Politik
Erdogan warnte, wenn die Luftangriffe fortgesetzt würden, könnte es weitere 600.000 Flüchtlinge geben.
Erdogan warnte, wenn die Luftangriffe fortgesetzt würden, könnte es weitere 600.000 Flüchtlinge geben.(Foto: imago/Xinhua)

Eingreifen in Syrien möglich: Erdogan: "Wir könnten die Geduld verlieren"

Mit einem Eingreifen der Türkei in den Syrien-Krieg würde sich der Konflikt in der Region massiv verschärfen. Die Türkei beschuldigt den Iran, sich an den "Massakern" zu beteiligen. Zudem soll Russland erneut von Ankara unterstützte Rebellen bombardiert haben.

Die Türkei hat mit einem Eingreifen in Syrien gedroht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in Istanbul, irgendwann werde das Land die Geduld verlieren. Dann werde die Türkei gezwungen sein, aktiv zu werden. Zugleich warf Erdogan dem Iran vor, an den "gnadenlosen Massakern" beteiligt zu sein. Die Vereinten Nationen müssten mehr tun, um eine "ethnische Säuberung" in dem Bürgerkriegsland zu verhindern.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind fast eine halbe Million Menschen ums Leben gekommen. Millionen sind auf der Flucht. Viele von ihnen haben sich in der Türkei in Sicherheit gebracht. Erdogan warnte, wenn die Luftangriffe fortgesetzt würden, könnte es weitere 600.000 Flüchtlinge geben. Sein Land bereite sich darauf vor.

Wegen der heftigen Kämpfe um Aleppo waren zuletzt zehntausende Menschen an die Grenze zur Türkei geflohen. Dort hausen sie seit Tagen in überfüllten Lagern, da die Türkei ihnen die Einreise verweigert. UN-Angaben zufolge sitzen im Grenzgebiet 31.000 Menschen fest, 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder.

Russen bombardieren Rebellen

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu wies Kritik am Umgang mit den Flüchtlingen erneut zurück. Es sei "heuchlerisch", von der Türkei zu verlangen, ihre Grenze zu öffnen, sagte er. Wer solche Forderungen stelle, müsse auch ein Ende der russischen Luftangriffe verlangen.

Aktuell werden Gefechte aus dem nördlich von Aleppo gelegenen Tamura gemeldet. Die russische Luftwaffe habe außerdem die Rebellenhochburg Tall Rifaat bombardiert, teilte die Beobachtungsstelle mit, deren Angaben von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen sind.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen