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Emine und Recep Tayyip Erdoğan sind seit 38 Jahren verheiratet.
Emine und Recep Tayyip Erdoğan sind seit 38 Jahren verheiratet.(Foto: AP)

Shitstorm für Präsidentengattin: Emine Erdoğan preist Harem an

Nachdem die Ehefrau des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan öffentlich über die Vorzüge eines Daseins als Haremsdame im Osmanischen Reich philosophiert hat, empört sich weltweit das Netz. Doch überraschend kommen ihre Ansichten nicht.

Die türkische Präsidentengattin Emine Erdoğan hat mit Äußerungen über die Vorzüge des Harems im Osmanischen Reich für internationale Irritationen gesorgt. "Der Harem war eine Schule für Mitglieder der osmanischen Dynastie und eine Lehreinrichtung, in der Frauen auf das Leben vorbereitet wurden", sagte die Frau von Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei einer Rede in Ankara.

Im Harem galten während der osmanischen Herrschaft strenge Regeln, an die sich auch der Sultan halten musste. Zudem gab es genaue Vorschriften für die Auswahl und Ausbildung der Haremsfrauen, die in Bereichen wie Literatur, Musik oder Fremdsprachen geschult wurden - allerdings nur zur Unterhaltung des Sultans, dem die Frauen auf Geheiß sexuell zu Diensten sein mussten.

In den sozialen Netzwerken sorgten die Äußerungen der First Lady aus diesem Grund für wütende Kommentare. Eine Twitter-Nutzerin schimpfte, die Ansichten der Präsidentengattin zeigten erneut, "welch negativen Einfluss die Religion auf den gesunden Menschenverstand" habe. Ein anderer Internetnutzer schrieb: "Nur ein ungebildeter Sklave kann mit solch einem Blödsinn um die Ecke kommen." Auch die Vermutung, Erdoğan habe ihre Bildung wohl aus dem Comicheft, war in einem Forum zu lesen.

Erdoğan erschien im Traum

Überraschend kommen die Ansichten der 61-Jährigen dennoch nicht. Bereits 2004 verriet Sule Yüksel Senler, eine langjährige Weggefährtin der Präsidentengattin, einer türkischen Zeitung, dass Emine fest davon überzeugt sei, Erdoğan sei ihr noch vor dem ersten Kennenlernen "in cremefarbenem Anzug" im Traum erschienen.

Auch Präsident Erdoğan hatte einen Tag zuvor zum internationalen Frauentag Proteste hervorgerufen, als er sagte, für ihn sei eine Frau "in erster Linie eine Mutter". Dem Staatschef wird seit langem vorgeworfen, die türkische Gesellschaft stärker an islamischen Werten ausrichten zu wollen und die Rechte der Frauen zu beschneiden. So forderte der 62-Jährige etwa, dass türkische Frauen mindestens drei Kinder gebären müssten und bezeichnete Bemühungen zur Geburtenkontrolle als "Verrat".

Erdoğan ist seit 38 Jahren mit seiner Frau verheiratet. Das Paar hat vier Kinder.

Quelle: n-tv.de

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