Politik
Guam beherbergt nicht nur zwei US-Militärstützpunkte, sondern ist auch ein beliebtes Ziel für Touristen.
Guam beherbergt nicht nur zwei US-Militärstützpunkte, sondern ist auch ein beliebtes Ziel für Touristen.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 15. August 2017

"Menschliches Versagen": Fehlalarm schreckt Guam auf

Die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea drehen sich um einen möglichen Raketenangriff auf die kleine US-Pazifikinsel Guam. Nun geht dort mitten in der Nacht ein Alarm los. Die Anwohner reagieren mit Angst und Verärgerung.

Ein falscher Alarm hat die Einwohner der US-Pazifikinsel Guam in Angst und Schrecken versetzt. Knapp eine halbe Stunde nach Mitternacht, um 0.25 Uhr Ortszeit, sendeten Radio- und Fernsehsender der Insel versehentlich eine Gefahrenwarnung, ohne jedoch genauere Informationen über die Gründe zu geben.

Video

Es habe sich um "menschliches Versagen" gehandelt, teilte Sicherheitsberater George Charfauros später bei Facebook mit. Es gebe weder einen Notfall noch eine Bedrohung. Das Bedrohungsrisiko habe sich nicht geändert. Zuvor war in einigen Orten auf der Insel zeitweise der Strom ausgefallen.

Die Inselbewohner hätten mit Angst und Verärgerung auf den Fehler reagiert, berichtete das Pacific News Center. Sie sei "ausgeflippt", sagte Anwohnerin Susan Olivares Uncangco dem Sender CNN. "Das war eine schlimme Erfahrung."

Kein Wunder: Nordkorea hatte in der vergangenen Woche gedroht, bis Mitte August Pläne für das Abfeuern von Raketen in Richtung Guam fertigzustellen. In der Nacht soll der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un von seinem Militär einen entsprechenden Bericht erhalten haben. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wolle Kim jedoch die Handlungen der USA noch etwas länger beobachten, bevor er eine Entscheidung treffe.

"Könnte sich sehr schnell zu Krieg zuspitzen"

US-Präsident Donald Trump wiederum hatte Pjöngjang mit einem Militärschlag gedroht. Auch US-Verteidigungsminister Jim Mattis warnte Nordkorea zuletzt davor, einen Krieg gegen sein Land zu riskieren. "Wenn sie die Vereinigten Staaten unter Beschuss nehmen, könnte sich dies sehr schnell zu einem Krieg zuspitzen", sagte er vor Journalisten.

Die USA könnten die Flugbahn einer nordkoreanischen Rakete binnen Augenblicken abschätzen, sagte Mattis. Sollte die Rakete Richtung auf Guam nehmen, "werden wir sie außer Gefecht setzen". Die USA unterhalten zwei strategisch wichtige Militärstützpunkte auf der Pazifikinsel. Sie ist das US-Gebiet, das der koreanischen Halbinsel am nächsten liegt.

Das äußerst angespannte Verhältnis zwischen Washington und Pjöngjang hatte sich zuletzt wieder etwas beruhigt. Allerdings könnte sich der Konflikt wieder zuspitzen. Beide koreanische Staaten feiern heute den Sieg gegen die japanischen Besatzer im Zweiten Weltkrieg. Die Staatsführung in Pjöngjang könnte dies für eine weitere Demonstration der Stärke nutzen. In der kommenden Woche sollen dann gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas beginnen. Nordkorea betrachtet die als akute Bedrohung des Landes.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen