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Sitzt bald für die SPD im Bundestag: Karamba Diaby aus Halle.
Sitzt bald für die SPD im Bundestag: Karamba Diaby aus Halle.(Foto: dpa)

SPD-Abgeordneter aus Halle: Erstmals gebürtiger Afrikaner im Bundestag

Die Bundestagswahlen bringen viele neue Politiker in das höchste deutsche Parlament. Erstmals wird ein aus Afrika stammender Mann zum Volksvertreter gewählt. Karamba Diaby aus Halle kam zum Studieren in die DDR und blieb. Auch wegen der Liebe.

Karamba Diaby ist der erste aus Afrika stammende Abgeordnete im Bundestag. Der 51-Jährige zieht über die Landesliste der SPD in Sachsen-Anhalt in das neue Parlament ein. Das von ihm angestrebte Direktmandat im Wahlkreis 72 in Halle, wo er seit rund 27 Jahren lebt, gewann er aber nicht. Er unterlag dem früheren Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Christoph Bergner von der CDU.

Diaby wurde 1961 im Senegal geboren. Mitte der 1980er Jahre kam er mit einem Stipendium in die DDR. 1985 zog er für einen Deutschkurs nach Leipzig - und blieb. Im Sommer 1986 kam er nach Halle, wo er Chemie studierte und auch promovierte. Dort lernte er auch seine Frau kennen. Zur Familie gehören inzwischen eine Tochter und ein Sohn.

Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitete Diaby in verschiedenen sozialen Projekten mit den Schwerpunkten Bildung und Integration. Seit Ende 2011 ist er Referent bei der Integrationsbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt. Diaby, der seit zwölf Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft hat, sitzt zudem im Stadtrat von Halle.

Diaby begeistert von Kleingärten

Angekommen in Deutschland ist er längst. Er begeistert sich für Kleingärten. "Ich liebe die Schrebergärten", versicherte Diaby vor der Wahl. Ein eigenes grünes Paradies besitze er jedoch nicht. Der Aufwand sei zu groß, die Zeit zu knapp - sagt seine Frau. Stattdessen investiert Diaby seine Energie in die Politik. Seit 2008 ist er in der SPD. Seit 2009 sitzt er im Stadtrat von Halle. Zudem ist er Referent im Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes. Sein liebstes Thema: Bildung.

"Integration liegt mir natürlich auch sehr am Herzen", so der Politiker. Die Probleme im Zusammenleben von Deutschen und Migranten kennt er aus eigener Erfahrung. Vor einigen Jahren sei er wegen seiner Hautfarbe selbst Ziel eines fremdenfeindlichen Angriffs geworden. Doch in Sachsen-Anhalt gebe es auch genug Menschen, die Zivilcourage haben und klar gegen Rechtsextremismus einstehen. Ihnen sei es vor allem zu verdanken, dass die rechtsextreme NPD nicht im Magdeburger Landtag ist.

Dass er als erster Schwarzafrikaner im Bundestag Geschichte schreibt, ist ihm nicht so wichtig. Er wolle sich "nicht darauf reduzieren lassen", sagt Diaby im Vorfeld der Wahl.

Quelle: n-tv.de

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