Sonntag, 29. Juni 2008
Ex-Mossad-Chef zum Iran: "Ein Jahr bleibt für Angriff"
Nach Meinung eines früheren Chefs des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad bleibt Israel ein Jahr zur Zerstörung der iranischen Atomanlagen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Israel das Ziel iranischer Atomwaffen werde, sagte Schavtai Schavit dem britischen "Sunday Telegraph". Auf diesen schlimmsten aller Fälle müsse Israel vorbereitet sein. Sollten sich Sanktionen als nicht wirksam erweisen, müssten alle Optionen, auch die militärische, auf dem Tisch bleiben.
Teheran hatte am Sonntag für den Fall eines israelischen Angriffs auf iranische Atomanlagen seinerseits erneut mit einem Gegenschlag gedroht. Israel befinde sich in der Reichweite iranischer Raketen, warnte der Chef der Revolutionsgarden, Mohammed Ali Dschafari.
US-Medienberichten zufolge hatten sich Ende Mai/Anfang Juni mehr als 100 israelische Kampfjets vom Typ F-16 und F-15 an einem Großmanöver in Griechenland beteiligt, bei dem Angriffe auf Ziele im Iran geübt wurden. Das Manöver unter dem Namen "Glorreicher Spartaner 08" habe auf der Insel Kreta stattgefunden.
Der Abgeordnete der regierenden Kadima-Partei Generalmajor a.D. Isaak Ben-Israel bestätigte gegenüber dem "Spiegel", dass die israelische Luftwaffe erst kürzlich ein Manöver abgehalten habe, "um uns auf den Fall vorzubereiten", dass die Weltgemeinschaft das iranische Atomprogramm "nicht stoppen kann". "Es war nicht die erste Übung, es wird auch nicht die letzte sein."
Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist dies zurück und betont, die Nukleartechnik lediglich zivil nutzen zu wollen.
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