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Kämpfer der international anerkannten Regierung bereiten sich bei Sirte auf Gefechte gegen den Islamischen Staat vor.
Kämpfer der international anerkannten Regierung bereiten sich bei Sirte auf Gefechte gegen den Islamischen Staat vor.(Foto: dpa)

Mögliche Luftangriffe in Libyen: Experten kundschaften IS-Stellungen aus

Westliche Alliierte wollen die Ausbreitung des Islamischen Staats in Libyen verhindern. Auch Luftschläge werden erwogen. Für deren Vorbereitung schickt Großbritannien Geheimdienstmitarbeiter nach Nordafrika.

Westliche Militärexperten und Geheimdienstler haben einem Zeitungsbericht zufolge in Libyen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat für bevorstehende Luftangriffe ausgekundschaftet. US-Amerikaner, Briten und Franzosen seien vergangene Woche an einer geheimen Aufklärungsmission im Osten des Bürgerkriegslandes beteiligt gewesen, berichtete die britische "The Sunday Times".

Ihr Ziel sei es gewesen, von einem Luftwaffenstützpunkt der international anerkannten Regierung aus Stellungen der Dschihadisten und anderer Kämpfer auszuforschen. Die Teams sollten "herausfinden, wo befreundete Milizen sind, so dass Luftangriffe auf den IS diese nicht versehentlich treffen", zitierte die Zeitung eine namentlich nicht genannte britische Militärquelle.

Westliche Militärmächte bereiten sich schon seit einiger Zeit auf einen Kampfeinsatz in Libyen vor, wo ein IS-Ableger an Einfluss gewinnt und einen zentralen Küstenstreifen um die Stadt Sirte kontrolliert. Der IS soll dort etwa 3000 Kämpfer umfassen. Auch die USA teilten mit, dass sie "militärische Optionen" prüfen würden. Pentagonsprecher Peter Cook sagte vor wenigen Tagen, dass die USA vorbereitet sein wollten, wenn der IS in Libyen zu einer noch größeren Bedrohung heranwachse.

Gefahr auch für Niger und Tschad

Zuletzt warnte der UN-Sondergesandte Martin Kobler vor einer Ausbreitung des IS. Die mangelnde Einigkeit der nationalen Akteure würde die "militärische Ausbreitung" der Islamisten begünstigen, sagte er in Tunis. Die IS-Miliz rücke bereits Richtung Süden vor, was insbesondere für die Nachbarländer Niger und Tschad gefährlich sei. Von der Afrikanischen Union forderte er ein aktivere Rolle im Bemühen um eine Befriedung Libyens.

Der Beginn der Luftschläge wurde zuletzt von der formalen Einsetzung der neuen Einheitsregierung in dem gespaltenen Bürgerkriegsland abhängig gemacht. Widerstand im Parlament der anerkannten Regierung in Tobruk hatte dem von den Vereinten Nationen unterstützten Friedensprozess vor einer Woche jedoch erneut einen Rückschlag beschert.

Quelle: n-tv.de

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