Politik
Die Zahl der Flüchtlinge sinkt zwar, dennoch befinden sich viele Menschen in Seenot.
Die Zahl der Flüchtlinge sinkt zwar, dennoch befinden sich viele Menschen in Seenot.(Foto: AP)

2800 Menschen aus Seenot gerettet: Flüchtlingszahl geht zurück

Die Zahl der über die Ägäis nach Griechenland kommenden Menschen sinkt. Kamen vor einer Woche noch Tausende, trauen sich jetzt nur noch Hunderte in die Boote der Schlepper. Grund soll das schlechte Wetter sein - und die veränderte Politik der Türkei.

Die Küstenwachen Griechenlands und der Türkei haben in wenigen Tagen mehr als 2800 Flüchtlinge aus den Fluten der Ägäis gerettet. Allein in griechischen Gewässern brachte die Küstenwache in den vergangenen sieben Tagen 2752 Menschen in Sicherheit, wie die Behördendirektion in Piräus mitteilte.

Video

Die türkische Küstenwache rettete im Laufe des Tages 55 in Seenot geratene Flüchtlinge vor dem Ertrinken. Das Boot sei vor der Küste der westtürkischen Provinz Mugla von einem Sturm erfasst worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ziel sei die griechische Insel Kos gewesen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ging die Zahl der Menschen, die aus der Türkei zu den griechischen Inseln übersetzen, aber erstmals seit mehreren Monaten stark zurück. Während am 8. und 9. Februar jeweils 2418 und 3676 Migranten ankamen, ging ihre Zahl am 10. und 11. Februar auf 1071 und 502 zurück, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Auch in den Tagen darauf setzten immer weniger Menschen nach Griechenland über - am 13. und 14. Februar waren es jeweils nur 181 und 51 Menschen.

Schlechtes Wetter behindert Schlepper

Der Rückgang wird von der griechischen Küstenwache auf die schlechten Wetterbedingungen zurückgeführt. Es könnte aber auch Zeichen einer geänderten Politik der Türkei angesichts des EU-Gipfels zum Thema Migration sein, erklärten Kreise der Regierung in Athen. "Wir sind nun gespannt, was im Frühling passiert", sagte ein auf der griechischen Insel Chios stationierter Offizier der Küstenwache.

Die Gesamtzahl der angekommenen Flüchtlinge bleibt jedoch im Vergleich zum Vorjahr sehr hoch. Laut UNHCR haben seit Jahresbeginn 76.607 Migranten aus der Türkei auf die griechischen Inseln in der Ostägäis übergesetzt. Die meisten waren Syrer. In den ersten zwei Monaten des Vorjahres waren nur 4567 Migranten angekommen. Damals hatte der große Migrantenzustrom noch nicht begonnen.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IMO) sind in der Ägäis seit Jahresbeginn mindestens 320 Migranten ums Leben gekommen. In den kommenden Wochen sollen auch Nato-Schiffe am Kampf gegen Schlepper im Seegebiet zwischen Griechenland und der Türkei teilnehmen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen