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Algerisches Flugzeug abgestürzt: Flugzeugwrack in Mali entdeckt

Eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algerie ist über Mali abgestürzt. Die MD-83 verunglückte im Zentrum des Landes. Jetzt ist das Wrack der Maschine mit 120 Menschen an Bord im Westen Malis entdeckt worden.

Der vom Flughafen Ouagadougou gemeldete Absturzort liegt wenige Hundert Kilometer von der algerischen Grenze entfernt.
Der vom Flughafen Ouagadougou gemeldete Absturzort liegt wenige Hundert Kilometer von der algerischen Grenze entfernt.

Eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie mit etwa 120 Menschen an Bord ist über dem westafrikanischen Krisenland Mali abgestürzt. Nach Angaben des Startflughafens Ouagadougou in Burkina Faso hätten zwei französische Militärjets das Wrack zwischen den Städten Gao und Kidal im Nordosten des Landes entdeckt. Die britische Zeitung "The Guardian" gab zunächst den Ort Tilemsi als Absturzstelle an, wofür es jedoch keine offizielle Bestätigung gab. Die Maschine war auf dem Weg in Richtung der algerischen Hauptstadt Algier.

50 Minuten nach dem Start sei der Kontakt zu Flug AH5017 abgebrochen. An Bord waren französischen Medien zufolge unter anderem neben 50 Franzosen auch vier Deutsche, eine spanische Besatzung sowie Passagiere aus Belgien, Luxemburg, Kanada und Rumänien. Die Ursache ist noch unklar. Den letzten Kontakt habe es mit einem Kontrollturm im Niger gegeben.

Sandstürme in Gegend häufig

Die Flugroute führte die Maschine auch über Gebiete, in denen sich die malische Regierung, französische Soldaten, Islamisten und Tuareg-Rebellen seit rund zwei Jahren gegenüberstehen. Jedoch seien die Waffen der Aufständischen, die vor allem im Norden Malis größere Kontrolle ausüben, nicht in der Lage ein Passagierflugzeug auf Reisehöhe abzuschießen, wie ein malischer Beamter gegenüber dem britischen Guardian sagte. "Worüber sie verfügen sind schultergestütze Waffen und Raketenwerfer."

Das über Westafrika abgestürzte Flugzeug der Air Algerie gehört der spanischen Gesellschaft Swiftair.
Das über Westafrika abgestürzte Flugzeug der Air Algerie gehört der spanischen Gesellschaft Swiftair.(Foto: dpa)

Burkina Fasos Verkehrsbehörder zufolge habe die Maschine wegen eines Sturms gegen 1.40 Uhr um Genehmigung für eine Kursänderung gebeten. Heftige Sandstürme sind in diesem Teil der Sahara und zu dieser Jahreszeit keine Seltenheit. Die Luftfahrtbehörden in Niger übernahmen schließlich den Flug, bevor der Kontakt um etwa 4.30 Uhr abbrach. Damit widersprach die Behörde jedoch einem Mitarbeiter der algerischen Luftfahrtbehörde, der den letzten Kontakt für 1.55 Uhr im Raum Gao in Mali angegeben hatte.

Krisenstäbe in Paris und Madrid

Frankreichs Außenministerium richtete ein Krisenzentrum ein. Verkehrsstaatssekretär Frédéric Cuvillier ging bereits davon aus, dass zahlreiche Franzosen an Bord der Maschine waren. Die Regierung in Paris schickte zwei im Tschad stationierte Militärjets vom Typ Mirage 2000 auf die Suche nach dem Flugzeug.
Frankreich unterhält in dem zentralafrikanischen Staat eine Militärbasis, ist aber auch in Mali seit eineinhalb Jahren federführend an einem Anti-Terror-Einsatz gegen die aufständischen Islamisten und Tuareg-Rebellen beteiligt. Das Absturzgebiet soll innerhalb der früher stark umkämpften Zone liegen.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatte erst vor kurzem angekündigt, dass die Ziele der im Januar 2013 begonnenen Operation "Serval" in Mali erfüllt seien. Sie soll in Kürze durch den Aufbau einer grenzüberschreitenden Antiterror-Truppe für Afrika ersetzt werden. Zuletzt waren noch rund 1700 französische Soldaten in Mali im Einsatz.

Quelle: n-tv.de

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