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Mit Hilfe eines Grenzzaunes will Bulgarien Flüchtlinge an der illegalen Einreise hindern.
Mit Hilfe eines Grenzzaunes will Bulgarien Flüchtlinge an der illegalen Einreise hindern.(Foto: picture alliance / dpa)

Von Schleppern zurückgelassen: Flüchtlinge erfrieren in Bulgarien

Fast 30.000 Flüchtlinge sind 2015 abseits der Balkanroute über Bulgarien in die EU gelangt. Viele von ihnen verlassen sich bei der Einreise auf die Hilfe von Schleppern - in einem neuen Fall mit dramatischen Folgen. Eine Frau und ein Mädchen erfrieren.

Im Südosten von Bulgarien sind zwei Flüchtlinge bei Kälte und Schnee erfroren. Nach Angaben der Regierung sowie Ärzten zufolge wurden die Frau und das Mädchen am Samstagabend in der Nähe der türkischen Grenze aufgefunden. Das Innenministerium teilte mit, es handele sich um eine Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren sowie um eine Frau zwischen 30 und 40 Jahren. Sie sollen aus der Türkei nach Bulgarien gelangt sein.

Die Frau und das Mädchen gehörten zu einer Gruppe von insgesamt 19 Flüchtlingen. Vermutlich haben Schleuser sie erst in bergigen Region Malko Tarnowo versteckt und später dort allein zurückgelassen. Die Temperaturen in der Region fielen in den letzten Tagen nachts bis auf -8 Grad Celsius.

Die Überlebenden, unter ihnen elf Kinder, wurden nach Angaben von Rettungskräften mit Erfrierungen ins Krankenhaus gebracht. Zwei von ihnen sollen in Lebensgefahr schweben. Woher die Flüchtlinge stammen, blieb zunächst unklar. Nach eigenen Angaben kommen sie aus dem Irak und Afghanistan.

Bulgarien liegt nicht auf der sogenannten Balkanroute, über die derzeit Flüchtlinge aus Konfliktgebieten versuchen, Europa zu erreichen. In dem EU-Land wurden im vergangenen Jahr rund 30.000 Menschen registriert - die meisten stammten aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Als ärmstes EU-Land ist Bulgarien jedoch nicht besonders attraktiv für Flüchtlinge.

Quelle: n-tv.de

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