Politik
François Fillon will Frankreichs Konservative führen.
François Fillon will Frankreichs Konservative führen.(Foto: dpa)

Überseedepartements vergessen?: Fillon: Habe die Wahl gewonnen

Eigentlich galt der Machtkampf an der Spitze der großen konservativen Partei Frankreichs seit Sonntag als entschieden. Aber der vermeintliche Verlierer der Urwahl meldet sich zurück: Beim Auszählen seien die Überseedepartements vergessen worden, das Ergebnis darum falsch.

Der erbittert geführte Machtkampf um den Vorsitz der größten französischen Oppositionspartei UMP geht unerwartet in die Verlängerung. Das Lager des nach der Mitgliederabstimmung am Sonntag zum Verlierer erklärten Kandidaten François Fillon teilt mit, bei Überprüfung der Wahlergebnisse einen folgenschweren Fehler entdeckt zu haben. Demnach wurden die Ergebnisse aus drei Überseewahlkreisen bei der Zusammenrechnung der Stimmen vergessen. Mit diesen hätte nicht Jean-François Copé, sondern der frühere Premierminister Fillon die Wahl gewonnen, sagte ein Sprecher.

Fillons Lager forderte die Wahlkommission auf, das Ergebnis zu korrigieren. Bis dahin solle übergangsweise der frühere Außenminister und Parteichef Alain Juppé die Parteiführung übernehmen. Copé wies den Vorschlag zurück und kündigte an, nicht freiwillig von der Parteispitze zurückzutreten. "Es gibt eine Berufungskommission. Wenn es nötig ist, kann man dort hingehen", sagte der frühere UMP-Fraktionschef. Nach Angaben des Fillon-Lagers hat die Wahlkommission mündlich bereits eingestanden, Stimmen vergessen zu haben.

Unter 100 Stimmen waren entscheidend

Nach den in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten Abstimmungsergebnissen verlor Fillon die von Manipulationsvorwürfen überschattete Wahl denkbar knapp mit 49,97 zu 50,03 Prozent der Stimmen. Die UMP-Wahlkontrolleure bezifferten den Vorsprung des Siegers letztlich auf gerade einmal 98 der knapp 175.000 gültigen Stimmen.

Die Wahl des Parteivorsitzenden gilt als mögliche Vorentscheidung über die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2017. Es geht um die Nachfolge von Nicolas Sarkozy, der bis zu seiner Niederlage bei der Präsidentenwahl im Mai als unumstrittene Führungsfigur der Partei wirkte.

Quelle: n-tv.de

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