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Eine 200 Meter hohe Stichflamme soll bei der Explosion zu sehen gewesen sein - wie bei dieser Gasexplosion vor drei Jahren.
Eine 200 Meter hohe Stichflamme soll bei der Explosion zu sehen gewesen sein - wie bei dieser Gasexplosion vor drei Jahren.(Foto: AP)

Zwischenfall in der Ukraine: Explosion beschädigt Gasleitung

Eine Explosion an einer Gasleitung sorgt für Aufregung. Augenzeugen berichten von einer 200 Meter hohen Flamme - verletzt wird niemand. Das ist im Osten des Landes ganz anders.

Bei einer Explosion in der Ukraine ist eine Erdgasleitung in Richtung Europa beschädigt worden. Bei der Explosion an der auch als "Transsibirische Pipeline" bekannten Urengoj-Pomari-Uschgorod-Leitung sei offenbar niemand verletzt worden, teilte das ukrainische Innenministerium mit. Augenzeugen in der Region Poltawa sprachen von einer rund 200 Meter hohen Flamme, die aus dem Rohr geschossen sei. Ursache war ersten Ermittlungen zufolge ein Druckabfall. Der ukrainische Pipeline-Betreiber Uktransgaz erklärte, die Gaslieferungen nach Europa seien nicht betroffen.

Die Europäische Union überwies unterdessen 500 Millionen Euro an die Ukraine. Nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel handelt es sich um eine Budgethilfe, über deren Verwendung die Regierung in Kiew frei entscheiden kann. Das Geld, das sich die EU auf dem Kapitalmarkt geliehen hat, gehört zum insgesamt 1,61 Milliarden Euro schweren EU-Hilfspaket. Schon vor knapp einem Monat war eine erste Tranche von 100 Millionen Euro überwiesen worden; eine Milliarde soll folgen.

Bei blutigen Gefechten zwischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten kamen in der Ostukraine erneut zahlreiche Menschen ums Leben. Im Raum Kramatorsk wurden sechs Aufständische erschossen. In einer Klinik in Lugansk erlag ein russischer Journalist seinen Verletzungen. Der 37-Jährige hatte sich an einer Straßensperre von Aufständischen aufgehalten, als eine Granate einschlug.

Die Ukraine ist für die Europäische Union eines der wichtigsten Transitländer für Erdgas aus Russland. Moskau hatte der Ukraine den Gashahn zugedreht und will das Nachbarland fortan nur noch gegen Vorkasse beliefern. Verhandlungen zwischen den Nachbarländern über ausstehende Gasrechnungen und den künftigen Gaspreis waren zuvor gescheitert. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte daraufhin vor "möglichen Störungen" bei den Gaslieferungen in die EU gewarnt.

Quelle: n-tv.de

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