Genreis soll draußen bleibenEU verschärft Kontrollen
Die 25 EU-Staaten haben sich darauf verständigt, ihre Kontrollen gegen die Einfuhr von gentechnisch verändertem Langkornreis aus den USA zu verschärfen.
Die 25 EU-Staaten verschärfen ihre Kontrollen gegen die Einfuhr von gentechnisch verändertem Langkornreis aus den USA. Sämtliche Lieferungen müssten künftig bei ihrer Ankunft in Europa systematisch untersucht werden, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel.
"Wir sind zuversichtlich, dass diese Tests nun das Risiko der Einfuhr von nicht zugelassenem Reis aus den USA verringern", so Kommissionssprecher Philip Tod. Die Europäische Union wolle sich nicht mehr auf die Tests in den USA verlassen. Im September hätten die niederländischen Behörden den verbotenen Reis LL601 in einer Ladung aus den USA entdeckt, obwohl die Exporteure sie als gentechnikfrei deklariert hatten.
Von fünf Proben der Lieferung wiesen zwei bei der niederländischen Gegenkontrolle die gentechnisch veränderte Reissorte auf. Diese Teile der Ladung seien beschlagnahmt worden, erklärte Kommissionssprecher Tod. Der jeweilige Mitgliedstaat entscheide, ob solcher Reis vernichtet oder zurückgeschickt werde. Er komme jedenfalls nicht in die Lebensmittelkette.
LL601, LL62, BT63
Anfang Oktober hatte die EU den USA vorgeschlagen, gemeinsame Kontrollvorschriften zu erlassen, die eine große Genauigkeit bei der Suche nach LL601 sichergestellt hätten. Weil die Amerikaner sich weigerten, entschieden die Fachleute aus allen EU-Staaten auf Vorschlag der Kommission, europäische Tests für alle Importe von Langkornreis aus den USA verbindlich vorzuschreiben. Die Kosten von rund 500 Euro pro Einzelladung müssen die Exporteure tragen.
Die Reissorte LL601 ist nicht zugelassen, wurde aber wiederholt in Lieferungen aus Amerika entdeckt. Die Tests sollen laut Expertenbeschluss auch berücksichtigen, dass die französischen Behörden in einer Lieferung aus den USA jüngst einen weiteren verbotenen Gen-Reis, LL62, entdeckt haben. Beide Reislinien sind gentechnisch so verändert, dass sie dem Pflanzenvernichtungsmittel Liberty Link widerstehen können. Sie sind nicht für den Handel zugelassen, Hinweise auf Gesundheitsgefahren gibt es nach Behördenangaben jedoch nicht.
Für die Suche nach gentechnisch verändertem Reis aus China, den Greenpeace entdeckt haben will, hat die EU noch kein anerkanntes Testverfahren. Dabei geht es nach Angaben Tods um eine andere Sorte, BT63, die in der EU ebensowenig zugelassen ist wie der Gen-Reis aus den USA. Das EU-Forschungszentrum arbeite derzeit daran, die Testmethoden deutscher und österreichischer Labors zu bestätigen.