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Mit einer Taschenlampe behelfen sich diese beiden Schachspieler in Sewastopol auf der Krim.
Mit einer Taschenlampe behelfen sich diese beiden Schachspieler in Sewastopol auf der Krim.(Foto: AP)

Premier: "Terroristisches Attentat": Erneuter Stromausfall auf der Krim

Weder auf der Krim noch in der Ostukraine geht das alte Jahr friedlich zu Ende. Auf der annektierten Halbinsel fällt erneut der Strom aus - wieder wird Kiew beschuldigt, dafür verantwortlich zu sein. Im Donbass wird derweil wieder geschossen.

Auf der Halbinsel Krim ist es an Silvester erneut zu einem Stromausfall gekommen - möglicherweise wiederum wegen eines Sabotageangriffs auf das Stromnetz. Wie die ukrainische Polizei mitteilte, wurde die einzige Hochspannungsleitung vom Festland auf die ukrainische Halbinsel, die im Frühjahr 2014 von Russland annektiert worden war, durch eine Explosion zerstört.

Ende November waren Stromleitungen auf die Krim gesprengt worden.
Ende November waren Stromleitungen auf die Krim gesprengt worden.(Foto: REUTERS)

Die Ukraine hatte erst Anfang Dezember diese erste von vier Hochspannungsleitungen zur Krim repariert, die Ende November gesprengt worden waren. Russland hatte der Ukraine vorgeworfen, die Täter zu decken.

Der Regierungschef der Krim, Sergej Axionow, sprach nun von einem "terroristischen Attentat", das von Kiew organisiert worden sei. Die Bewohner der Krim rief er auf, Strom zu sparen. Zugleich versicherte er aber, dass die Bürger Silvester wie gewohnt feiern könnten. Das russische Energieministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass mehr als eine Million der 1,9 Millionen Einwohner der Krim von dem Stromausfall betroffen seien.

Unbekannte hatten Ende November mehrere Masten der Hochspannungsleitungen auf die Krim gesprengt und damit die Stromversorgung der Halbinsel komplett gekappt. Die Region war danach auf Dieselgeneratoren angewiesen, die aber nur einen Bruchteil des benötigten Stroms liefern konnten. Die Krim ist auf Strom aus der Ukraine angewiesen. Die Halbinsel war im Frühjahr 2014 nach einem umstrittenen Referendum von Russland annektiert worden. Die Regierung in Kiew und der Westen sehen die Annexion als Verstoß gegen das Völkerrecht und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine.

Weiterer Beschuss in Ostukraine

Derweil warfen OSZE-Beobachter im Konflikt in der Ostukraine beiden Seiten Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe vor. In der Unruheregion sei erneut mit Artillerie geschossen worden, obwohl das Kriegsgerät längst von der Frontlinie abgezogen sein müsste, sagte Alexander Hug von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Kiew. Zudem hätten sowohl die ukrainischen Regierungseinheiten als auch die prorussischen Separatisten die Arbeit der OSZE-Beobachter behindert.

Die Konfliktparteien hatten zwar bereits im Februar 2015 in Minsk einen Friedensplan vereinbart. Dessen Umsetzung verläuft aber schleppend. Russland bekräftigte seine Kritik an der Ukraine. Die prowestliche Regierung in Kiew zeige keinen politischen Willen zum Dialog mit Vertretern des Gebiets Donbass, sagte Vizeaußenminister Grigori Karassin der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Quelle: n-tv.de

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