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Das in Amalgamfüllungen enthaltene Quecksilber ist in Dampfform besonders gefährlich - und die entsteht beim Legen und Herausbohren der Plombe.
Das in Amalgamfüllungen enthaltene Quecksilber ist in Dampfform besonders gefährlich - und die entsteht beim Legen und Herausbohren der Plombe.(Foto: Kai Remmers/dpa/tmn)
Mittwoch, 07. Dezember 2016

Kompletter Verzicht bis 2030: EU will Zahn-Amalgam stoppen

Quecksilber gilt als besonders schädliches Umweltgift. Weil es auch in Amalgam-Füllungen enthalten ist, will die Europäische Union zwar kein Verbot, aber einen Verzicht auf den Füllstoff erreichen. Doch Zahnärzte sehen darin auch Nachteile.

Wegen des giftigen Quecksilbers in Amalgam will die Europäische Union die millionenfach verwendete Zahnfüllung deutlich zurückdrängen. Ab 1. Juli 2018 sollen es Zahnärzte bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen nur noch in absoluten Ausnahmen nutzen. Ein Verbot ist aber vorerst vom Tisch. Vielmehr wird bis 2020 geprüft, ob Zahnärzte ab 2030 ganz darauf verzichten können.

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Der Kompromiss zwischen dem EU-Parlament, den Mitgliedsländern und der Kommission ist Teil eines Pakets zur Umsetzung der sogenannten Minamata-Konvention, die die Nutzung von Quecksilber eindämmen soll. Amalgam - seit Jahrzehnten ein billiger und gängiger Füllstoff für Löcher in den Zähnen - gilt besonderes Augenmerk, denn damit kommen jährlich in der EU bis zu 75 Tonnen des hochgiftigen Schwermetalls in Umlauf.

Die EU-Kommission hält die Amalgam-Füllungen zwar für Patienten für ungefährlich - zumal sie im Mund verkapselt sind. Kritiker wecken aber immer wieder Zweifel. Vor allem verweisen sie auf Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung sowie bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien. Quecksilber kann über die Atmosphäre in die Nahrungskette kommen und sich letztlich im Körper anreichern. "Die EU hat jetzt einen klaren Fahrplan, Zahn-Amalgam zu reduzieren und möglicherweise sogar zu stoppen", kommentierte eine Kommissionssprecherin.

Zahnärzte gegen Amalgam-Verbot

Zum 1. Januar 2019 wird eine eigene Sammlung und sichere Entsorgung quecksilberhaltiger Abfälle aus Zahnarztpraxen vorgeschrieben. Die 28 EU-Staaten sollen Aktionspläne zur Verminderung der Nutzung aufstellen. Der Chefunterhändler des EU-Parlaments, der Linken-Abgeordnete Stefan Eck, ist dennoch unzufrieden. Das Ergebnis entspreche eher Wirtschaftsinteressen als der Verantwortung für öffentliche Gesundheit und Umweltschutz. Eck kritisierte auch, dass Deutschland in dem Streit die Interessen der Großkonzerne Evonik und BASF verteidigt habe.

Zahnärzte hatten sich im Lauf der jahrelangen Debatte gegen ein Verbot von Amalgam gewandt. Andere Arten von Zahnfüllungen wie Keramik oder Gold gelten als weniger haltbar oder deutlich teurer. Mit dem Kompromiss kann die EU das internationale Abkommen nun ratifizieren. Damit soll auch die Nutzung von Quecksilber in industriellen Prozessen beendet und für künftige Produkte ausgeschlossen werden. Zudem soll der Handel mit quecksilberhaltigen Produkten kontrolliert und reduziert werden.

Quelle: n-tv.de

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