Politik
Schwerbewaffnete Polizisten suchten am Nachmittag die Umgebung von Las Ramblas nach den Tätern ab.
Schwerbewaffnete Polizisten suchten am Nachmittag die Umgebung von Las Ramblas nach den Tätern ab.(Foto: imago/UPI Photo)
Donnerstag, 17. August 2017

Zwei Verdächtige festgenommen: Fahrer ist weiter auf der Flucht

Nach der Terrorattacke in Barcelona nimmt die katalanische Polizei zwei Personen fest. Über die Identität eines der beiden Verdächtigen herrscht allerdings Verwirrung. Am Abend meldet sich ein Mann bei der Polizei, der sein Foto in den Medien wiedererkannt haben will. Der Fahrer des Wagens ist derweil weiter auf der Flucht.

Der Lieferwagen-Fahrer des Anschlags von Barcelona ist der Polizei zufolge weiter auf der Flucht. Bei den beiden festgenommenen Verdächtigen handele es sich um einen Spanier und einen Marokkaner, teilte die Polizei mit. Nach einer ersten Festnahme in Verbindung mit dem Terroranschlag in Barcelona bestätigte der Regionalpräsident von Katalonien, Carles Puigdemont, am Abend eine zweite Festnahme. Der Spanier wurde demnach in der Exklave Melilla geboren. Bei dem Marokkaner handelt es sich um einen Mann, der zuvor als Driss Oukabir identifiziert worden war.

Es seien auf jeden Fall mehrere Personen an der Tat beteiligt gewesen, sagte ein Vertreter der katalanischen Polizei am späten Abend. Die Täter hätten den Van nach dem Terrorakt auf der Flaniermeile Las Ramblas zurückgelassen und seien gemeinsam geflüchtet, sagte er weiter.

Driss Oukabir wurde per Foto gesucht.
Driss Oukabir wurde per Foto gesucht.

Unterdessen herrscht über die Identität eines der beiden Festgenommenen Verwirrung. Der Mann wurde zunächst als Driss Oukabir identifiziert, wie ein Sprecher der Polizeigewerkschaft sagte. Doch dieser soll sich Medienberichten zufolge inzwischen bei der Polizei gemeldet und angegeben haben, dass ihm der Ausweis gestohlen worden sei. Mit diesem Ausweis war das Fahrzeug angemietet worden, mit dem der Anschlag verübt wurde. Angeblich ist nun sein Bruder, Moussa Oukabir, terrorverdächtig.

Derweil hat die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag über die ihr nahestehende Nachrichtenagentur Amak für sich reklamiert. "Soldaten" des IS hätten den Anschlag in Barcelona verübt, schrieb das IS-Propagandasprachrohr Amaq laut Site.

Kein verschanzter Verdächtiger

Ein Bericht der Zeitung "La Vanguardia", wonach ein weiterer Angreifer bei einer Schießerei mit der Polizei getötet worden sei, erwies sich unterdessen als falsch. Laut spanischen Medien handelte es sich um Flüchtlinge, die sich einer Verkehrskontrolle entziehen wollten. Der Vorfall stehe nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelonas Altstadt. Zugleich dementierte die katalanische Polizei weitere Medienberichte, wonach sich ein Verdächtiger in einer Kneipe verschanzt haben soll.

Wie der deutsche Augenzeuge Albert Zeitler schilderte, hatten Polizisten im Gebiet um das Stadtviertel El Raval nach den Tätern gesucht. Die Beamten hätten - teils mit Masken und Schutzanzügen - die Leute angeschrien, die Straßen zu verlassen. "Ich habe so etwas noch nie erlebt", sagte Zeitler. "Es war schon fast ein Kriegserlebnis."

Polizei evakuiert Einkaufszentrum

Etwa zeitgleich brachte die Polizei zahlreiche Menschen in Sicherheit, die in einem Einkaufszentrum nahe der Flaniermeile Las Ramblas Zuflucht gesucht hatten. Im staatlichen Fernsehen TVE war zu sehen, wie Beamte die Menschen aus dem Gebäude geleiteten. Alle öffentlichen Veranstaltungen in dem Gebiet wurden abgesagt.

Im Zentrum Barcelonas war am Nachmittag ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. Nach Behördenangaben wurden mindestens 13 Menschen getötet, mehr als 100 wurden verletzt - darunter 15 schwer. Alle Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilten der spanische Zivilschutz und die katalanischen ärztlichen Notfalldienste mit.

Quelle: n-tv.de

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