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Speedy Sarko,
Bling-Bling-Präsident,
gallischer Gockel: Noch nie hat ein französischer Präsident so viele seltsame Spitznamen gesammelt wie Nicolas Sarkozy.
Und keiner seiner Amtsvorgänger war nach einem Jahr Amtszeit so unbeliebt wie der "Hyperpräsident".
Am 6. Mai 2007 wurde Sarkozy mit 53 Prozent der Stimmen an die Staatsspitze gewählt.
Heute, nach zahllosen Auftritten am Rande des guten Geschmacks, ist sein Ruf ramponiert.
Der Staatschef gibt sich sogar ein bisschen reumütig.
Er räumt Fehler ein - aber nur "in der Kommunikation".
Bei seinem Reformkurs präsentiert sich Sarkozy unbeugsam und will sogar noch zulegen, auch inspiriert vom Blick über den Rhein.
Schon sein neuestes Projekt "Frankreich 2025", eine für Ende des Jahres angekündigte Diagnose der notwendigen Reformen, klingt nach Deutschlands "Agenda 2010".
Im Kern, glauben Beobachter, sei der "Omnipräsident" ohnehin weiter das selbstbewusste Energiebündel.
Umso schmerzhafter dürften für Sarkozy die Tiefstwerte sein, die er auf allen Beliebtheitsskalen verbucht.
So haben laut einer Umfrage des Instituts BVA Opinion fast zwei Drittel der Franzosen eine schlechte Meinung von Sarkozy.
Mehr als alles andere werfen ihm seine Landsleute vor, er halte sich nicht an das zentrale Wahlversprechen, ihre Kaufkraft zu erhöhen.
"Die Illusionen sind dahin", schreibt das Magazin "Nouvel Observateur".
Auch Sarkozys öffentliches Geturtel mit dem singenden Model Carla Bruni, heute Madame Sarkozy,
oder sein protziges Gebaren mit schmucken Uhren und Sonnenbrillen ("Bling-Bling") empfanden viele als entwürdigend für das höchste Amt der "Grande Nation".
Zumal er ja vorher noch seine Grande Dame Cecilia recht schmerzhaft verloren hatte. (Die präsidiale Familie bei der Amtseinführung.)
"Hau ab, armer Depp", hatte Sarkozy im Februar einen Messebesucher angemacht, der ihm nicht die Hand reichen wollte - ein unerhörter Fauxpas.
"Es wird lange dauern, bis der Präsident das Herz der Franzosen wiedergewonnen hat", meint die konservative Zeitung "Figaro".
Sarkozy fällt auch wegen der anfangs so hohen Erwartungen so tief in der Gunst.
Was sein Kabinett anbelangt, legte Sarkozy vor Jahresfrist fulminant los.
Mit dem Ärzte-ohne-Grenzen-Gründer Bernard Kouchner als Außenminister schnappte er der Linken eine Galionsfigur weg.
"Politik der Öffnung" nannte Sarkozy sein Projekt, das die Opposition gewaltig schwächte.
Schon den Wahlkampf gegen den sozialistischen Medienstar Sgolne Royal gewann er durch geschicktes Besetzen linker Themen.
So fordert Sarkozy bis heute angesichts der Finanzmarktkrise, der Kapitalismus müsse "moralisiert" werden.
Derzeit erweist sich Sarkozys "Links-Öffnung" eher als Bumerang, macht doch sein Kabinett mehr mit gegenseitigen Beschimpfungen von sich reden als mit einem stimmigen Reformkurs.
Damit soll jetzt Schluss sein: Mit seinem Vertrauten Thierry Saussez hat Sarkozy einen Medienexperten eingestellt, der die Auftritte der Minister kontrollieren soll.
Nicht zum Besten steht auch Sarkozys Verhältnis zu Regierungschef Franois Fillon, der beim Volk viel besser als er selbst ankommt.
Inzwischen sieht sich die Opposition auch nach Gewinnen bei den Kommunalwahlen wieder im Aufwind.
Sollte die Regierung ob des Gegenwinds kalte Füße bekommen und beim wichtigsten Sparplan - massiven Stellenstreichungen im Beamtenapparat - zögern, könnte das Ziel, bis 2012 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, in Gefahr geraten.
Hier hat schon jetzt die EU-Kommission die Alarmglocken schrillen lassen und Paris mit einem Defizit-Verfahren gedroht.
Aber weder Brüsseler Störfeuer noch einen zerstrittenen Regierungsapparat kann Sarkozy momentan gebrauchen, steht er doch in knapp zwei Monaten im europäischen Rampenlicht.
Dann übernimmt Paris die EU-Ratspräsidentschaft und lenkt für sechs Monate die Geschicke Europas.
Bis dahin muss Sarkozy seine Mannschaft, die die jeweiligen Ministerräte leiten wird, auf Linie bringen.
Sarkozy hat sich viel vorgenommen, etwa die Überprüfung der EU-Agrarpolitik, des größten Postens in der EU-Kasse, von dem Frankreichs Bauern am meisten profitieren.
Spannend wird dann auch wieder die Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Sie hatte Sarkozy bei seinem Prestige-Projekt, der umstrittenen Mittelmeerunion, ausgebremst.
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