden. 44 Personen seien bei den Attentaten in der Stadt Mukdadija verletzt worden. Wie es hieß, sprengte sich zunächst ein Selbstmordattentäter in einem Café in die Luft. Als sich dort anschließend Sanitäter und Zivilisten versammelt hätten, sei ein vor dem Haus geparktes und mit Sprengstoff bestücktes Auto explodiert. Mukdadija liegt rund 80 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad.

Zu früheren Anschlägen in Bagdad und anderen Städten im Irak hatte sich regelmäßig die sunnitische IS-Terrormiliz bekannt, die große Teile im Norden und Westen des Landes kontrolliert. Sie versucht auf diese Weise, die Spannungen zwischen den Strömungen des Islam anzuheizen.

Quelle: n-tv.de

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