Politik

IS bekennt sich zu Tat in Damaskus: Dutzende Menschen bei Anschlag ermordet

In einem Viertel von Damaskus, in dem ein wichtiges schiitisches Heiligtum steht, verüben Terroristen einen Anschlag. Dutzende Menschen sterben. Der Islamische Staat bekennt sich zu dem Angriff. Es ist nicht der erste an diesem Ort.

Bei einem Doppelanschlag im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mindestens 63 Menschen getötet worden. Das berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Demnach brachte zunächst ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto an einem Kontrollpunkt im Schiitenbezirk Sajeda Sainab zur Explosion. In der sich danach ansammelnden Menschenmenge habe sich anschließend ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Sana waren es zwei Attentäter. Etwa 110 Menschen seien verletzt worden, teilte das syrische Innenministerium mit.

In einer zunächst nicht verifizierbaren Botschaft im Internet bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu der Tat. Darin wurden weitere Anschläge gegen Schiiten angekündigt. Auch für ähnliche Attentate in der Vergangenheit hatte der IS die Verantwortung übernommen. Die Beobachtungsstelle berichtete ebenfalls, der Angriff sei von zwei IS-Mitgliedern ausgeführt worden.

Nicht das erste Mal Ziel von Anschlägen

Im Stadtteil Sajeda Seinab befindet sich der Schrein der Tochter des Mohammed-Cousins Ali ibn Abi Taleb, den die Schiiten als rechtmäßigen Nachfolger des Propheten erachten. Das Heiligtum ist eine Pilgerstätte für Schiiten aus aller Welt. Der Nachfolge-Streit ist der Grund für die Spaltung des Islam in Schiiten und Sunniten.

Das Heiligtum war bereits im vergangenen Februar Ziel eines Anschlags, als zwei Selbstmordattentäter sich in die Luft sprengten und vier Menschen mit in den Tod rissen. Im gleichen Monat starben bei einem Anschlag auf einen Pilgerbus auf dem Weg nach Sajeda Seinab neun Menschen. Zu der Tat bekannte sich die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front.

Der Beobachtungsstelle zufolge sind unter den Opfern 25 Kämpfer einer regimetreuen Miliz sowie Zivilisten. Dutzende weitere Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden. In dem blutigen Bürgerkrieg in Syrien starben in den vergangenen fünf Jahren UN-Angaben zufolge mehr als 250.000 Menschen. Bei den in diesen Tagen in Genf stattfindenden Friedensverhandlungen für das Bürgerkriegsland soll die Basis für eine Beruhigung des Konflikts geschaffen werden.

Quelle: n-tv.de

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