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Die Opposition im Bundestag hatte sich gegen die neuen Möglichkeiten der Soldaten vor Somalia gewandt.
Die Opposition im Bundestag hatte sich gegen die neuen Möglichkeiten der Soldaten vor Somalia gewandt.(Foto: picture alliance / dpa)

Ziele auf Festland Somalias im Visier: EU-Mission nutzt neue Rechte

Seit Kurzem darf die Anti-Piratenmission der EU auch Ziele auf dem somalischen Festland beschießen, nun machen die Truppen erstmals von ihren neuen Möglichkeiten Gebrauch. Dabei kommt laut offizieller Mitteilung niemand zu Schaden. Der Angriff habe Materiallagern der Piraten gegolten.

Im Rahmen der EU-Antipiraten-Mission Atalanta sind erstmals seit der umstrittenen Mandatsausweitung Ziele an der somalischen Küste beschossen worden. "EU-Kräfte führten eine Operation aus, um Ausrüstung der Piraten an der somalischen Küste zu zerstören", teilte die Atalanta-Mission mit.

"Die gezielte, präzise und angemessene Aktion wurde aus der Luft ausgeführt und alle Kräfte kehrten nach Einsatzende sicher zu den EU-Kriegsschiffen zurück", hieß es weiter. Nach bisherigen Erkenntnissen seien durch den Angriff auch keine Somalier zu Schaden gekommen.

Der Einsatz fand den Angaben zufolge "mit voller Unterstützung" der somalischen Übergangsregierung statt. "Zu keinem Zeitpunkt" hätten Soldaten des EU-Einsatzes somalischen Boden betreten, hob die Atalanta-Mission in der Mitteilung hervor. Angriffe aus der Luft auf Ziele wie Boote und Treibstofftanks an der somalischen Küste sind der Atalanta-Mission erst seit einer kürzlichen Mandatsänderung erlaubt.

In Deutschland ist diese Mandatsausweitung umstritten. Bei der Abstimmung im Bundestag setzten Union und FDP dies gegen den Willen der Opposition durch. Damit wurde erstmals ein Auslandseinsatz deutscher Soldaten im Bundestag nicht mit der breiten Unterstützung durch fast alle Parteien beschlossen.

Quelle: n-tv.de

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