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Ein Mann, der bei der Taliban-Attacke auf die Universität verletzt wurde, wird im Krankenhaus versorgt.
Ein Mann, der bei der Taliban-Attacke auf die Universität verletzt wurde, wird im Krankenhaus versorgt.(Foto: REUTERS)

Taliban in Pakistan streiten: Etliche Tote bei Angriff auf Universität

Ein berüchtigter Taliban-Kommandeur übernimmt für den Anschlag auf eine Universität die Verantwortung. Doch er bekommt Widerspruch aus den eigenen Reihen. Die Sicherheitskräfte befürchten, dass die Zahl der Todesopfer noch dramatisch steigt.

Mutmaßliche Islamisten haben bei einem Angriff auf eine Universität im Nordwesten Pakistans mindestens 19 Menschen getötet. Die Zahl könne noch auf bis zu 40 steigen, hieß es in Sicherheitskreisen. Die schwer bewaffneten Männer stürmten das Gelände der Bacha-Khan-Universität in Charsadda  und eröffneten das Feuer auf Studenten und Professoren.

In einem mehrstündigen Gefecht erschossen die Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben vier Angreifer und brachten den Campus wieder unter Kontrolle. Wer hinter dem Angriff steckte, war zunächst unklar. Das Bekenntnis eines Taliban-Kommandeurs wurde später vom offiziellen Sprecher der Islamistengruppe dementiert.

Die Angreifer waren in dichtem Nebel über die Außenmauern der Universität geklettert und danach in Seminar- und Wohnräume eingedrungen, wo sie das Feuer auf Studenten und Dozenten eröffneten. Fernsehbilder zeigten, dass Opfern offenbar gezielt in den Kopf geschossen wurde.

An der Universität in Charsadda in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa sind Hochschulangaben zufolge 3000 Studenten eingeschrieben. Am Mittwoch hielten sich zusätzlich noch 600 Gäste zu einer Literaturveranstaltung auf dem Gelände auf.

Berüchtigter Taliban-Kommandeur übernimmt Verantwortung

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst der Taliban-Kommandeur Umar Mansoor. Vier Kämpfer seien daran beteiligt gewesen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Dem widersprach Taliban-Sprecher Muhammad Khorasani. "Für uns sind Jungendliche, die an zivilen Institutionen studieren, die Erbauer des zukünftigen Staats", hieß es in einer Erklärung. "Ihre Sicherheit und ihr Schutz ist unsere Aufgabe." Der Angriff sei unislamisch.

Mansoor gilt als Drahtzieher des Anschlags auf eine vom Militär geleitete Schule im nahe gelegenen Peshawar 2014, bei dem 134 Kinder getötet wurden. Dieser Anschlag war Auslöser einer Großoffensive der Sicherheitskräfte gegen Aufständische im Grenzgebiet zu Afghanistan. Dabei wurden Hunderte mutmaßliche Rebellen festgenommen oder getötet.

Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif erklärte nach dem Anschlag in Charsadda: "Wir sind entschlossen, unser Versprechen einzuhalten, die Bedrohung durch den Terrorismus in unserem Heimatland auszumerzen." Die Taliban in Pakistan sind mit der gleichnamigen Gruppe in Afghanistan verbündet. Sie kämpfen um die Errichtung eines islamischen Staates.

Quelle: n-tv.de

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