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Politik

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Chinesische Polizei schweigt: Familie bangt um Liu Xiaobo

Die chinesische Polizei lässt die Familie des bekannten Bürgerrechtlers Liu Xiaobo im Ungewissen über die Vorwürfe gegen den 52-Jährigen. "Er wurde ohne jede Begründung abgeholt", sagte seine Frau Liu Xia über die Festnahme am späten Montagabend. Seither habe sie mehrfach vergeblich versucht, von der Polizei eine Erklärung für das Vorgehen gegen den Vorsitzenden des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller zu bekommen. "Ich bin besorgt um ihn."

Hintergrund der Festnahme, die international Proteste ausgelöst hatte, war offenbar ein "Charta 08" genannter Appell für Demokratie und Freiheit in China, den Liu Xiaobo mit unterzeichnet hatte. Mehrere andere der 303 Unterzeichner - darunter Bürgerrechtler, Anwälte, Journalisten, Intellektuelle oder Aktivisten - seien ebenfalls festgenommen worden, teilte die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch mit. Mindestens zehn seien verhört worden. Die Organisation sprach von einer "bislang ungekannten Vergeltung".

Dass in China ausgerechnet zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen am Mittwoch Bürgerrechtler verfolgt und inhaftiert werden, zeige die "feindliche" Haltung der chinesischen Regierung gegen grundlegende Rechte wie die auf freie Meinungsäußerung und Versammlung, fand die Organisation.

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