Dienstag, 21. Oktober 2008
"Deutschland keine Demokratie": FDP: Sodann redet wie NPD
Mit seinen Äußerungen zum Zustand der Demokratie in Deutschland hat sich der Bundespräsidentenkandidat der Linken, Peter Sodann, den Vorwurf der Gesinnungsgemeinschaft mit Rechtsextremisten zugezogen. "Im Parteiauftrag redet Peter Sodann wie die NPD, indem er Demokratie und soziale Marktwirtschaft verunglimpft", sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel in einer Mitteilung. "Wenn die Linkspartei diese Kandidatur jetzt nicht zurückzieht, ist sie verantwortlich für rot-braune Geister, die sie damit heraufbeschwört."
Sodann dagegen bekräftigte seinen Vorwurf noch einmal. "Deutschland fehlt ein ganzes Stück zur Demokratie", sagte er den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". In einer Demokratie müsse die Würde des Menschen ernst genommen werden - dies geschehe aber hierzulande nicht. "Sonst hätten wir es nicht mit massenhafter Kinderarmut und Hartz IV zu tun."
"Sozialismus oder was Ähnliches"
Gegenüber dem "Spiegel" lobte Sodann zwar das Grundgesetz, sagte aber auch, er wolle "immer noch den Sozialismus aufbauen oder so was Ähnliches". Seine Äußerung, gerne würde er Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhaften, sei nur "eine Kabarett-Nummer" gewesen, sagte der frühere Fernseh-Kommissar vom "Tatort". Wenn er inzwischen auch aus der Bundesregierung scharfe Kritik an Ackermann höre, könne er "so falsch nicht gelegen haben".
Die Linke hatte Sodann gegen Kritik verteidigt und angekündigt, ihr Kandidat werde auch weiter Auftritte absolvieren. "Für uns ist entscheidend, ob wir Sympathie in der Bevölkerung erhalten - da habe ich keine Zweifel", sagte Vorstandsmitglied Ulrich Maurer. Der 72-jährige Sodann tritt bei der Präsidentenwahl im kommenden Mai für die Linkspartei gegen Amtsinhaber Horst Köhler und SPD-Bewerberin Gesine Schwan an.
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