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Das begehrte Stück
Das begehrte Stück(Foto: dpa)

Friedensnobelpreis für Manning?: Erste Namen sickern durch

Der frühere US-Präsident Clinton, der als Informant der Enthüllungswebsite Wikileaks angeklagte US-Soldat Manning und die EU sind in diesem Jahr für den Friedensnobelpreis nominiert. Auch wenn die Namen nie offiziell genannt werden, dringen sie an die Öffentlichkeit. Die Liste mit 231 Kandidaten muss bis April auf "weniger als zehn" gekürzt werden.

Für den Friedensnobelpreis gibt es in diesem Jahr 231 Kandidaten – 188 Einzelpersonen und 43 Organisationen. Das teilte das Nobelkomitee in Oslo mit. Es sei aber keine Rekordzahl, sagte der Leiter des fünfköpfigen Gremiums, Geir Lundestad. "Die höchste Zahl gab es im vergangenen Jahr mit 241 Nominierungen." Zu den Namen der Kandidaten äußert sich das Nobelkomitee vor der offiziellen Bekanntgabe des Preisträgers im Oktober generell nicht.

Nach Berichten des norwegischen Rundfunks NRK sind unter diesjährigen den Kandidaten die inhaftierte frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko und Bradley Manning, der US-Soldat, der von Washington für die Weitergabe Hunderttausender Botschaftstelegramme an die Enthüllungsplattform Wikileaks verantwortlich gemacht wird. Manning, der seit fast zwei Jahren in einem US-Militärgefängnis sitzt und dem in einem laufenden Verfahren lebenslange Haft droht, sei von isländischen Parlamentariern vorgeschlagen worden.

Auch die Ägypterin Maggie Gobran wird vom NRK als Kandidatin genannt. Die koptische Christin leitet die Hilfsorganisation Stephen's Children. Ferner sollen mehrere kubanische Dissidenten, darunter Oswaldo Paya Sardinas und die Gruppe "Damas de Blanco" ("Damen in Weiß"), sowie die russische Menschenrechtsorganisation Memorial nominiert worden sein. Wie in jedem Jahr stehen den Berichten zufolge auch wieder diverse altgediente Staatsmänner wie Alt-Kanzler Helmut Kohl und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton auf der Liste. Kohl wurde bereits mehrfach vorgeschlagen.

Nominierungen für den mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotierten Preis werden von Parlamentariern, Wissenschaftlern, früheren Friedensnobelpreisträgern sowie aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Nobelkomitees entgegengenommen. Der Preisstifter, der schwedische Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) hatte in seinem Testament das norwegische Parlament, das Storting, damit beauftragt, jährlich bis zu drei Personen oder Organisationen für ihre Verdienste um den Frieden auszuzeichnen.

Am Ende bleiben zehn Namen übrig

"Das Interesse am Friedensnobelpreis nimmt noch immer zu", sagte Lundestad, auch wenn die Zahl der Nominierungen nicht jedes Jahr steige. In den nächsten Wochen will das Nobelkomitee den Kandidatenkreis deutlich einschränken. Bis April solle ihre Zahl "weniger als zehn" betragen, so Lundestad. Die werde man sich dann sehr genau angucken.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals seit der ersten Vergabe 1901 drei Frauen gemeinsam ausgezeichnet. Das Komitee ehrte die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und ihre Landsfrau Leymah Gbowee sowie die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen. Johnson-Sirleaf und Gbowee wurden für ihr Engagement zur Beendigung des Bürgerkrieges in Liberia geehrt. Karman war eine der treibenden Kräfte bei dem vor allem von jungen Leuten getragenen Volksaufstand im Jemen.

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Quelle: n-tv.de

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