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Was vor Ihrer Tür geschieht, kann Marie nur aus dem Fenster beobachten, ansonsten informiert sie sich im Netz über die Lage.
Was vor Ihrer Tür geschieht, kann Marie nur aus dem Fenster beobachten, ansonsten informiert sie sich im Netz über die Lage.(Foto: privat)

Augenzeugin aus Brüssel: "Es ist abartig"

Marie ist 26 Jahre alt. Die junge Deutsch-Togolesin hat vor kurzem bei der Europäischen Union gearbeitet, jetzt sitzt sie in Brüssel fest, kaum 10 Minuten von der Terror-U-Bahnstation entfernt.

Sie ist zuhause ganz in der Nähe des Europaviertels und muss ausharren. Wann sie wieder rausgehen kann, ist unklar. Aufgrund der aktuellen Umstände möchte Marie nicht ihren vollen Namen veröffentlichen.

n-tv.de: Wie haben Sie vom Terror in der Stadt erfahren?

Gleich links um die Ecke ist das EU-Parlament. Die Straßen sind leer gefegt.
Gleich links um die Ecke ist das EU-Parlament. Die Straßen sind leer gefegt.(Foto: Privat)

Marie: Ich habe es von Freunden via Whatsapp-Meldung erfahren und dann habe ich schnell mich über die Medien darüber informiert. Aber ich habe es persönlich erst reichlich spät erfahren, erst gegen neun Uhr.

Wie weit sind Sie von den Attentaten entfernt?

Ich wohne zehn Minuten von der U-Bahn Haltestelle entfernt, wo die Bomben explodiert sind. Ich war während der Anschläge in meiner Wohnung.

Wie sieht es gerade vor Ihrer Wohnung aus? Können Sie was beobachten?

Schützen kann man sich nicht. Aber vor meiner Wohnung ist eine Baustelle und alle Arbeiter haben direkt die Baustelle verlassen. Jetzt sehe ich wieder vereinzelt Leute vor meiner Tür. Bis 13 Uhr war niemand auf der Straße zu sehen. Man sitzt wirklich erstmal fest.

Wie sicher fühlen Sie sich zuhause?

Ich fühle mich sicher, aber es ist ein mulmiges Gefühl. Ich höre auch die Sirenen, weil ich nicht weit von der Station Maelbeek und der Kommission wohne, die Polizei und die Sirenen hört man ständig. Es ist abartig.

Wie ergeht es Ihnen gerade in dieser unübersichtlichen Lage?

Das ist auch das Paradoxe an der Situation - ich habe eine Reise nach Istanbul abgesagt und jetzt sitze ich in der Terror Zelle Brüssel fest. Man ist nirgendwo mehr sicher ... wir hatten einen Urlaub nach Istanbul und Tel Aviv gebucht - aber dann kam der Anschlag in Istanbul und wir haben die Reise storniert und jetzt sitze ich stattdessen in Brüssel fest.

Mit Marie sprach Sonja Gurris

Quelle: n-tv.de

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