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Textilimporte aus Nordkorea werden ab sofort mit einem Embargo belegt. Das modische Repertoire hält sich aber ohnehin in Grenzen.
Textilimporte aus Nordkorea werden ab sofort mit einem Embargo belegt. Das modische Repertoire hält sich aber ohnehin in Grenzen.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 10. Oktober 2017

Import von Textilien verboten: EU erlässt neue Sanktionen gegen Nordkorea

Neue Strafen für Kim Jong Un: Die EU belegt Nordkorea mit weiteren Sanktionen. Sie betreffen den Warenverkehr, aber auch Überweisungen von im Ausland lebenden Nordkoreanern.

Im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm hat die Europäische Union ihre Sanktionen gegen das abgeschottete asiatische Land ausgeweitet. Vertreter der 28 Mitgliedstaaten einigten sich laut einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung auf eine Reihe weiterer Strafmaßnahmen, die beim Treffen der EU-Außenminister Anfang kommender Woche offiziell beschlossen werden sollen.

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Demnach werden Textilimporte aus Nordkorea mit einem Embargo belegt und der Verkauf von Öl und Produkten der Ölindustrie an das Land begrenzt. Der Verkauf von Flüssiggas an Nordkorea ist künftig untersagt. Die Mitgliedstaaten verpflichten sich darüber hinaus, Nordkoreanern keine neue Arbeitserlaubnis auszustellen, da der Verdacht bestehe, dass deren Einkünfte dem "illegalen Atom- und Raketenprogramm" zugute kommen.

Im September hatten die Mitgliedstaaten unter anderem bereits entschieden, Einreise- und Vermögenssperren gegen nordkoreanische Vertreter zu verhängen. Zudem sollen Geldüberweisungen in der EU tätiger nordkoreanischer Arbeiter in ihre Heimat von derzeit 15.000 auf 5000 Euro reduziert werden.

Raketen sollen US-Territorium erreichen

Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Zudem hatte Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen getestet. In zwei Fällen feuerte Pjöngjang Raketen über Japan hinweg in den Pazifik.

Nordkorea besitzt nach Angaben eines russischen Parlamentariers derzeit ballistische Raketen mit einer Reichweite von 3000 Kilometern. Nach deren Modernisierung werde Nordkorea in der Lage sein, damit US-Territorium zu erreichen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Abgeordneten Anton Morosow, der Mitglied des auswärtigen Ausschusses der Duma ist und vom 2. bis 6. Oktober in Nordkorea war. Die dortige Regierung wolle die Reichweite ihrer ballistischen Raketen auf 9000 Kilometer ausdehnen, sagte Morosow laut Interfax nach Gesprächen mit der nordkoreanischen Führung. Ein Termin für das Erreichen dieses Ziel sei aber nicht genannt worden.

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Quelle: n-tv.de

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