Politik

Kandidatenrekord vor Wahl: Dutzende wollen Tunesien regieren

Grundsätzlich ist es eine gute Sache, wollen viele Menschen an einer Wahl partizipieren. Im Falle der Präsidentschaftswahlen in Tunesien ist die Beteiligung schon überdurchschnittlich hoch, bevor es überhaupt zur Urne geht: Es häufen sich nämlich die Kandidaten.

Tunesien soll eine Demokratie werden. 70 Männer wollen an deren Spitze stehen.
Tunesien soll eine Demokratie werden. 70 Männer wollen an deren Spitze stehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Über 70 Kandidaten haben sich für die erste freie Präsidentenwahl in Tunesien beworben. Die hohe Bewerberzahl sei ein internationaler Rekord, teilte ein Sprecher der Wahlkommission mit.

Allerdings sei noch nicht sicher, ob jeder Kandidat auch ausreichend qualifiziert sei. Allein über 40 Bewerber hätten sich noch kurz vor Ende der Registrierungsfrist bei der Wahlkommission in Tunis angemeldet.

Erstmals wieder freie Wahlen

Die Präsidentenwahl am 23. November soll die erste freie Wahl eines Staatsoberhauptes seit dem Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali im Jahre 2011 werden. Gemeinsam mit der im Oktober stattfindenden Parlamentswahl soll sie den Übergang Tunesiens zur Demokratie vollenden.

Zur Wahl will unter anderem der Interimspräsident Moncef Marzouki antreten. Der säkulare Politiker war 2011 von der Verfassungsgebenden Versammlung gewählt worden. Zu seinen Herausforderern zählen der Präsident der Verfassungsgebenden Versammlung Mustafa Ben Jaafar und Ex-Regierungschef Beji Caid Essebsi. Auch drei frühere Minister der Regierung Ben Alis haben sich beworben. Die islamistische Ennahda-Partei wollte keinen Kandidaten aufstellen.

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Quelle: n-tv.de

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