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Eine nordkoreanische Langstreckenrakete beim Start - dass Pjöngjang in der Lage sein könnte, diese mit Atomsprengköpfen zu bestücken, ist der Albtraum der westlichen Welt.
Eine nordkoreanische Langstreckenrakete beim Start - dass Pjöngjang in der Lage sein könnte, diese mit Atomsprengköpfen zu bestücken, ist der Albtraum der westlichen Welt.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Atomtest in Nordkorea: EU will Sanktionen verschärfen

Nordkorea feiert seinen Atomtest und löst damit international Aufruhr aus. Die EU kündigt an, ihre Sanktionen gegen den "Schurkenstaat" zu verschärfen. US-Experten berichten vom Ausbau eines Raketenstartplatzes, während der scheidende südkoreanische Präsident seine Landsleute im Norden zu einem Aufstand ermuntert.

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Die EU-Staaten wollen nach dem Atomtest Nordkoreas die seit 2006 geltenden Sanktionen gegen das kommunistische Land verschärfen. Die politischen und wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen Nordkorea sollten beim Treffen der EU-Außenminister an diesem Montag in Brüssel erheblich ausgeweitet werden, sagten EU-Diplomaten.

Im Finanzsektor etwa sollten Anleihekäufe, Kredite oder der Edelmetallhandel verboten werden. Auch werde die Liste der Güter ausgeweitet, die zu Entwicklung und Bau von Atomraketen genutzt werden können. Zudem ist ein Einreiseverbot in die EU gegen weitere Personen geplant, wobei die genaue Liste dazu in den kommenden Wochen erstellt werden soll.

US-Experten gehen davon aus, dass Nordkorea die Modernisierung seines alten Raketenstartplatzes im Nordosten des Landes ungebremst vorantreibt. Das Korea-Institut an der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vermutet, dass in Tonghae ab 2016 drei- bis viermal so große Raketen starten könnten wie bei dem Start einer Weltraumrakete im Dezember. Satellitenbilder hätten gezeigt, dass dort "seit Ende Oktober 2012 wichtige Fortschritte erzielt worden sind", heißt es auf der Website des Instituts, "38 North".

Südkoreas Präsident glaubt nicht an Dialog mit Pjöngjang

Die Bilder vom Bau einer neuen Startrampe hätten zudem Anzeichen ergeben, dass Pjöngjang für sein Raketenprogramm Hilfe vom Iran erhalte. Die Website ist auf Analysen von Vorgängen in dem weithin abgeschotteten kommunistischen Land spezialisiert.

Der scheidende südkoreanische Präsident Lee Myung Bak rechnet nicht mit einer Abkehr Nordkoreas von seinem Atomprogramm ohne einen Führungswechsel in Pjöngjang. "Es ist unmöglich, Nordkorea durch Dialog und Verhandlungen von der Aufgabe seiner Atomwaffenpläne zu überzeugen", sagte Lee in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Aussichten darauf gebe es nicht, "bis das Regime wechselt oder stürzt". Lee rief die Weltgemeinschaft dazu auf, das nordkoreanische Volk zum Aufstand zu ermuntern.

Nordkorea hatte einen dritten unterirdischen Nuklearwaffentest unternommen. Da das isolierte Land die "Verwendung einer kleineren und leichteren Atombombe, aber mit großer Sprengkraft" vermeldet hatte, nahmen die Befürchtungen zu, dass Pjöngjang die Produktion von Sprengköpfen vorbereitet, die auf Raketen montiert werden können. Der Test wurde international verurteilt. Die USA kündigten einen Vorstoß für schärfere Sanktionen an. Die EU hatte bereits 2006 unter anderem ein Waffenembargo und Einreiseverbote gegen Nordkorea verhängt.

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Quelle: n-tv.de

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