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Fahrzeuge der deutschen schnellen Eingreiftruppe sind unterwegs im Marmal-Gebirge bei Masar-i-Scharif.

Fahrzeuge der deutschen schnellen Eingreiftruppe sind unterwegs im Marmal-Gebirge bei Masar-i-Scharif.(Foto: picture alliance / dpa)

Donnerstag, 16. Februar 20122012-02-16 16:47:44

Afghanistan-Kapitel geschlossen: Einsatz in Talokan beendet

Das erste Bundeswehrcamp in Afghanistan wird geschlossen. Der Stützpunkt Talokan in der Provinz Tachar hat keinen militärischen Auftrag mehr und wird abgerissen. Die Schließung des Lagers ist das erste sichtbare Zeichen des Bundeswehrabzugs aus Afghanistan, für den der Bundestag Ende Januar grünes Licht gegeben hatte.

Die Bundeswehr hat einen wichtigen symbolischen Schritt für ihren Abzug aus Afghanistan vollzogen. Der militärische Auftrag der Bundeswehrsoldaten im Stützpunkt der Stadt Talokan im Norden Afghanistans wurde nach Angaben der Bundeswehr offiziell beendet. "Jetzt beginnt der Rückbau." Das Bundeswehrcamp in der Hauptstadt der Provinz Tachar soll bis Ende März geschlossen werden.

Zuletzt waren für das sogenannte Regionale Beraterteam (PAT) Talokan knapp 50 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Das Camp ist eine Außenstelle des Bundeswehrfeldlagers Kundus. Das PAT Talokan ist das erste Bundeswehrcamp, in dem der militärische Auftrag der Soldaten beendet wurde. Das Bundeswehrfeldlager in Faisabad mit derzeit knapp 250 Bundeswehrsoldaten soll bis Jahresende geschlossen werden. Wann die beiden größten deutschen Feldlager in Kundus und Masar-i-Scharif geschlossen werden, steht bislang nicht fest.

Die Provinz Tachar gehört zur zweiten, von Staatschef Hamid Karsai Ende November verkündeten Gruppe der Gebiete, in denen afghanische Armee und Polizei die Sicherheitsverantwortung übernehmen sollen. In Tachar hat die NATO-Truppe ISAF die Sicherheitsverantwortung noch nicht offiziell übergeben; dies soll aber in Kürze geschehen.

Bundeswehr nicht gern gesehen

Im Frühjahr 2011 gab es in Talokan binnen kurzer Zeit aber gleich zweimal blutige Zwischenfälle. Mitte Mai richteten sich die Proteste wütender Demonstranten, die der ISAF den Tod mehrerer Zivilisten vorwarfen, gegen das Bundeswehrcamp. Beim Vorgehen der Sicherheitskräfte starben mindestens zehn Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Auch Bundeswehrsoldaten eröffneten das Feuer.

Am 28. Mai 2011 wurden bei einem Sprengstoffanschlag auf ein Treffen beim Provinzgouverneur zwei Bundeswehrsoldaten und vier Afghanen getötet. Fünf Bundeswehrsoldaten wurden verletzt, unter ihnen General Markus Kneip, der das Kommando über die ISAF-Truppen im Norden Afghanistans hat.

Die NATO will ihre Kampftruppen bis Ende 2014 aus Afghanistan abziehen, bis dahin soll die Sicherheitsverantwortung schrittweise an die Afghanen übergeben werden. Ende Januar verabschiedete der Bundestag das neue Afghanistan-Mandat, das erstmals eine Truppenreduzierung vorsieht. Die Obergrenze wurde von 5350 auf zunächst 4900 Soldaten gesenkt und soll bis Jahresende auf 4400 zurückgehen.

Quelle: n-tv.de