Samstag, 13. Februar 2010
Zankapfel Atompolitik: FDP stürzt sich auf Röttgen
Wann endet eine Brücke? Dies scheint der Kern des Streites zwischen FDP und Bundesumweltminister Röttgen zu sein. Röttgen sieht in der Atomkraft eine "Brückentechnologie", die FDP spricht dagegen von "Aktionismus". Dabei erhält sie Schützenhilfe aus Bayern.Für seine Äußerungen zur Atompolitik erntet Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) weiterhin Kritik aus den Reihen der schwarz-gelben Koalition. FDP-Parteivize Andreas Pinkwart warf ihm "Aktionismus" vor. Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) warnte den Umweltminister davor, sich mit Hilfe des Themas den Grünen annähern zu wollen. Dagegen verteidigte Röttgen seinen Kurs. Der Bundesumweltminister bekennt sich zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken, will aber eine möglichst schnelle Ablösung durch Öko-Energien. Daraufhin war ihm aus den eigenen Reihen vorgeworfen worden, vom schwarz-gelben Koalitionsvertrag abzuweichen.
Im "Tagesspiegel am Sonntag" beteuerte Röttgen, er werde den Koalitionsvertrag genau einhalten. "Wir haben die Kernenergie als "Brückentechnologie" definiert und festgehalten, dass die Brücke endet, wenn die erneuerbaren Energien verlässlich die Kernenergie ersetzen." Seinen Kritikern warf er vor, nicht wahrzunehmen, was im Koalitionsvertrag stehe. Viele unterschätzten auch die wirtschaftlichen Chancen einer neuen Energiestruktur. Röttgen hatte erklärt, dass die Atomenergie überflüssig werden soll, wenn der Anteil von Ökoenergien 40 Prozent erreicht. Zudem ist die Laufzeit der Atommeiler nach seiner Darstellung auf höchstens 40 Jahre ausgelegt.
Pinkwart, der auch FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai ist, entgegnete im Gespräch mit dem "Hamburger Abendblatt": "Wir brauchen die Atomkraft als Brückentechnologie, bis erneuerbare Energien zu einer bezahlbaren Alternative werden. Wann das sein wird, kann niemand ohne intensive Vorarbeiten seriös beantworten." Söder mahnte im "Kölner Stadt- Anzeiger", die Atompolitik nicht für eine Annäherung an die Grünen zu missbrauchen. "Das Thema ist zu wichtig, um es irgendeiner Koalitionsüberlegung zu opfern", sagte er.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Schlag gegen Terror-Organisation
Eta-Anführer geht ins Netz
-
Noch mehr Tote bei Massaker in Hula
UN-Sicherheitsrat verurteilt Syrien scharf
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt