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Glyphosat wird auch auf deutschen Feldern breit eingesetzt.
Glyphosat wird auch auf deutschen Feldern breit eingesetzt.(Foto: dpa)
Donnerstag, 18. Mai 2017

Umweltschützer protestieren: EU wirbt für Glyphosat-Verlängerung

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen, wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht. Für die EU-Kommission reicht das, um eine weitere Nutzung des Unkrautvernichters anzuregen.

Die EU-Kommission will den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zulassen. Es handele sich dabei zunächst um einen Vorschlag, sagte eine Kommissionssprecherin am Mittwoch. Nun müssten Diskussionen mit den EU-Mitgliedsstaaten geführt werden. Man strebe eine Lösung an, die die größtmögliche Unterstützung habe.

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Das auch auf deutschen Feldern breit eingesetzte Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Allerdings kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten. Die EU-Kommission kündigte daraufhin an, bis spätestens Ende des Jahres werde über die erneute Genehmigung entschieden. Der Vorschlag geht nun in ein Expertengremium mit Vertretern der Mitgliedsstaaten.

Die Nutzung der Chemikalie in der Landwirtschaft war durch eine Studie der internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO infrage gestellt worden, die Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend einstufte.

Mittel zur Ertragssteigerung

Glyphosat hat unstrittig massive negative Einflüsse auf die Artenvielfalt. Der amerikanische Monsanto-Konzern verkauft das Mittel unter dem Markennamen Roundup und hat damit Milliardenumsätze gemacht. In der konventionellen Agrarindustrie wird das Mittel zur Ertragssteigerung eingesetzt.

Die EU-Zulassung für Glyphosat war eigentlich am 30. Juni 2016 ausgelaufen. Die EU-Kommission hatte damals die Genehmigung um eineinhalb Jahre verlängert, obwohl der Einsatz unter den Mitgliedsstaaten umstritten ist. Bei der Frage, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf, stimmten vergangenes Jahr von den 28 Mitgliedsländern 19 für eine weitere Zulassung, 7 enthielten sich. Frankreich und Malta waren dagegen.

Eine europäische Bürgerinitiative kämpft für ein Verbot von Glyphosat. Dafür will sie eine Million Stimmen sammeln. Der Vorschlag der Kommission sei ein Schlag ins Gesicht der 750.000 Menschen, die bereits unterzeichnet hätten, kritisierte der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling. Keine der Forderungen der Initiative finde sich wieder.

Quelle: n-tv.de

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