Politik
Edward Snowden teilt sich der Welt aus seinem Exil in Russland hauptsächlich über Twitter mit.
Edward Snowden teilt sich der Welt aus seinem Exil in Russland hauptsächlich über Twitter mit.(Foto: imago/Rüdiger Wölk)
Mittwoch, 15. Februar 2017

Feine Stichelei gegen Trump?: Edward Snowden sendet Liebesbotschaft

Für emotionale Liebesschwüre ist Whistleblower Edward Snowden eher weniger bekannt - umso mehr Aufmerksamkeit bekommt er für einen Fotogruß zum Valentinstag. Doch die Botschaft des Bildes ist weitaus politischer als auf den ersten Blick vermutet.

Whistleblower Edward Snowden hat am späten Abend einen Valentinstagsgruß an seine Follower auf Twitter verschickt - und damit auch eine klare Botschaft an den US-Präsidenten Donald Trump gesendet. Auf dem Bild ist er gemeinsam mit seiner Freundin Lindsay Mills auf einem Bett liegend zu sehen. Die beiden setzen zu einem Kuss an, doch ihre Münder sind von einem roten Papierherzchen verdeckt. "Home is where the heart is", schrieb der 33-jährige Snowden zum Liebesgruß aus Moskau. Das Bild wurde vielfach als Seitenhieb gegen das Weiße Haus interpretiert - ganz nach dem Motto: "Ihr könnt mir nichts anhaben".

Erst im Januar wurde die Aufenthaltserlaubnis von Snowden von den russischen Behörden um drei weitere Jahre bis 2020 verlängert. Nach geltendem Recht könne der Whistleblower nach fünf Jahren sogar die russische Staatsbürgerschaft bekommen, sagte sein Anwalt Anatoli Kutscherena. Snowden müsse diese Entscheidung jedoch selbst treffen. Dass er Russland tatsächlich verlassen will, ist angesichts seines jüngsten Tweets aber eher unwahrscheinlich.

Snowden hatte 2013 die Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht. Seitdem lebt er nach einer abenteuerlichen Flucht in Russland. Die US-Regierung unter Barack Obama hatte dem 33-Jährigen wegen Geheimnisverrates eine Haftstrafe angedroht. Nach Angaben seines Anwaltes haben die US-amerikanischen Behörden bislang aber keinen Antrag auf Auslieferung gestellt.

Indirekter Schlagabtausch mit Trump

Kutscherena hofft dennoch auf einen Kurswechsel durch US-Präsident Donald Trump. "Er würde noch mehr Autorität bekommen, wenn er alle Anschuldigungen gegen Edward Snowden fallen lassen würde", sagte er Anfang Februar der russischen Agentur Interfax. "Wir hoffen sehr, dass der neue Präsident der USA ausgewogen zu dieser Frage Stellung bezieht und die richtige Entscheidung fällt." Vor zwei Jahren hatte Trump den Whistleblower auf Twitter noch als Spion bezeichnet, der dem Land großen Schaden zugefügt habe. Früher, so Trump damals, sei man für so etwas hingerichtet worden.

Für Aufregung hatte zuletzt ein Bericht des US-Senders NBC gesorgt, wonach der Kreml darüber nachdenkt, Snowden als "Geschenk an Donald Trump" auszuliefern. Snowden selbst hatte den Bericht als Beweis gegen die Behauptung Trumps herangezogen, er würde für die russische Regierung arbeiten. "Kein Land verkauft seine Spione, da der Rest von ihnen fürchten würde, dass sie als nächstes dran sind", schrieb Snowden auf Twitter.

Quelle: n-tv.de

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