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Auch wenn die Knacker Zähne zeigen, beherrscht die Kanzlerin das Geschehen.
Auch wenn die Knacker Zähne zeigen, beherrscht die Kanzlerin das Geschehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Profitiert Merkel vom Frauenbonus?: SPD-Politiker über Chancen 2013

Angela Merkel tritt bescheiden auf. Das kommt beim Wähler gut an. Zudem ist sie durchsetzungsstark in einer Männerwelt - und sie ist eine Frau. Reicht das für die Wiederwahl aus, oder stolpert sie über das Versagen der FDP? Die SPD wagt einen Ausblick auf 2013.

Schröder (l.) und Steinbrück beim Bundesparteitag der SPD in Hannover.
Schröder (l.) und Steinbrück beim Bundesparteitag der SPD in Hannover.(Foto: picture alliance / dpa)

Altbundeskanzler Gerhard Schröder geht davon aus, dass seine Nachfolgerin Angela Merkel trotz ihrer Popularität im Herbst abgewählt wird. "Angela Merkel verfügt unbestreitbar über eine beachtliche Popularität. Trotzdem stehen Steinbrücks Chancen gut. Denn in Deutschland werden nicht Personen, sondern Parteien gewählt", sagte Schröder "Bild am Sonntag". "Ich gehe davon aus, dass wir nicht nur in Niedersachsen im Januar, sondern auch im Bund im Herbst ein Drei-Parteien-Parlament bekommen werden. Und dann fehlt Frau Merkel der Partner zum Weiterregieren."

SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück führt die Popularität Merkels darauf zurück, dass sie eine durchsetzungsstarke Frau ist und bescheiden wirkt. "Angela Merkel ist beliebt, weil sie einen Frauenbonus hat", sagte Steinbrück der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Weibliche Wähler würden ihre Durchsetzungskraft in hohem Maße anerkennen. Die Kanzlerin habe sich "in einer Männerwelt durchgesetzt, wirkt sehr unprätentiös und tritt bescheiden auf." Auch bei SPD-Wählern komme das gut an. "Das heißt aber nicht, dass ich als der Gottseibeiuns wahrgenommen werde", fügte Steinbrück hinzu.

"Die SPD muss jetzt kämpfen"

Schröder nahm Steinbrück in der Honorar-Debatte in Schutz. "Es spricht doch nichts dagegen, wenn jemand sein Wissen und seine Erfahrung Institutionen, gegen die nichts einzuwenden ist, gegen Honorar zur Verfügung stellt. Da bitte ich um etwas mehr Fairness für Peer Steinbrück", fügte Schröder hinzu. Für die SPD käme es jetzt darauf an, "zu kämpfen, durch die Straßen und über die Plätze zu ziehen, wirklich zu kämpfen".

Der FDP räumt Schröder wenig Chancen ein, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen: "Es gibt keinen wirklichen Grund, FDP zu wählen. Die Liberalen werden die großen Leidtragenden der jetzigen Koalition sein." In diesem Zusammenhang kritisierte der SPD-Politiker die schwarz-gelbe Koalition scharf: "Meine Regierung wurde wegen handwerklicher Fehler stark kritisiert. Wir waren sicher nicht immer Meister, aber das heute sind nicht einmal Gesellen." Die Linkspartei sieht Schröder ähnlich wie die FDP auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit: "Eine echte Funktion hat die Partei nicht, außer für ein bisschen Populismus von links zu sorgen."

Quelle: n-tv.de

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