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In Calais leben derzeit rund 3700 Migranten in einem Lager und warten darauf, dass sie weiter nach Großbritannien können.
In Calais leben derzeit rund 3700 Migranten in einem Lager und warten darauf, dass sie weiter nach Großbritannien können.(Foto: twitter.com/VDNCalais)

Gefährliche Überfahrt: Flüchtlinge ertrinken beinahe im Ärmelkanal

In der Nacht werden vier Flüchtlinge bei der Überquerung des Ärmelkanals gerettet. Durch einen Sturm wären sie beinahe gestorben. Weil die Überquerung des Kanals so gefährlich ist, kommt es selten vor. Doch die Polizei befürchtet mehr solcher Versuche.

Im Ärmelkanal sind vier Flüchtlinge auf einem Boot aus stürmischer See gerettet worden. Ein Migrant habe im Morgengrauen am Strand der französischen Stadt Sangatte Alarm gegeben, hieß es von Seiten der Behörden. Die Rettungskräfte seien daraufhin dem Boot zu Hilfe gekommen und hätten vier weitere Flüchtlinge gerettet und zurück nach Frankreich gebracht. Ein Polizeivertreter sprach von einem "außergewöhnlichen" Vorfall.

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Die Behörden haben für den Ärmelkanal am Wochenende eine Sturmwarnung ausgegeben, da Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern erwartet werden. Der Migrant, der am Strand den Alarm gab, wurde mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht. Er gab an, mit den vier anderen Flüchtlingen mit dem Boot von Dünkirchen aufgebrochen zu sein, um nach Großbritannien zu gelangen.

"Das dürfte das zweite oder dritte Mal seit zehn Jahren sein", sagte Gilles Debove von der Polizeigewerkschaft zu dem Vorfall. "Die Überquerung des Ärmelkanals ist wahnsinnig gefährlich, weil es eine maritime Autobahn ist. Der Ärmelkanal und die Nordsee sind nicht das Mittelmeer."

Ein Vertreter einer örtlichen Hilfsorganisation sagte, er befürchte eine Zunahme derartiger Versuche wegen der Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in Calais.

Am Rande der französischen Hafenstadt Calais leben rund 3700 Migranten in einem Lager. Sie warten auf eine Möglichkeit, auf eine der Fähren über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen oder an Bord eines Zuges, die durch den Eurotunnel fahren. Im vergangenen Jahr wurden aber die ohnehin hohen Sicherheitsmaßnahmen rund um den Tunneleingang und den Fährhafen noch einmal deutlich verschärft.

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Quelle: n-tv.de

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