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Das Leben des Markus R. war bis dato ohne größere Höhen und Tiefen verlaufen.
Das Leben des Markus R. war bis dato ohne größere Höhen und Tiefen verlaufen.(Foto: REUTERS)

Das ereignisarme Leben des Markus R.: Ex-BND-Mann spricht von langweiligem Job

Der in München wegen Landesverrats angeklagte frühere BND-Mitarbeiter wird von einem Gutachter für voll schuldfähig befunden. Der Mann mit dem leicht unterdurchschnittlichen IQ soll aus Langeweile Geheimnisse verraten haben.

Der ehemalige BND-Mitarbeiter, der wegen Spionage für die USA vor Gericht steht, ist nach Ansicht eines Gutachters voll schuldfähig. Es gebe keine Hinweise auf relevante psychische Störungen, die die Schuldfähigkeit beeinträchtigen würden, sagte der Psychiater Henning Saß vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG). An der Fähigkeit des Angeklagten, die Bedeutung von Regeln und die Verantwortlichkeit für sein eigenes Handeln zu erkennen, gebe es keinerlei Zweifel.

Die Bundesanwaltschaft wirft Markus R. Landesverrat vor. Zwischen 2008 und 2014 soll der gelernte Bürokaufmann rund 200 teils streng geheime Dokumente des Bundesnachrichtendienstes (BND) an den US-Geheimdiensts CIA weitergegeben und dafür Geld kassiert haben. Zudem soll er sich dem russischen Geheimdienst angedient haben.

Auf Landesverrat steht eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, in besonders schweren Fällen von mindestens fünf Jahren. Das Urteil will das OLG am 17. März sprechen.

Saß verwies auf bereits bekannte körperliche Beeinträchtigungen bei Markus R., etwa ein leichtes Zittern, die möglicherweise auf einen Impfschaden zurückzuführen seien. Möglicherweise habe dies dazu beigetragen, dass R. zu einem Einzelgänger geworden sei. Saß beschrieb ihn als still, introvertiert und gehemmt. Der Gutachter berichtete zudem von einem Wunsch des Angeklagten nach Abwechslung, Abenteuer und Nervenkitzel in dessen "etwas ereignisarmem Leben". Bereits vor einer Woche sprach die Psychologin Karoline Pöhlmann vor dem OLG von einem leicht unterdurchschnittlichen IQ von 82 und Hinweisen auf eine berufliche Unzufriedenheit bei dem Angeklagten. 

Markus R. hatte die Taten selbst eingeräumt - und diese mit Frust, Langeweile, Unterforderung und Unzufriedenheit an seinem Arbeitsplatz beim BND begründet. "Ich wollte was Neues, was Spannendes erleben", hatte er wörtlich vor Gericht gesagt.

Quelle: n-tv.de

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