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Mitglieder der SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" im Januar 1945.
Mitglieder der SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" im Januar 1945.(Foto: Bundesarchiv)

Morde im Zweiten Weltkrieg: Ermittler nehmen Ex-SS-Mitglieder ins Visier

Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist die juristische Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen. In mehreren Bundesländern werden die Wohnungen von Ex-SS-Mitgliedern durchsucht. Der Vorwurf: Mord an Zivilisten.

Festgenommene Mitglieder der 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend".
Festgenommene Mitglieder der 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend".(Foto: picture alliance / United Archiv)

Ermittler haben in mehreren Bundesländern die Wohnungen von drei ehemaligen Mitgliedern der 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" durchsucht. Sie sollen nach Angaben der nordrhein-westfälischen Schwerpunktstaatsanwaltschaft für NS-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs unter anderem an einem Massaker in der nordfranzösischen Stadt Ascq beteiligt gewesen sein.

Einer der Beschuldigten lebt in Niedersachsen, zwei weitere in Sachsen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die etwa 90-jährigen Männer hätten eingeräumt, der Einheit angehört zu haben. Sie stritten jedoch ab, an den Morden beteiligt gewesen zu sein.

Zeitgleich durchsuchten Ermittler die Wohnungen von weiteren ehemaligen SS-Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Dabei wurden mehrere Unterlagen beschlagnahmt.

Racheaktion für Anschlag

Bei dem Massaker in Ascq wurden im April 1944 86 Einwohner der Stadt ermordet. Die Morde gelten als Racheakt für den Anschlag auf einen Truppentransporter vom 1. April 1944. Der Truppentransporter hatte die SS-Einheit "Hitlerjugend" an Bord.

Die Staatsanwaltschaft legt den Verdächtigen weitere Taten zur Last. So sollen sie einen US-Fallschirmspringer auf deutschem Boden getötet haben. Insgesamt geht es um Fälle im Zeitraum zwischen April 1944 und dem Kriegsende im Mai 1945.

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Quelle: n-tv.de

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